Deutsche Tageszeitung - Tausende Menschen protestieren in Hamm gegen Bau von Gaskraftwerken

Tausende Menschen protestieren in Hamm gegen Bau von Gaskraftwerken


Tausende Menschen protestieren in Hamm gegen Bau von Gaskraftwerken
Tausende Menschen protestieren in Hamm gegen Bau von Gaskraftwerken / Foto: © AFP

Tausende Menschen haben am Samstag in Hamm gegen die Energiepolitik der Bundesregierung und den Bau neuer Gaskraftwerke protestiert. Rund 2000 von ihnen formten laut Organisatoren in der Nähe des Gaskraftwerks Gersteinwerk ein bewegliches Windrad und stellten demnach einen Weltrekord auf. Die Umweltorganisation Greenpeace sprach von insgesamt 5000 Teilnehmern an den Kundgebungen unter dem Motto "Zukunft statt Gas - Energiewende verteidigen", die Polizei von 2700.

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Eine Polizei-Sprecherin sagte, die Proteste seien "überwiegend friedlich" verlaufen. Die Polizei hatte im Vorfeld Kräfte aus ganz Nordrhein-Westfalen zusammengezogen.

Zu den Protestaktionen hatten die Organisationen Greenpeace, Campact, Fridays for Future und BUND aufgerufen. Anlass waren die Pläne von Wirtschaftsministerin Katherina Reiche (CDU), neue Gaskraftwerke zu bauen.

Die Organisatoren forderten einen sofortigen Kurswechsel in der aktuellen Energiepolitik, "weg von fossilem Gas und hin zu einer konsequenten, sozial gerechten Energiewende", wie Greenpeace mitteilte. Nach Ansicht des Bündnisses setzt Reiche "falsche energiepolitische Prioritäten": Statt den Ausbau erneuerbarer Energien entschlossen voranzutreiben, würden zentrale Fortschritte der Energiewende ausgebremst und Milliardenbeträge in klimaschädliche fossile Infrastruktur investiert.

Seit mehreren Tagen gibt es in Hamm auch ein "Klimacamp", das noch bis Dienstag im Lippepark stattfindet. Die Organisation Ende Gelände berichtete am Samstagmorgen, ein Teil der Protestteilnehmer werde von der Polizei festgehalten und warf dieser vor, repressiv gegen friedlichen Protest vorzugehen. An weiteren Orten in Nordrhein-Westfalen kam es am Freitag zu Blockaden. Rund 200 Aktivisten drangen auf das Gelände des Kraftwerks Scholven in Gelsenkirchen ein.

(N.Loginovsky--DTZ)

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