Deutsche Tageszeitung - Richter: Trumps Name muss von Kennedy Center weichen - Präsident wirft wütend hin

Richter: Trumps Name muss von Kennedy Center weichen - Präsident wirft wütend hin


Richter: Trumps Name muss von Kennedy Center weichen - Präsident wirft wütend hin
Richter: Trumps Name muss von Kennedy Center weichen - Präsident wirft wütend hin / Foto: © AFP

Heftige Justizklatsche für US-Präsident Donald Trump: Sein Name muss auf Geheiß der Justiz vom renommierten Kennedy Center in Washington verschwinden. Eine von Trump vorgenommene Hinzufügung seines Namens sei rechtswidrig, nur der US-Kongress habe das Recht zur Umbenennung, erklärte am Freitag ein Bundesrichter. Der Präsident reagierte empört und kündigte seinen kompletten Rückzug aus der seiner Meinung nach "sterbenden" Institution an.

Textgröße ändern:

Richter Christopher Cooper ordnete an, dass Trump seinen Namen binnen zwei Wochen von der Fassade des einst renommierten Kulturzentrums entfernen lassen müsse. Er stoppte zudem vorerst den Plan des Präsidenten, die Einrichtung ab dem Nationalfeiertag am 4. Juli für zwei Jahre zu schließen. Trump hatte den Schritt mit umfangreichen Renovierungsarbeiten begründet.

Nach seinem Amtsantritt vor rund 16 Monaten hatte Trump die Leitung des Kennedy Centers entlassen und ein neues Direktorium unter seinem Vorsitz eingesetzt. Dieses beschloss dann im Dezember, Trumps Namen auf der Fassade über den des früheren Präsidenten John F. Kennedy zu setzen. Auf der Fassade steht seitdem: "Das Donald J. Trump und das John F. Kennedy Gedenkzentrum für die darstellenden Künste."

Trump attackierte die Entscheidung des Richters. Dieser "und die radikale Linke ziehen es vor, dass (das Kennedy Center) stirbt, anstatt zu erleben, wie Präsident Trump es in etwas verwandelt, worauf jeder hätte stolz sein können".

Zugleich erklärte der Republikaner, dass er vom Vorsitz des von ihm eingesetzten Direktoriums zurücktrete: "Solange es mir nicht freisteht, das zu tun, was ich besser kann als jeder andere - diese Institution physisch, finanziell und künstlerisch wieder aufzubauen - habe ich keinerlei Interesse daran, einen Weg fortzusetzen, der nur eine hoffnungslose Reise ins 'Nimmerland' wäre", schrieb Trump in seinem Onlinedienst. Er kündigte zugleich an, die Kontrolle über das Center an den Kongress übergeben zu wollen.

Nach der Ermordung von Präsident Kennedy 1963 war das Kulturzentrum zu seinen Ehren in Washington errichtet und 1971 eröffnet worden. Trump hatte es nach seiner Wiederwahl als linke, "woke" Institution bezeichnet und ein "patriotisches" Kulturprogramm angekündigt.

Als Reaktion sagten allerdings zahlreiche Künstlerinnen und Künstler ihre Auftritte ab. US-Medien zufolge fiel der Kartenverkauf auf den niedrigsten Stand seit der Corona-Pandemie. Trump-Kritiker hatten befürchtet, er könnte das Kennedy Center nach der nun aber vom Richter suspendierten Schließung entweder abreißen lassen oder für andere Zwecke umwidmen.

(T.W.Lukyanenko--DTZ)

Empfohlen

Bundesregierung sieht Moskau hinter Anschlagsversuch in Leipzig zu und verhängt neue Strafmaßnahmen

Die Bundesregierung hat Moskau für den versuchten Sprengstoffanschlag am Leipziger Flughafen verantwortlich gemacht und neue Strafmaßnahmen gegen Russland angekündigt. "Zusammen betrachtet belegen polizeiliche Ermittlungen, Tatmuster und nachrichtendienstliche Erkenntnisse eine russische Verantwortung für den versuchten Anschlag am Flughafen Leipzig", sagte Bundesinnenminister Alexander Dobrindt (CSU) am Dienstag bei einem gemeinsamen Pressestatement mit Bundesaußenminister Johann Wadephul (CDU) in Berlin. "Die Bundesregierung kommt deswegen zum Schluss, dass Russland den hybriden Angriff in Leipzig am 4. August zu verantworten hat."

Iran bietet USA Rückkehr zu Vereinbarung an - Angriffe in Straße von Hormus

Der Iran ist nach eigenen Angaben zur Einhaltung der im Juni mit den USA geschlossenen Vereinbarung zur Beendigung des Krieges bereit - allerdings nur, wenn Washington seinerseits zu seinen Verpflichtungen zurückkehrt. Teheran werde dann "umgehend entsprechende Maßnahmen" ergreifen, sagte Präsident Massud Peseschkian am Dienstag bei einem Gipfeltreffen in Kirgistan. Zugleich verschärfte sich die Lage in der Straße von Hormus weiter: Zwei Öltanker wurden beim Verlassen der Meerenge von Geschossen unbekannter Herkunft getroffen.

Angriff mit selbstgebauten Flugkörpern auf Umspannwerk an Kraftwerk in Brandenburg

Unbekannte haben am Dienstag einen Angriff auf ein Umspannwerk am Kohlekraftwerk Jänschwalde im Süden Brandenburgs verübt. Die Täter hätten versucht, "leitfähiges Material" in Höchstspannungsleitungen zu bringen, um einen Kurzschluss zu verursachen, sagte Innenminister Jan Redmann (CDU) nach einem Besuch vor Ort. Dies sei in zwei Fällen gelungen. Laut Netzbetreiber 50Hertz kamen dafür "selbstgebaute Flugkörper, die handelsüblichen Silvesterraketen ähneln" zum Einsatz.

G20: Europäer warnen USA vor Einladung Russlands - Kommt Putin nach Miami?

Lädt US-Präsident Donald Trump den russischen Staatschef Wladimir Putin zum G20-Gipfel nach Miami im Dezember ein? Die Europäer haben die USA vor solchen Plänen gewarnt. EU-Wirtschaftskommissar Valdis Dombrovskis sagte am Dienstag am Rande des G20-Finanzministertreffens in Asheville im US-Bundesstaat North Carolina, es sei "nicht der richtige Zeitpunkt", die Beziehungen zu Russland zu "normalisieren".

Textgröße ändern: