Deutsche Tageszeitung - Frankreich setzt im Atlantik mit Verbündeten erneut Öltanker fest

Frankreich setzt im Atlantik mit Verbündeten erneut Öltanker fest


Frankreich setzt im Atlantik mit Verbündeten erneut Öltanker fest
Frankreich setzt im Atlantik mit Verbündeten erneut Öltanker fest / Foto: © Marine Nationale/AFP/Archiv

Die französische Marine hat im Atlantik erneut einen aus Russland kommenden Öltanker festgesetzt. Der Tanker "Tagor" sei am Sonntagmorgen in internationalen Gewässern mit Unterstützung Großbritanniens und weiterer Partner gestoppt worden, erklärte Frankreichs Präsident Emmanuel Macron am Montag. Es war die vierte Festsetzung dieser Art durch Frankreich im Kampf gegen die sogenannte russische Schattenflotte.

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"Es ist inakzeptabel, dass Schiffe internationale Sanktionen umgehen, das Seerecht verletzen und den Krieg finanzieren, den Russland seit mehr als vier Jahren gegen die Ukraine führt", erklärte Macron im Onlinedienst X. Er postete zugleich ein kurzes Video, auf dem zu sehen ist, wie ein Mensch von einem Hubschrauber auf das Deck eines Schiffes abgeseilt wird.

Der russische Kapitän des Schiffes habe zunächst die Aufforderung der französischen Marine ignoriert, erklärte der Staatsanwalt von Brest, Stéphane Kellenberger. Die Staatsanwaltschaft ermittle wegen fehlenden Nachweises der Nationalität des Schiffes und der Weigerung, einer Aufforderung Folge zu leisten.

Der Kreml bezeichnete das Aufbringen des Tankers durch die französische Marine als "illegale Aktion, die an internationale Piraterie grenzt". Russland werde seinerseits Maßnahmen ergreifen, um seine Frachtschiffe zu schützen, sagte Kreml-Sprecher Dmitri Peskow.

Das Schiff war unter kamerunischer Flagge vom russischen Murmansk Richtung Kamerun unterwegs. Die Nationalität der 23 Besatzungsmitglieder war zunächst nicht bekannt.

Der Tanker soll in den kommenden 24 bis 48 Stunden zu einem Ankerplatz begleitet werden, damit die Kontrollen fortgesetzt werden können, teilte die für den Atlantik zuständige Präfektur mit. "Die Prüfung der Dokumente hat die Zweifel an der Unregelmäßigkeit der geführten Flagge bestätigt", erklärte die Präfektur.

Der Tanker steht unter Verdacht, unter Umgehung der internationalen Sanktionen russisches oder iranisches Öl zu transportieren. Laut der Website Opensanctions.org soll er mit dem iranischen Öl-Magnaten Mohammed Hossein Schamchani in Verbindung stehen, dem Sohn von Ali Schamchani. Der frühere Berater des Ayatollahs Ali Chamenei war gemeinsam mit ihm bei einem US-israelischen Angriff im Februar getötet worden.

"Das Schiff war bekannt und stand unter Beobachtung", sagte der Sprecher der Präfektur, Guillaume Le Rasle. Zum Zeitpunkt seiner Kontrolle durch die französische Marine sei er nahezu unbeladen gewesen.

Frankreich hatte zuletzt im März einen Tanker aus der russischen Schattenflotte festgesetzt. Das im Mittelmeer festgesetzte Schiff "Deyna" hatte im April nach Zahlung einer Geldsumme seine Fahrt fortgesetzt. Die französische Regierung hatte damals angekündigt, die Strafen für das Fahren unter falscher Flagge zu verdoppeln.

Mit den oft veralteten und unter fremder Flagge fahrenden Schiffen dieser Flotte umgeht Russland nach Überzeugung westlicher Staaten unter anderem Sanktionen gegen seine Ölexporte. Nach französischen Angaben zählen 800 bis 1000 Schiffe zur Schattenflotte.

(U.Kabuchyn--DTZ)

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