Deutsche Tageszeitung - Parlament stoppt Rückzug Ungarns aus dem Internationalen Strafgerichtshof

Parlament stoppt Rückzug Ungarns aus dem Internationalen Strafgerichtshof


Parlament stoppt Rückzug Ungarns aus dem Internationalen Strafgerichtshof
Parlament stoppt Rückzug Ungarns aus dem Internationalen Strafgerichtshof / Foto: © AFP/Archiv

Gut zwei Wochen nach dem Regierungswechsel in Budapest hat das neue ungarische Parlament den zuvor angestrebten Rückzug des Landes aus dem Internationalen Strafgerichtshof (IStGH) gestoppt. 133 der 199 Abgeordneten stimmten am Mittwoch dafür, das unter dem früheren rechtsnationalistischen Regierungschef Viktor Orbán beschlossene entsprechende Gesetz formell aufzuheben. 37 Abgeordnete stimmten dagegen, fünf enthielten sich.

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Der pro-europäische, konservative Ministerpräsident Peter Magyar war Anfang Mai nach dem klaren Sieg seiner Tisza-Partei zum neuen Ministerpräsidenten ernannt worden. Er versprach, den Austritt Ungarns aus dem IStGH vor Ablauf einer Frist am 2. Juni zu stoppen. Den entsprechenden Gesetzentwurf brachte er erst am Montag ein und brachte ihn im Eilverfahren durchs Parlament. Nun liegt es an dem Orbán nahestehenden Präsidenten Tamas Sulyok, das Gesetz zu unterzeichnen.

Im Mai vergangenen Jahres hatte das Parlament noch den Rückzug Ungarns aus dem IStGH beschlossen. Der damalige Regierungschef Orbán hatten den Schritt im April des Jahres bei einem Besuch des israelischen Regierungschefs Benjamin Netanjahu verkündet. Gegen Netanjahu liegt seit November ein vom IStGH ausgestellter Haftbefehl wegen Kriegsverbrechen im Gazastreifen vor. Die mehr als 120 IStGH-Mitgliedstaaten sind damit eigentlich verpflichtet, den israelischen Regierungschef festzunehmen, sobald er ihr Territorium betritt.

Der Internationale Strafgerichtshof wurde 2002 gegründet, um Menschen, die für die schwersten Verbrechen der Welt verantwortlich sind, strafrechtlich zu verfolgen. Bislang haben sich nur Burundi und die Philippinen aus dem Gericht zurückgezogen.

(M.Dylatov--DTZ)

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