Deutsche Tageszeitung - Trotz Waffenruhe: Konflikt zwischen Israel und Hisbollah spitzt sich zu

Trotz Waffenruhe: Konflikt zwischen Israel und Hisbollah spitzt sich zu


Trotz Waffenruhe: Konflikt zwischen Israel und Hisbollah spitzt sich zu

Trotz einer eigentlich geltenden Waffenruhe im Libanon spitzt sich der Konflikt zwischen Israel und der Hisbollah-Miliz immer weiter zu: Israels Regierungschef Benjamin Netanjahu kündigte am Montagabend eine nochmalige Verstärkung der Militäroffensive gegen die pro-iranische Miliz im Libanon an. Diese wiederum griff nach eigenen Angaben mehrere Militäreinrichtungen im Norden Israels an.

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"Ich habe eine noch größere Beschleunigung unserer Operationen befohlen", sagte Netanjahu in einer auf der Onlineplattform Telegram veröffentlichten Videobotschaft. "Wir werden unsere Angriffe verstärken, unsere Feuerkraft vermehren, und wir werden sie zerschlagen."

Die israelische Armee hatte bereits zuvor ihre Luftangriffe im Süden des Libanon verstärkt. Ihre Angriffe richteten sich gegen Ziele in den Städten Tyrus und Nabatije sowie in weiteren Orten, wie die staatliche libanesische Nachrichtenagentur NNA meldete. Mindestens drei Menschen seien getötet worden.

Netanjahu begründete seine Entscheidung zur nochmaligen Verstärkung des Militäreinsatzes mit anhaltenden Angriffen durch die Hisbollah. Die Miliz greife Israel mit Drohnen an, darunter Glasfaserdrohnen. Doch arbeiteten israelische Teams bereits an "Gegenmaßnahmen" gegen diese Drohnenangriffe, versicherte der Regierungschef.

Auch am Montag griff die Hisbollah nach eigenen Angaben erneut Israel an. Es seien im Norden des Nachbarlandes drei Armee-Kasernen und ein Militärstützpunkt ins Visier genommen worden, erklärte die pro-iranische Miliz. Auch sie begründete ihre Angriffe mit "Verstößen gegen die Waffenruhe" durch die Gegenseite.

Der Libanon war Anfang März in den Iran-Krieg hineingezogen worden. Als Reaktion auf die Tötung des obersten iranischen Führers Ali Chamenei feuerte die von Teheran unterstützte Hisbollah-Miliz Raketen auf Israel ab. Israel flog daraufhin massive Angriffe auf Ziele im Süden des Libanon und schickte Bodentruppen über die Grenze.

Seit Mitte April gilt eine von den USA vermittelte Waffenruhe zwischen Israel und dem Libanon. Diese wird allerdings von der Hisbollah, deren erklärtes Ziel die Vernichtung Israels ist, nicht anerkannt. Die Miliz lehnt zudem die direkten Gespräche zwischen der libanesischen Regierung und Israel ab.

Netanjahu steht in dem Konflikt unter massivem innenpolitischen Druck: Zwei rechtsextreme Minister seines Kabinetts forderten am Montag vehement ein härteres Vorgehen: Es sei an der Zeit, dass Netanjahu gemeinsam mit US-Präsident Donald Trump "eine entschlossene Haltung einnimmt und ihm mitteilt, dass Israel wieder in den Krieg im Libanon eintritt", erklärte Sicherheitsminister Itamar Ben Gvir im Onlinedienst X.

Der rechtsextreme Finanzminister Bezalel Smotrich forderte Angriffe auf die libanesische Hauptstadt Beirut, um den Drohnenangriffen der Hisbollah entgegenzuwirken. "Es ist dringend notwendig, der Bedrohung durch die Sprengstoffdrohnen der Hisbollah ein Ende zu setzen", erklärte Smotrich auf Telegram. "Für jede Sprengstoffdrohne müssen in Beirut zehn Gebäude einstürzen."

(V.Varonivska--DTZ)

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