Deutsche Tageszeitung - Ende der "Nickeligkeiten": Kubicki will keinen Zoff mehr mit Strack-Zimmermann

Ende der "Nickeligkeiten": Kubicki will keinen Zoff mehr mit Strack-Zimmermann


Ende der "Nickeligkeiten": Kubicki will keinen Zoff mehr mit Strack-Zimmermann
Ende der "Nickeligkeiten": Kubicki will keinen Zoff mehr mit Strack-Zimmermann / Foto: © AFP/Archiv

Der neu gewählte FDP-Chef Wolfgang Kubicki will den öffentlichen Streit mit seiner Kontrahentin Marie-Agnes Strack-Zimmermann nicht auf die Spitze treiben. Bei einem Treffen am Montag in Berlin hätten sich beide darauf verständigt, "dass die Fortsetzung der Nickeligkeiten in der deutschen Öffentlichkeit die Ahnung hinterlassen würde, zwischen uns würde es nicht stimmen", sagte Kubicki dem Sender Welt TV.

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Der Eindruck eines Zerwürfnisses sei falsch, sagte Kubicki. "Ich kenne keinen politischen Punkt, wo Marie-Agnes Strack-Zimmermann und ich unterschiedlicher Auffassungen sind." Bei der Begegnung am Montag im FDP-Präsidium hätten Strack-Zimmermann und er sich nun "nett auseinanderklamüsert".

Die FDP-Politikerin war auf dem Bundesparteitag am Wochenende überraschend gegen Kubicki bei der Wahl zum Parteivorsitz angetreten. Kubicki wurde mit knapp 60 Prozent gewählt, Strack-Zimmermann unterlag mit knapp 40 Prozent. Nach der hart umkämpften Abstimmung verzichteten beide auf ein öffentliches Signal der Aussöhnung.

Kubicki reagierte vielmehr sehr scharf auf Strack-Zimmermanns Kritik. "Marie-Agnes, Du hast nur 40 Prozent - und jetzt weißt Du, wo der Hammer hängt", sagte Kubicki der "Bild". "Wenn Du die FDP in die Bedeutungslosigkeit führen willst, dann mach genauso weiter."

Die Angesprochene postete daraufhin am Montagmorgen im Netzwerk X das Foto eines Hammers und schrieb dazu scherzhaft, sie habe Kubickis Hammer an sich genommen: "Ich möchte ja nicht, dass Du Dir versehentlich weh tust."

Kubicki wollte diesen Seitenhieb allerdings nicht unkommentiert auf sich sitzen lassen. Es sei gar nicht so leicht, "mit einem Gummihammer liberale Nägel einzuschlagen", sagte er zu Welt TV mit Bezug auf das Hammer-Foto. "Ich habe das mal versucht, mit einem Gummihammer liberale Nägel einzuschlagen, überhaupt Nägel einzuschlagen, und bin gnadenlos gescheitert."

Der neue FDP-Chef machte aber auch klar, dass er kritische Äußerungen seiner Kontrahentin aushalten werde: "Ich bin der Letzte, der Marie-Agnes Strack-Zimmermann zur Zurückhaltung auffordern dürfte, weil ich ja selbst jemand bin, der nicht zurückhaltend ist."

FDP-Vize Henning Höne appellierte am Montag an Kubicki und Strack-Zimmermann, ihre öffentliche Schlammschlacht über die künftige Ausrichtung der Partei zu beenden. "Der Parteitag hat eine Entscheidung getroffen, und diese Entscheidung gilt", sagte Höne der "Rheinischen Post" (Dienstagsausgabe). Die neue FDP-Führung müsse "die Partei zu 100 Prozent zusammenführen".

"Für mich ist selbstverständlich: Wer Wettbewerb gewinnt, muss danach Signale der Integration senden. Wer Wettbewerb verliert, muss signalisieren, dass er integriert werden will", betonte dazu NRW-Parteichef Höne, der seine Kandidatur für den Parteivorsitz zu Gunsten Kubickis zurückgezogen hatte. Nach dem Parteitag werde nun genau das passieren.

Der neue Generalsekretär Martin Hagen wies Berichte über einen Richtungsstreit bei den Liberalen zurück. Kubicki und Strack-Zimmermann seien sich in 90 Prozent aller Fragen einig, sagte Hagen im Deutschlandfunk. Dort, wo sie unterschiedliche Akzente setzten, hätten die Delegierten eine Richtungsentscheidung getroffen.

(A.Stefanowych--DTZ)

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