Deutsche Tageszeitung - Putin: Sechs Tote und 15 Vermisste nach ukrainischem Angriff auf besetzte Gebiete

Putin: Sechs Tote und 15 Vermisste nach ukrainischem Angriff auf besetzte Gebiete


Putin: Sechs Tote und 15 Vermisste nach ukrainischem Angriff auf besetzte Gebiete
Putin: Sechs Tote und 15 Vermisste nach ukrainischem Angriff auf besetzte Gebiete / Foto: © social media/AFP

Bei einem ukrainischen Drohnenangriff in der fast vollständig von Russland kontrollierten ostukrainischen Region Luhansk sind nach Angaben des russischen Präsidenten Wladimir Putin sechs Menschen getötet und Dutzende weitere verletzt worden. 15 weitere Menschen würden noch vermisst, teilte Putin am Freitag mit. Nach Angaben des von Moskau eingesetzten Gouverneurs Leonid Passetschnik soll eine Hochschule in der Stadt Starobilsk getroffen worden sein. Kiew erklärte dagegen, es habe ein Militärhauptquartier bombardiert.

Textgröße ändern:

"Zum jetzigen Zeitpunkt ist bekannt, dass sechs Menschen getötet wurden, 39 verletzt wurden und 15 Personen noch vermisst werden", sagte Putin in einer Fernsehansprache. Die Suche nach unter den Trümmern begrabenen Menschen dauere an. Der Kreml–Chef sprach von einem "terroristischen Angriff" und rief die Armee auf, Vorschläge für Vergeltungsaktionen auszuarbeiten.

Der Angriff sei "kein Zufall" gewesen und "in drei Wellen" erfolgt, "wobei 16 Drohnen denselben Ort ins Visier nahmen", fügte Putin hinzu. In der Nähe habe sich "weder eine Einrichtung der Armee noch der Geheimdienste oder verwandter Dienste" befunden.

Das russische Außenministerium prangerte einen "gezielten Angriff auf die Zivilbevölkerung" an und warf dem Westen vor, den ukrainischen Streitkräften Informationen zu liefern und sie bei ihren Angriffen zu unterstützen.

"Das ist ein abscheuliches Verbrechen des Regimes in Kiew", sagte Kreml-Sprecher Dmitri Peskow während einer Pressekonferenz und forderte, dass die Verantwortlichen bestraft werden.

Russland rief eine Dringlichkeitssitzung des UN-Sicherheitsrats ein. Die Sitzung wurde für diesen Freitag 22.00 Uhr MESZ angesetzt.

Getroffen worden sei ein Gebäude der Pädagogischen Hochschule Luhansk in Starobilsk, erklärte Gouverneur Passetschnik in Onlinediensten. Nach seinen Angaben befanden sich zum Zeitpunkt des Beschusses 86 Jugendliche im Alter von 14 bis 18 Jahren in den Räumlichkeiten. Von den Behörden veröffentlichte Fotos zeigten ein in Flammen stehendes Gebäude, verkohlte Wände und Trümmer.

Das russische Ermittlungskomitee warf der ukrainischen Armee vor, das Gebäude mit mehreren Drohnen angegriffen zu haben. "Infolge des Angriffs stürzte das fünfstöckige Gebäude bis zum zweiten Stock ein", hieß es.

Der ukrainische Generalstab erklärte dagegen, seine Streitkräfte hätten ein "Hauptquartier" einer russischen Militäreinheit bombardiert, das sich "im Gebiet der Stadt Starobilsk" befinde. Der Angriff habe sich nicht gegen Zivilisten gerichtet.

"Die Ukraine führt Angriffe gegen militärische Infrastrukturen und Einrichtungen durch, die für militärische Zwecke genutzt werden, und hält sich dabei strikt an die Normen des humanitären Völkerrechts", erklärte der ukrainische Generalstab in einer auf Onlineplattformen veröffentlichten Mitteilung.

Darin hieß es weiter, russische Medien würden "aktiv manipulative Informationen über angebliche Angriffe der ukrainischen Streitkräfte auf zivile Infrastruktureinrichtungen" verbreiten.

Starobilsk liegt etwa 65 Kilometer von der Frontlinie in der Ostukraine entfernt. Die russische Armee hatte die Stadt bereits kurz nach Beginn ihres Angriffskriegs im Februar 2022 erobert.

Russland überzieht die Ukraine seit Beginn des Krieges vor mehr als vier Jahren permanent mit Luftangriffen, bei denen immer wieder Zivilisten sterben. Zuletzt weitete Moskau die Angriffe aus. Die Ukraine reagierte mit Gegenangriffen auf russisches Staatsgebiet. Die Verhandlungen über eine Beendigung der Kämpfe liegen derzeit auf Eis.

(I.Beryonev--DTZ)

Empfohlen

Umfrage vor Berliner Abgeordnetenhauswahl sieht CDU wieder vor Linkspartei

Rund zweieinhalb Wochen vor der Abgeordnetenhauswahl in Berlin sieht eine Umfrage die regierende CDU wieder vor der oppositionellen Linken. Die Christdemokraten von Spitzenkandidat Stefan Evers kommen laut der am Mittwoch veröffentlichten Erhebung des Instituts Infratest dimap für den Rundfunk Berlin-Brandenburg auf 21 Prozent. Die Linkspartei um Spitzenkandidatin Elif Eralp folgt mit 19 Prozent.

Ukraine führt neues zweistufiges Luftalarm-System ein

Die Ukraine überarbeitet ihr Luftalarm-System und führt ein zweistufiges Warnsystem ein. Je nach Art der Bedrohung werde künftig eine Warnung der Stufe gelb oder rot ausgegeben, teilte der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj am Mittwoch in Onlinediensten mit. "In der Regel wird die Stufe gelb einen Drohnenangriff anzeigen, während die Stufe rot auf eine Raketenbedrohung hinweisen wird", erläuterte er.

"Trump-Straße": Trump erwägt Umbenennung der Straße von Hormus

US-Präsident Donald Trump erwägt, der Straße von Hormus seinen Namen zu geben. Da die Meerenge "nun unter US-Kontrolle steht, sollten wir die Straße von Hormus in Trump-Straße umbenennen???", fragte der Präsident am Mittwoch in seinem Onlinedienst Truth Social. Er fügte hinzu, die Wasserstraße wäre dann "wie Amerika selbst 'heißer' denn je zuvor".

"Brutale Diktatur": USA rufen Partner zur Ächtung Nicaraguas auf

Nach dem Ausschluss von Oppositionspolitikern bei Wahlen in Nicaragua haben die USA zur Ächtung des Landes aufgerufen. "Die Vereinigten Staaten fordern ihre internationalen Partner nachdrücklich auf, ihren gewöhnlichen Umgang mit dieser brutalen Diktatur unverzüglich einzustellen", erklärte das Außenministerium am Mittwoch in Washington. Das Parlament von Nicaragua hatte zuvor die von Langzeitpräsident Daniel Ortega geforderten Restriktionen gebilligt.

Textgröße ändern: