Deutsche Tageszeitung - Bürger in Guinea wählen neues Parlament - Opposition boykottiert Urnengang

Bürger in Guinea wählen neues Parlament - Opposition boykottiert Urnengang


Bürger in Guinea wählen neues Parlament - Opposition boykottiert Urnengang
Bürger in Guinea wählen neues Parlament - Opposition boykottiert Urnengang / Foto: © AFP/Archiv

Fünf Jahre nach dem Militärputsch in Guinea haben die Bürger in dem westafrikanischen Land am Sonntag ein neues Parlament und neue Kommunalvertretungen gewählt. Es wird erwartet, dass fast alle Abgeordneten dem Lager von Präsident Mamady Doumbouya angehören werden, weil die Regierung im März zahlreiche Oppositionsparteien aufgelöst hatte. Die Opposition und zivilgesellschaftliche Gruppen hatten deshalb zu einem Boykott des Urnengangs aufgerufen.

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Im Jahr 2021 hatte der damalige General Doumbouya im Rahmen eines Militärputsches die Macht in dem Land übernommen. Zunächst hatte er versprochen, die Kontrolle nach einer Übergangsphase an eine zivile Regierung abzugeben. Im vergangenen Dezember ließ er sich allerdings ohne nennenswerte Gegenkandidaten für sieben Jahre zum Präsidenten wählen.

Die Regierung hatte in den vergangenen Jahren zahlreiche politische Parteien aufgelöst, Demonstrationen verboten und Oppositionelle inhaftiert. Menschenrechtsaktivisten berichteten zudem von Entführungen von Dissidenten. Die Opposition hatte deshalb von einer "Wahlfarce" gesprochen und vor der Errichtung einer "neuen Diktatur" gewarnt.

Reportern der Nachrichtenagentur AFP in der Hauptstadt Conakry zufolge verlief der Wahlkampf friedlich, aber ohne große Begeisterung. Am Wahltag sagte die 18-jährige Mariatou Diallo, sie habe keine Ahnung, für wen sie stimmen solle. Der 23 Jahre alte Student Alassane Barry erklärte, alle Kandidaten seien ihm unbekannt.

(V.Sørensen--DTZ)

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