Deutsche Tageszeitung - Drohung gegen Diplomaten in Kiew: Paris bestellt russischen Botschafter ein

Drohung gegen Diplomaten in Kiew: Paris bestellt russischen Botschafter ein


Drohung gegen Diplomaten in Kiew: Paris bestellt russischen Botschafter ein
Drohung gegen Diplomaten in Kiew: Paris bestellt russischen Botschafter ein / Foto: © AFP/Archiv

Nach der russischen Aufforderung an Ausländer und Diplomaten, die ukrainische Hauptstadt Kiew wegen bevorstehender Angriffe zu verlassen, hat auch Frankreich den russischen Botschafter einbestellt. Grund dafür seien die "massiven Angriffe am vergangenen Wochenende und die inakzeptablen Bedrohungen ukrainischer Zivilisten und ausländischer Diplomaten", teilte das Außenministerium in Paris am Mittwoch mit.

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"Russlands Handeln zeuge Tag für Tag von Zynismus und der Missachtung des Völkerrechts", sagte ein Sprecher des französischen Außenministeriums. Frankreich verurteile "aufs Schärfste die Einschüchterungsversuche Moskaus". Diese seien ein Beweis dafür, dass Russland sich in der Ukraine in einer militärischen Sackgasse befinde, hieß es weiter.

Am Dienstag hatten bereits andere europäische Staaten, darunter Deutschland, russische Diplomaten einbestellt. In einer gemeinsamen Erklärung bezeichneten etwa 50 Länder bei den Vereinten Nationen die russische Drohung als "inakzeptabel". UN-Generalsekretär António Guterres äußerte sich "zutiefst besorgt" und forderte, eine weitere Eskalation zu vermeiden.

Russland hatte am Montag neuerliche Angriffe auf Kiew angekündigt und Ausländer und Diplomaten aufgefordert, die ukrainische Hauptstadt zu verlassen. "Die Angriffe werden sowohl auf Entscheidungszentren als auch auf Kommandoposten zielen", hatte das russische Außenministerium erklärt. Über das Pfingstwochenende hatte die russische Armee zahlreiche Drohnen und Raketen auf die Ukraine und insbesondere auf Kiew abgefeuert.

Russland hatte der Ukraine zuvor vorgeworfen, eine Berufsschule in der von Russland besetzten Region Luhansk angegriffen und dabei 21 Menschen getötet zu haben. Der russische Präsident Wladimir Putin ordnete daraufhin Vergeltungsmaßnahmen an.

(W.Budayev--DTZ)

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