Deutsche Tageszeitung - Libanesischer Präsident: Rückzug Israels ist "nicht verhandelbar"

Libanesischer Präsident: Rückzug Israels ist "nicht verhandelbar"


Libanesischer Präsident: Rückzug Israels ist "nicht verhandelbar"
Libanesischer Präsident: Rückzug Israels ist "nicht verhandelbar" / Foto: © AFP

Der libanesische Präsident Joseph Aoun hat den Rückzugs Israels aus dem Süden seines Landes als "nicht verhandelbare" Forderung in den Gesprächen mit dem Nachbarland bezeichnet. "Die israelischen Angriffe haben nicht aufgehört und unsere Dörfer im Süden leiden noch immer unter der erneuten Besatzung", erklärte Aoun am Montag. Der Libanon werde diese Realität nicht akzeptieren. "Der Weg zu einem vollständigen israelischen Rückzug bleibt eine unumstößliche und beständige nationale Forderung, an deren Verwirklichung der libanesische Staat durch Verhandlungen arbeitet."

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Israel und der Libanon befinden sich seit 1948 formell im Kriegszustand und unterhalten keine diplomatischen Beziehungen. Im April waren unter Vermittlung der USA Gespräche über eine Friedenslösung in Washington aufgenommen worden. Eine neue Runde ist für Anfang Juni angesetzt, zuvor sollen am 29. Mai militärische Delegationen im Pentagon zusammenkommen.

Der Libanon war Anfang März in den Iran-Krieg hineingezogen worden. Als Reaktion auf die Tötung des obersten iranischen Führers Ali Chamenei feuerte die von Teheran unterstützte Hisbollah-Miliz Raketen auf Israel ab. Israel flog daraufhin massive Angriffe auf Ziele im Süden des Libanon und schickte Bodentruppen über die Grenze, die in einem zehn Kilometer breiten Grenzstreifen im Einsatz sind.

Hisbollah-Chef Naim Kassem bekräftigte am Sonntagabend seinen Widerstand gegen direkte Verhandlungen mit Israel wie auch die Weigerung der Miliz, der Forderung Beiruts nach einer Entwaffnung nachzukommen. "Wenn diese Regierung nicht in der Lage ist, die Souveränität zu gewährleisten, sollte sie gehen", sagte Kassem und fragte: "Wo bleibt die Souveränität, wenn Amerika die Fäden im Libanon zieht?" US-Außenminister Marco Rubio hatte der Hisbollah am Sonntag vorgeworfen, "aktiv zu versuchen, den Libanon wieder in Chaos und Zerstörung zu stürzen."

Zwischen dem Libanon und Israel gilt seit Mitte April eigentlich eine Waffenruhe, die unlängst unter US-Vermittlung verlängert worden war. Israel und die Hisbollah setzen ihre gegenseitigen Angriffe jedoch fort und werfen sich Verstöße gegen das Waffenruhe-Abkommen vor.

(L.Svenson--DTZ)

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