Deutsche Tageszeitung - Hegseth: USA wünschen sich "stabiles Gleichgewicht" mit China in Asien

Hegseth: USA wünschen sich "stabiles Gleichgewicht" mit China in Asien


Hegseth: USA wünschen sich "stabiles Gleichgewicht" mit China in Asien
Hegseth: USA wünschen sich "stabiles Gleichgewicht" mit China in Asien / Foto: © AFP

US-Verteidigungsminister Pete Hegseth hat bei einem wichtigen Verteidigungsforum in Singapur Kritik an Chinas Aufrüstung und zugleich das Interesse seines Landes an einem "wirklich stabilen Gleichgewicht" in Asien geäußert. "Wenn wir uns die Region heute anschauen, gibt es berechtigten Alarm hinsichtlich Chinas historischem Ausbau des Militärs und der Expansion seiner Militäraktivitäten in der Region und darüber hinaus", sagte Hegseth am Samstag in einer Rede beim Shangri-La-Dialog, bei dem Verteidigungspolitiker und -experten aus rund 45 Ländern zu Gast sind.

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Die USA sind nach Hegseths Angaben nicht an einer "unnötigen Konfrontation in der Region" interessiert, sondern an einem Gleichgewicht in Asien, "das für die Amerikaner wie auch für unsere Verbündeten funktioniert". Dies bedeute "ein günstiges, aber dauerhaftes Gleichgewicht der Kräfte, bei dem kein Staat, auch nicht China, seine Vorherrschaft auferlegen und die Sicherheit oder den Wohlstand unserer Nation und die unserer Verbündeten in Frage stellen darf".

Der Pentagon-Chef versicherte, die Vereinigten Staaten bemühten sich um eine "respektvolle" Beziehung zu China, und fügte hinzu: "Ich wünschte, mein Amtskollege wäre auf dieser Konferenz, aber ich freue mich auf andere Möglichkeiten, bei denen wir uns begegnen können." China hat das zweite Jahr in Folge nicht seinen Verteidigungsminister Dong Jun zum Shangri-La-Dialog geschickt, sondern eine Delegation aus Militärexperten aus Praxis und Forschung.

US-Präsident Donald Trump hatte im Mai Peking besucht und dort Gespräche mit Staatschef Xi Jinping geführt. Er sprach danach von "fantastischen" Handelsgesprächen, nannte aber nur wenige Details, und deutete später an, die USA könnten ihre Waffenverkäufe an das demokratisch regierte Taiwan als Faustpfand in den Verhandlungen mit Peking nutzen.

Dies nährte Befürchtungen, dass Trump bei der Unterstützung Taipehs nachlassen könnte. China betrachtet Taiwan als abtrünnige Provinz, die notfalls mit militärischen Mitteln wieder mit dem Festland vereint werden soll.

Hegseth sagte dazu in Singapur, die US-Beziehungen zu Taiwan seien unverändert, aber "jegliche Entscheidungen über künftige Waffenverkäufe an Taiwan" lägen bei Präsident Trump.

Hegseths Rede unterschied sich deutlich von seinen Äußerungen beim Shangri-La-Dialog im vergangenen Jahr. Damals hatte er von China ein Bild gezeichnet als potenzielle unmittelbare Sicherheitsbedrohung und die US-Kapazitäten bei der Abschreckung betont.

Hegseths diesjährige Äußerungen sein "viel moderater" gewesen, sagte der chinesische Delegierte und Direktor des Zentrums für internationale Sicherheit und Strategie der Pekinger Tsinghua-Universität, Da Wei. Zugleich bezeichnete er die Darstellung des US-Verteidigungsministers als "ironisch": "Jeder im Raum muss gedacht haben: Wer ist denn hier ein Hegemon?" Angesichts des Vorgehens der USA im Iran und in Venezuela sei die Antwort doch "jedem klar".

Die US-Delegierte Tammy Duckworth, eine demokratische Senatorin und entschiedene Kritikerin von Trump, sagte, sie sei "etwas verstört" wegen Hegseths übertrieben beschwichtigenden Tons gegenüber China. "Ich habe die Sorge, dass diese Regierung von Kriegen abgelenkt ist, die sie in anderen Teilen der Welt angefangen hat, auf Kosten unseres Engagements hier im Indopazifik-Raum", fügte sie hinzu.

Die Verbündeten in der Region rief Hegseth auf, mehr Geld in ihre Verteidigung zu stecken. Als positive Beispiele nannte er Südkorea, Japan, Australien und die Philippinen. Zugleich formulierte er eine Warnung an andere Länder, dass bei ihrer Landesverteidigung "die Freifahrt auf Kosten der Großzügigkeit der amerikanischen Steuerzahler" vorbei sei.

(V.Korablyov--DTZ)

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