Deutsche Tageszeitung - "Maut" in Straße von Hormus: USA drohen Verbündetem Oman mit Sanktionen

"Maut" in Straße von Hormus: USA drohen Verbündetem Oman mit Sanktionen


"Maut" in Straße von Hormus: USA drohen Verbündetem Oman mit Sanktionen
"Maut" in Straße von Hormus: USA drohen Verbündetem Oman mit Sanktionen / Foto: © AFP

Die USA haben dem verbündeten Golfstaat Oman mit Sanktionen gedroht, sollte er sich bei der geplanten Wiederöffnung der Straße von Hormus auf die Seite des Iran stellen. US-Finanzminister Scott Bessent schrieb am Donnerstag im Onlinedienst X, die Vereinigten Staaten duldeten "keinen Versuch, ein Mautsystem in der Straße von Hormus einzuführen".

Textgröße ändern:

Bessent fuhr fort: "Insbesondere der Oman sollte wissen, dass das US-Finanzministerium alle Akteure – direkt oder indirekt – aggressiv ins Visier nehmen wird, die an der Erhebung von Mautgebühren in der Meerenge beteiligt sind."

Der Iran erhebt seit Ende April nach eigenen Angaben eine Gebühr, wenn Schiffe die von den Revolutionsgarden blockierte Straße von Hormus durchfahren wollen. Die USA werfen dem Oman vor, von der anderen Seite der Meerenge aus mit Teheran zusammenzuarbeiten.

US-Präsident Donald Trump hatte dem Oman am Mittwoch sogar mit einem Angriff gedroht, sollte das Sultanat bei der geplanten Wiederöffnung der Straße von Hormus nicht kooperieren. "Das sind internationale Gewässer, und Oman wird sich verhalten wie alle anderen, oder wir müssen sie in die Luft jagen", sagte Trump. Abschwächend fügte er hinzu: "Sie verstehen das, es wird ihnen gut ergehen."

Finanzminister Bessent machte in einer weiteren Kurzbotschaft zudem Druck auf den Iran. Die USA würden "beiden iranischen Fluggesellschaften den Zugang zu Landeplätzen, Betankung und Ticketverkauf entziehen", erklärte er. Dies zielt offenbar auf Länder wie den Oman, die Türkei und Saudi-Arabien ab, wo die iranischen Airlines anders als in den USA noch aktiv sind. Bessent schrieb weiter, die USA würden ihren wirtschaftlichen Druck auf den Iran nur dann mildern, wenn es ein "zufriedenstellendes Ergebnis" in den laufenden Verhandlungen über ein Kriegsende gebe.

(M.Dylatov--DTZ)

Empfohlen

USA und Iran weiten Angriffe deutlich aus - Zwei Tote laut iranischen Staatsmedien

Die USA und der Iran haben ihre militärische Konfrontation am Dienstag deutlich verschärft. US-Streitkräfte griffen nach eigenen Angaben erneut Ziele im Iran an, Teheran meldete daraufhin Raketen- und Drohnenschläge auf US-Stützpunkte in der Region. US-Präsident Donald Trump drohte mit noch "viel härteren" Angriffen. Bei einem US-Angriff auf ein Wohnhaus während einer Hochzeitsfeier wurden nach iranischen Behördenangaben zwei Menschen getötet.

Anschlagsversuch in Leipzig: AfD-Spitzenkandidat Siegmund fordert Diplomatie statt Sanktionen

Der AfD-Spitzenkandidat für die Landtagswahl in Sachsen-Anhalt, Ulrich Siegmund, hat nach dem mutmaßlich russischen Anschlagsversuch am Flughafen Leipzig Anfang August Diplomatie statt neuer Sanktionen gegen Russland gefordert. "Diplomatie. Miteinander reden", sagte Siegmund dem Portal "The Pioneer" am Rande einer Wahlkampfveranstaltung am Dienstag auf die Frage, welche Maßnahmen die Bundesregierung nun gegen Russland ergreifen solle. Es müsse gefragt werden, was der bisherige Kurs des Westens gegenüber Moskau in den vergangenen Jahren gebracht habe.

Anschlagsversuch in Leipzig: Paris unterstützt neue europäische Sanktionen gegen Russland

Nach dem mutmaßlich russischen Anschlagsversuch am Flughafen Leipzig Anfang August hat der französische Präsident Emmanuel Macron sich für ein verschärftes Vorgehen gegen Moskau ausgesprochen. Frankreich "unterstützt die Verabschiedung neuer europäischer Sanktionen gegen Russland", erklärte Macron am Dienstagabend im Onlinedienst X. Er sei "voll und ganz solidarisch mit Deutschland", fügte der französische Staatschef hinzu.

Sachsens Innenminister nennt Anschlagsversuch in Leipzig "Staatsterrorismus"

Sachsens Innenminister Armin Schuster (CDU) hat mit Blick auf den Anschlagsversuch auf den Leipziger Flughafen von "Staatsterrorismus" gesprochen und vor einer "neuen terroristischen Bedrohung" gewarnt. "Die deutschen Sicherheitsbehörden haben angesichts der Häufigkeit und Intensität von Angriffen wie am Leipziger Flughafen eine neue Gefährdungslage zu bewältigen, weil diese Anschläge eine gänzlich neue terroristische Bedrohung darstellen, die man klar als Staatsterrorismus benennen und bekämpfen muss", sagte Schuster den Zeitungen der Funke Mediengruppe (Mittwochsausgaben).

Textgröße ändern: