Deutsche Tageszeitung - USA greifen erneut den Iran an - Teheran meldet Vergeltungsschlag gegen US-Stützpunkt

USA greifen erneut den Iran an - Teheran meldet Vergeltungsschlag gegen US-Stützpunkt


USA greifen erneut den Iran an - Teheran meldet Vergeltungsschlag gegen US-Stützpunkt
USA greifen erneut den Iran an - Teheran meldet Vergeltungsschlag gegen US-Stützpunkt / Foto: © AFP/Archiv

Der Iran-Krieg droht trotz der eigentlich geltenden Waffenruhe erneut zu eskalieren: Bereits zum zweiten Mal in dieser Woche griffen die USA in der Nacht zum Donnerstag den Iran an. Dieser reagierte nach eigenen Angaben mit einem Vergeltungsschlag auf den US-Stützpunkt, von dem aus der Iran angegriffen worden sei.

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Bei den neuerlichen US-Angriffen wurden nach Angaben eines US-Regierungsvertreters im Süden des Irans unter anderem vier iranische Drohnen abgeschossen. "Zudem griffen die US-Streitkräfte einen iranischen Stützpunkt in Bandar Abbas an, von dem gerade eine fünfte Drohne gestartet werden sollte", erklärte der Regierungsvertreter. Die iranischen Drohnen hätten "eine Gefahr" für die Straße von Hormus dargestellt.

Die US-Angriffe seien "begrenzt und rein defensiv" gewesen, betonte der Regierungsvertreter, der anonym bleiben wollte. Ziel sei es gewesen, den derzeit geltenden Waffenstillstand "aufrecht zu erhalten". Iranische Medien berichteten von drei starken Explosionen in der Nähe von Bandar Abbas, einer Hafenstadt im Süden des Landes. Die Explosionen ereigneten sich demnach am Donnerstagmorgen gegen 01.30 Uhr (Ortszeit, 00.00 Uhr MESZ).

Als Vergeltung für nächtliche Angriffe auf sein Territorium attackierte der Iran dann kurz vor 05.00 Uhr nach Angaben des staatlichen Fernsehens einen US-Stützpunkt. "Nach der heutigen Aggression des feindlichen US-Militärs mit Luftgeschossen auf einen Ort am Rande des Flughafens Bandar Abbas wurde der US-Luftwaffenstützpunkt ins Visier genommen, der als Ausgangspunkt des Angriffs diente", zitierte das Fernsehen aus einer Erklärung der Revolutionsgarden.

Angaben zum Ort des US-Stützpunktes wurden nicht gemacht. Allerdings meldete das mit Washington verbündete Golfemirat Kuwait, in dem US-Soldaten stationiert sind, Drohnen- und Raketenangriffe auf sein Land. "Die kuwaitische Luftverteidigung bekämpft derzeit feindliche Raketen- und Drohnenangriffe", teilten die Streitkräfte des Landes im Onlinedienst X mit.

Eigentlich gilt im Iran-Krieg seit dem 8. April eine Waffenruhe, die Angriffe stellen eine schwere Belastungsprobe für die Bemühungen um ein endgültiges Ende der Kämpfe dar. US-Präsident Donald Trump hatte sich am Mittwoch unzufrieden mit dem Stand der Verhandlungen mit Teheran gezeigt. Er sei "nicht zufrieden" mit dem jüngsten Angebot des Irans für ein mögliches Abkommen, sagte er bei einer Kabinettssitzung im Weißen Haus. Wenn es nicht zu einer Einigung komme, müssten die USA "die Sache einfach zu Ende bringen", fügte er hinzu.

Teherans Revolutionsgarden betonten ihrerseits am Mittwoch ihre Kampfbereitschaft gegenüber den USA und Israel. "Die Streitkräfte halten sich bereit, mit vollen Magazinen", sagte Mohammed Achbarsadeh, ein ranghoher Vertreter der Marine der Revolutionsgarden.

Einer der größten Streitpunkte bei den Verhandlungen ist neben dem iranischen Atomprogramm die von Teheran weitgehend gesperrte Straße von Hormus. In dieser gaben die iranischen Streitkräfte laut dem staatlichen Fernsehen Warnschüsse auf vier Schiffe ab, welche die Straße von Hormus durchqueren wollten. Nachdem die Schiffe Warnungen ignoriert hätten, "wurden Warnschüsse auf sie abgegeben, was sie zur Umkehr zwang".

Der Iran blockiert die insbesondere für den Handel mit Öl und Flüssiggas immens wichtige Straße von Hormus seit Beginn des Krieges mit den USA und Israel Ende Februar weitestgehend. Die Blockade hat die Weltmärkte erschüttert und die Öl- und Spritpreise in die Höhe schießen lassen. Die USA verhängten ihrerseits eine Seeblockade gegen iranische Häfen.

In dem Streit verhängte das US-Finanzministerium nun Sanktionen gegen die vom Iran neu gegründete Behörde zur Kontrolle der Straße von Hormus. "Der jüngste Versuch des iranischen Militärs, den globalen Seehandel zu erpressen, ist ein Beweis dafür, dass die Economic Fury das Regime in eine verzweifelte Geldnot getrieben hat", erklärte Finanzminister Scott Bessent. Die Bezeichnung "Economic Fury" meint die Ausübung von großem wirtschaftlichen Druck auf den Iran - angelehnt an den Namen "Epic Fury", den die US-Regierung dem Militäreinsatz gegen den Iran verliehen hat.

Im Streit um die Meerenge drohte Trump zudem offenbar auch dem eigentlich mit Washington verbündeten Oman mit einem Angriff, sollte das Sultanat sich auf die Seite des Iran stellen. Oman müsse sich "benehmen", sagte Trump bei der Kabinettssitzung am Mittwoch. Andernfalls müssten die USA "sie in die Luft jagen". Oman hat im Iran-Krieg eine Vermittlerrolle inne.

(T.W.Lukyanenko--DTZ)

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