Deutsche Tageszeitung - FDP-Parteitag debattiert über "Brandmauer" - Kritik an Kubickis Haltung

FDP-Parteitag debattiert über "Brandmauer" - Kritik an Kubickis Haltung


FDP-Parteitag debattiert über "Brandmauer" - Kritik an Kubickis Haltung
FDP-Parteitag debattiert über "Brandmauer" - Kritik an Kubickis Haltung / Foto: © AFP

Beim FDP-Bundesparteitag ist Kritik an der Haltung des designierten Vorsitzenden Wolfgang Kubicki zum Umgang mit der AfD laut geworden. Der frühere FDP-Bundestagsabgeordnete Konstantin Kuhle zeigte sich am Samstag in seiner Rede vor den Delegierten in Berlin "verwundert" darüber, dass Kubicki und sein designierter Generalsekretär Martin Hagen eine Debatte über eine Abkehr von der "Brandmauer" - also der konsequenten Ausgrenzung der AfD in den Parlamenten - losgetreten hätten.

Textgröße ändern:

"Es gibt Leute, die maximal irritiert sind über unsere Diskussion über die AfD", sagte Kuhle. "Es darf keine indirekte und direkte Zusammenarbeit mit der AfD geben", forderte der niedersächsische FDP-Politiker. Dafür erhielt Kuhle starken Beifall der Delegierten.

Die Ex-Bundestagsabgeordnete Carina Konrad aus Rheinland-Pfalz mahnte, liberale Politik bedeute nicht, "über gemeinsame Mehrheiten mit dem rechten Rand zu spekulieren". Konrad kritisierte den Umstand, dass der 74-jährige Kubicki ohne Gegenkandidat für den Parteivorsitz antritt. "Die Zukunft unserer Partei liegt nicht in der Vergangenheit", sagte sie.

Der brandenburgische FDP-Generalsekretär Matti Karstedt warnte vor einer "gut gemeinten, aber brandgefährlichen Normalisierung des Unnormalen" in Deutschland. Vor dem Parteitag habe sich der Eindruck festgesetzt, dass es die FDP "nicht mehr so genau nimmt" mit der Abgrenzung zur AfD, kritisierte Karstedt. Die Strategie, die AfD durch Einbindung zu entzaubern, werde nicht aufgehen: "Die liberale Demokratie leidet mit jedem Tag, an dem Extremisten die Institutionen unterwandern können."

Kubicki und Hagen hatten vor dem Parteitag klargestellt, dass sie eine Abkehr von der "Brandmauer"-Strategie befürworten - Hagen bezeichnete diese Strategie als "Popanz". Die beiden Liberalen betrachten die AfD zwar als Gegner der FDP und wollen nicht mit ihr zusammenarbeiten. Sie lehnen es aber nicht grundsätzlich ab, dass in Parlamenten gemeinsame Mehrheiten mit der AfD zustandekommen, wenn inhaltlich die Positionen der FDP berücksichtigt werden.

(P.Vasilyevsky--DTZ)

Empfohlen

Burnham "offen" für Entschuldigung für britische Rolle im Sklavenhandel

Der britische Premierminister Andy Burnham ist nach eigenen Worten "offen" für eine formelle Entschuldigung für die britische Rolle im früheren transatlantischen Sklavenhandel. "Ich möchte mein Bedauern und mein Mitgefühl für den Schmerz und das Leid so vieler Millionen Menschen ausdrücken", schrieb Burnham am Samstag in einem Gastbeitrag im "Guardian". Reparationen schloss Burnham aber ausdrücklich aus.

Linken-Parteitag: Eralp gibt nach "Angst"-Bericht "Schutzversprechen"

Die Berliner Linken-Spitzenpolitikerin Elif Eralp hat nach dem "Spiegel"-Bericht über ihre Angst vor Hamas-Sympathisanten ein "Schutzversprechen" für die Menschen in Berlin abgegeben. "Ich möchte eine Politik für alle Menschen machen, denn jeder verdient ein gutes Leben in Sicherheit und in Würde", sagte Eralp am Samstag auf einem Linken-Landesparteitag in Berlin. Dieser soll die Koalitionsverhandlungen der Linken mit Grünen und SPD beschließen.

Protesttag in Frankreich: Streit um Route von zentralem Demonstrationszug in Paris

Unmittelbar vor neuen angekündigten Großkundgebungen gegen hohe Lebenshaltungskosten am Samstag in Frankreich gibt es Streit um die Route des zentralen Demonstrationszugs in der Hauptstadt Paris. Die gerichtliche Verlegung der Streckenführung sei eine "schwerwiegende Infragestellung unserer Rechte", erklärte der Studierendenverband Fage. Die Interessenvertretung der Studierenden werde sich nun beraten, um über das weitere Vorgehen zu entscheiden.

Parteitag der Linken in Berlin: Eralp sieht ihre Partei geeint

Vor dem Landesparteitag der Berliner Linken sieht Spitzenkandidatin Elif Eralp ihre Partei geeint. Sie glaube, "dass die Partei mit ganz, ganz großer Mehrheit sich hinter mich stellen wird", sagte Eralp am Samstagmorgen dem Sender rbb24 Inforadio. "Ich habe Aufrufe von vielen, vielen Menschen aus der Partei bundesweit, dass sie zu 100 Prozent hinter mir stehen und mich unterstützen auf dem Weg ins Rote Rathaus."

Textgröße ändern: