Deutsche Tageszeitung - Inmitten von Gewalt: Kolumbianer wählen neuen Präsidenten

Inmitten von Gewalt: Kolumbianer wählen neuen Präsidenten


Inmitten von Gewalt: Kolumbianer wählen neuen Präsidenten
Inmitten von Gewalt: Kolumbianer wählen neuen Präsidenten / Foto: © AFP

In Kolumbien haben die Menschen am Sonntag bei der ersten Runde der Präsidentschaftswahl abgestimmt. Der Urnengang gilt als Richtungswahl: Die Bürger in dem südamerikanischen Land waren aufgerufen, sich inmitten zunehmender Gewalt zwischen einen linken Kandidaten und dessen rechtsgerichteten Rivalen zu entscheiden. Eine Stichwahl zwischen dem linken Senator Iván Cepeda und dem rechtsgerichteten Anwalt Abelardo de la Espriella in drei Wochen gilt als wahrscheinlich.

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Cepeda erzielte zuletzt in Umfragen hohe Zustimmungswerte. De la Espriella liegt demnach knapp vor der zweiten rechten Kandidatin, der Senatorin Paloma Valencia.

Cepeda will den Kurs des scheidenden Amtsinhabers Gustavo Petro fortsetzen, des ersten linken Präsidenten in der Geschichte des südamerikanischen Landes. Petro darf laut Verfassung nicht erneut antreten. Für einen Sieg in der ersten Runde sind mehr als die Hälfte der abgegebenen Stimmen notwendig.

Überschattet wird die Wahl von einem deutlichen Anstieg der Gewalt. Während Petros vierjähriger Amtszeit sank die Arbeitslosigkeit, der Mindestlohn stieg um 75 Prozent. Doch trotz Verhandlungen der Regierung mit den Guerilla- und paramilitärischen Gruppen des Landes verschlechterte sich die Sicherheitslage deutlich. Kolumbien leidet seit Jahrzehnten unter bewaffneten Konflikten, an denen neben der Armee und linken Guerillagruppen auch rechte Paramilitärs und Drogenbanden beteiligt sind.

(L.Barsayjeva--DTZ)

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