Deutsche Tageszeitung - AOK: Mehr als zwei Drittel der Kinderkrankentage werden von Frauen genommen

AOK: Mehr als zwei Drittel der Kinderkrankentage werden von Frauen genommen


AOK: Mehr als zwei Drittel der Kinderkrankentage werden von Frauen genommen
AOK: Mehr als zwei Drittel der Kinderkrankentage werden von Frauen genommen / Foto: © AFP/Archiv

Die Betreuung von Kindern im Krankheitsfall ist einer Auswertung der Krankenkasse AOK zufolge weiterhin überwiegend Frauensache. So wurden 73 Prozent der Kinderkrankentage im Jahr 2025 von weiblichen AOK-Mitgliedern beantragt, wie die Krankenkasse am Montag in Berlin mitteilte. Der Anteil der Männer lag lediglich bei 27 Prozent. Am geringsten war der Männeranteil mit 23 Prozent in Bayern, am höchsten in Sachsen mit 31 Prozent.

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Die Zahlen zeigten, wie ungleich Care-Arbeit in Familien weiterhin verteilt sei, erklärte die Vorsitzende des AOK-Bundesverbands, Carola Reimann. "Eltern sollten frei entscheiden können, wer das kranke Kind zu Hause betreut und wer arbeiten geht", betonte sie. Sie würde sich aber wünschen, dass diese Aufgabe nicht automatisch in großen Teilen Frauensache bleibe.

Der rechtliche Anspruch auf Kinderkrankentage besteht seit 1974 und richtet sich nach der Zahl der Kinder. In einer Familie mit einem Kind hat derzeit etwa jeder Elternteil Anspruch auf 15 Arbeitstage Kinderkrankengeld. Dieses geht allerdings mit Lohneinbußen einher: Aktuell bekommen Eltern an diesen Tagen 90 Prozent des ausgefallenen Nettogehalts über die Krankenkassen ausbezahlt.

Insgesamt meldeten sich im vergangenen Jahr 4,6 Prozent der AOK-Versicherten mindestens einmal als "Kind krank". Das war etwas weniger als 2024. Den Höchststand hatte die Krankenkasse während des Höhepunkts der Coronapandemie im Jahr 2022 verzeichnet.

(M.Travkina--DTZ)

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