Deutsche Tageszeitung - Studie: Abhängigkeit von China bei wichtigen Gütern zuletzt noch größer geworden

Studie: Abhängigkeit von China bei wichtigen Gütern zuletzt noch größer geworden


Studie: Abhängigkeit von China bei wichtigen Gütern zuletzt noch größer geworden
Studie: Abhängigkeit von China bei wichtigen Gütern zuletzt noch größer geworden / Foto: © CN-STR/AFP

Im Verhältnis zu China strebt Deutschland eine Verringerung von Abhängigkeiten in kritischen Bereichen wie etwa bei Seltenen Erden an - zuletzt jedoch ist der Importanteil von strategisch wichtigen Gütern aus der Volksrepublik einer Studie zufolge weiter gestiegen. So habe Chinas Anteil an der gesamten Importmenge bei wiederaufladbaren Lithium-Batterien 2023 bei 49,7 Prozent gelegen, teilte die Friedrich-Naumann-Stiftung am Dienstag mit. 2025 habe der Anteil dann 66,5 Prozent erreicht.

Textgröße ändern:

Auch bei Antibiotika nahm der Anteil chinesischer Lieferungen demnach zu: von 65,3 Prozent auf 72,9 Prozent. Bei Vitaminen und Provitaminen sei der Anteil von 71,3 Prozent auf 81,6 Prozent gestiegen, führte die FDP-nahe Stiftung aus. Zudem habe der chinesische Anteil bei Solarpanels einen "neuen Höchstwert" erreicht und betrage mittlerweile 92,6 Prozent des Gesamtimportgewichts.

Zudem sei China weiterhin "praktisch der einzige Lieferant für die Seltenen Erden Praseodym, Neodym und Samarium, die für die Produktion leistungsstarker Permanentmagnete etwa in E-Motoren wichtig sind", teilte die Naumann-Stiftung weiter mit. Zugleich sei die Importmenge dieser Warengruppe von 3,1 Tonnen im Jahr 2023 auf 13,0 Tonnen im Jahr 2025 gestiegen. "Ausgerechnet in kritischen Bereichen diversifiziert Deutschland nicht, sondern wird noch abhängiger und damit noch verletzlicher", erklärte Studienautor Frederic Spohr.

Der Stiftung zufolge läuft die aktuelle Entwicklung damit auch den Zielen der China-Strategie zuwider. Diese war von der damaligen Ampel-Regierung im Juli 2023 veröffentlicht worden und sieht unter anderem vor, "Abhängigkeiten in kritischen Bereichen" zu verringern. Die Volksrepublik sei "gleichzeitig Partner, Wettbewerber und systemischer Rivale", heißt es darin.

Nach Angaben der Naumann-Stiftung wird die Strategie auch von der derzeitigen schwarz-roten Koalition "weiterhin als Bezugsrahmen genutzt". Im Koalitionsvertrag von Union und SPD heißt es, dass die China-Strategie "nach dem Prinzip des 'De-Risking'" - also mit Blick auf Maßnahmen zur Risikominderung - überarbeitet werden solle.

Bundeswirtschaftsministerin Katherina Reiche (CDU) reist in dieser Woche von Dienstag bis Freitag nach China, begleitet von einer aus rund 40 Unternehmen bestehenden Wirtschaftsdelegation. Bei der Reise soll es nach Ministeriumsangaben darum gehen, das "künftige Kooperationspotenzial auszuloten und gleichzeitig den Dialog mit der chinesischen Regierung fortzusetzen". Darüber hinaus will sich die Bundesregierung - auch angesichts der derzeitigen geopolitischen Spannungen - im Rohstoffbereich "resilienter" aufstellen und zugleich "fairen Wettbewerb" einfordern.

Für die Studie der FDP-nahen Friedrich-Naumann-Stiftung für die Freiheit wurden direkte deutsche Importe aus China berücksichtigt, Einfuhren über Drittstaaten wurden nicht erfasst. Die Daten stammen vom Statistischen Bundesamt, wobei die Werte für 2025 noch vorläufig sind.

(V.Sørensen--DTZ)

Empfohlen

Araghtschi: Iran sieht derzeit "keine Notwendigkeit" für Gespräche mit den USA

Der Iran hat nach Angaben von Außenminister Abbas Araghtschi derzeit keine Pläne für Gespräche mit den USA. "Unter den gegenwärtigen Umständen sieht der Iran keine Notwendigkeit für ein Treffen mit den Amerikanern", sagte Araghtschi am Samstag laut einem Bericht der staatlichen Nachrichtenagentur Irna in einem Interview mit dem Fernsehsender Al Dschasira. Die Bedingungen Teherans für ein Abkommen mit den USA seien klar, "diesbezügliche Konsultationen finden derzeit unter Vermittlern statt".

Medienbericht: US-Regierung will mehr als 150 Afghanen abschieben

Die US-Regierung will einem Bericht zufolge mehr als 150 afghanische Migranten über Pakistan in ihre Heimat abschieben, obwohl ihnen dort Aktivisten zufolge Verfolgung und Gewalt drohen. Der erste Abschiebeflug könnte bereits am Montag starten, berichtete die "New York Times" unter Berufung auf drei US-Regierungsmitarbeiter. Unter den Migranten befinden sich nach Angaben der Menschenrechtsgruppe AfghanEvac auch Afghanen, die früher für das US-Militär in dem Land am Hindukusch gearbeitet haben.

Proteste in Frankreich: Studenten rufen zu Blockade von Universitäten auf

In Frankreich haben landesweite Proteste gegen hohe Lebenshaltungskosten und Missstände im Bildungssystem begonnen. Bei einem Protestmarsch in der Hauptstadt Paris riefen zwei Studentengewerkschaften am Samstag zu einer Blockade von Universitäten und Gymnasien am kommenden Dienstag und Donnerstag auf. Grund sei unter anderem das Verbot einer von den Demonstrierenden in Paris angemeldeten Route durch die Behörden, sagte die Sprecherin der Gewerkschaft USL, Sabrine Kharbach.

Nur wenig Zulauf zu "GenZ"-Protesten: Bisher friedlicher Verlauf

Die bundesweiten Jugendproteste der Gruppierung "GenZ regelt" in Deutschland sind am Samstagnachmittag mit deutlich weniger Teilnehmern als von den Organisatoren erwartet gestartet. Dabei blieb es an den Veranstaltungsorten mit den größten prognostizierten Teilnehmerzahlen zunächst überall friedlich, wie die Polizei mitteilte.

Textgröße ändern: