Deutsche Tageszeitung - Deutschland und andere Staaten fordern Stopp von Siedlungsbau im Westjordanland

Deutschland und andere Staaten fordern Stopp von Siedlungsbau im Westjordanland


Deutschland und andere Staaten fordern Stopp von Siedlungsbau im Westjordanland
Deutschland und andere Staaten fordern Stopp von Siedlungsbau im Westjordanland / Foto: © AFP

Deutschland, Frankreich, Großbritannien und Italien haben in einer gemeinsamen Erklärung an Israel appelliert, den Ausbau israelischer Siedlungen im besetzten Westjordanland zu stoppen. In der am Freitag veröffentlichten Erklärung wird bekräftigt, dass diese Siedlungen nach dem Völkerrecht illegal seien. Auch wird Israel aufgefordert, gegen die von israelischen Siedlern gegen Palästinenser verübte Gewalt vorzugehen und Vorwürfe von exzessiver Gewaltanwendung durch die israelischen Sicherheitskräfte zu untersuchen.

Textgröße ändern:

"Wir fordern die Regierung Israels auf, seine Ausweitung von Siedlungen und von Verwaltungsbefugnissen (im Westjordanland) zu beenden, dafür zu sorgen, dass gewalttätige Siedler zur Rechenschaft gezogen werden, und die gegen die israelischen Sicherheitskräfte vorgebrachten Anschuldigungen zu untersuchen", erklärten die Regierungen der vier westeuropäischen Länder.

Sie beklagten, dass sich die Lage im Westjordanland in den vergangenen Monaten "erheblich verschlechtert" habe. Die Gewalt durch Siedler habe dort ein "beispielloses Ausmaß" erreicht. Die EU hatte sich zu Beginn der vergangenen Woche auf neue Sanktionen gegen gewalttätige israelische Siedler geeinigt.

Seit dem Großangriff der radikalislamischen Palästinenserorganisation Hamas auf Israel am 7. Oktober 2023 und dem dadurch ausgelösten Gaza-Krieg hatte die Gewalt auch im Westjordanland deutlich zugenommen. Im Gaza-Krieg gilt zwar seit Oktober eine fragile Waffenruhe - doch seit Beginn des US-israelischen Kriegs gegen den Iran Ende Februar nahm die Anzahl von Gewalttaten radikaler Siedler im Westjordanland nochmals zu.

Deutschland, Frankreich, Großbritannien und Italien appellierten nun auch an Unternehmen, sich nicht an Ausschreibungen für den Siedlungsbau im Westjordanland zu beteiligen. Die Firmen sollten sich der "rechtlichen und auch der rufschädigenden Folgen" einer Beteiligung am Siedlungsbau bewusst sein. Dazu gehöre auch das Risiko, "an schweren Verstößen gegen das Völkerrecht beteiligt zu sein".

Im seit 1967 von Israel besetzten Westjordanland leben neben rund drei Millionen Palästinensern auch mehr als 500.000 Israelis in Siedlungen und Außenposten, die nach internationalem Recht illegal sind.

(W.Budayev--DTZ)

Empfohlen

Rechtsnationalist Jansa zum Regierungschef Sloweniens gewählt

Dreimal war er bereits Regierungschef Sloweniens - nun hat das Parlament den Rechtsnationalisten Janez Jansa erneut in das Amt gewählt. Von den 87 anwesenden Abgeordneten stimmten am Freitag 51 für und 36 gegen den 67-Jährigen. Jansa gilt als Bewunderer von US-Präsident Donald Trump und geriet in der Vergangenheit häufiger mit der EU aneinander. Im Juni soll Jansa sein Amt antreten.

Nach Konflikt um Iran-Krieg: US-Geheimdienstchefin Tulsi Gabbard tritt zurück

Nach einem Konflikt um den Iran-Krieg tritt US-Geheimdienstchefin Tulsi Gabbard zurück. Die 45-Jährige begründete ihren Schritt am Freitag im Onlinedienst X mit einer Krebserkrankung ihres Mannes. Gabbard ist die vierte Frau, die binnen Monaten aus dem Kabinett von Präsident Donald Trump ausscheidet. Im Iran-Krieg waren Zweifel an der Loyalität der Nationalen Geheimdienstdirektorin laut geworden, der insgesamt 18 Dienste unterstehen.

US-Geheimdienstchefin Tulsi Gabbard erklärt Rücktritt

US-Geheimdienstchefin Tulsi Gabbard hat ihren Rücktritt erklärt. Die 45-Jährige begründete ihren Schritt am Freitag im Onlinedienst X mit einer seltenen Krebserkrankung ihres Mannes. Gabbard ist die vierte Frau, die binnen Monaten aus dem Kabinett von Präsident Donald Trump ausscheidet. Im Iran-Krieg waren Zweifel an der Loyalität der Geheimdienstchefin laut geworden.

Protest vor US-Botschaft in Havanna wegen Anklage gegen Ex-Präsidenten Raúl Castro

Vor der US-Botschaft in Havanna haben tausende Kubaner ihre Unterstützung für den von der US-Justiz angeklagten Ex-Präsidenten Raúl Castro bekundet. Die Demonstranten schwenkten am Freitag kubanische Flaggen und skandierten "Lang lebe Raúl!". Der 94-jährige Bruder des einstigen Revolutionsführers Fidel Castro war am Mittwoch von der US-Justiz wegen des Abschusses zweier Zivilflugzeuge im Jahr 1996 mit vier Toten angeklagt worden.

Textgröße ändern: