Deutsche Tageszeitung - Strack-Zimmermann kandidiert auf FDP-Parteitag überraschend gegen Kubicki

Strack-Zimmermann kandidiert auf FDP-Parteitag überraschend gegen Kubicki


Strack-Zimmermann kandidiert auf FDP-Parteitag überraschend gegen Kubicki
Strack-Zimmermann kandidiert auf FDP-Parteitag überraschend gegen Kubicki / Foto: © AFP

Beim Bundesparteitag der FDP kommt es überraschend zu einer Kampfabstimmung um den Parteivorsitz. Die Europapolitikerin Marie-Agnes Strack-Zimmermann erklärte sich am Samstag bereit, gegen Wolfgang Kubicki anzutreten, der bislang der einzige Kandidat war. Die Verteidigungspolitikerin begründete ihre Kandidatur damit, dass die FDP einen neuen Aufbruch benötige, den sie besser verkörpern könne als Kubicki. Scharfe Kritik übte Strack-Zimmermann an Überlegungen von Kubicki, die "Brandmauer" zur AfD in Frage zu stellen.

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"In Teilen der Partei macht sich nun gerade nicht die Aufbruchstimmung breit, die es braucht", sagte Strack-Zimmermann. Die Hoffnung in der Partei auf einen "Wettbewerb von Ideen und Konzepten" sei "jäh enttäuscht" worden. Strack-Zimmermann räumte ein, dass ihre Kampfkandidatur der Geschlossenheit der FDP zunächst abträglich sein könnte. Es könne aber "keine Einigkeit auf einem faulen Burgfrieden" entstehen, sagte sie.

Sie wolle die FDP "zu einem Bollwerk in der Mitte" machen - "gegen den Verdruss, gegen rechte und linke Populisten", sagte sie und fügte mit Blick auf Kubickis AfD-Pläne an: "Mir ist keine Konstellation im Bund oder in den Ländern bekannt, in der die FDP derzeit ernsthaft über die Frage debattieren müsste, wie sie es mit der AfD hält." Die FDP könne dadurch zwar "Applaus und das Schulterklopfen von reaktionären Stammtischen" bekommen, gewählt werde sie aber deswegen nicht.

Strack-Zimmermanns Rede wurde von starkem Beifall, aber zeitweise auch von Buh-Rufen und höhnischem Gelächter begleitet. Der 74-jährige Kubicki gilt in der FDP als Rechtsliberaler, die 68-jährige Strack-Zimmermann steht eher für eine sozialliberale Ausrichtung und ist im Europaparlament Vorsitzende des Verteidigungsausschusses. Die beiden gelten parteiintern seit langem als Kontrahenten.

Die Abstimmung der Delegierten soll am Samstagnachmittag in geheimer Wahl stattfinden. Kubicki begrüßte in einer ersten Reaktion die Gegenkandidatur. "Meine Danksagung geht an Marie-Agnes Strack-Zimmermann, weil ich froh darüber bin, dass die beiden alten Schlachtrösser jetzt ins Geschirr gehen", sagte er in seiner Bewerbungsrede für den Parteivorsitz.

(G.Khurtin--DTZ)

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