Deutsche Tageszeitung - 13 Tote bei massiven russischen Angriffen auf Kiew und andere Städte

13 Tote bei massiven russischen Angriffen auf Kiew und andere Städte


13 Tote bei massiven russischen Angriffen auf Kiew und andere Städte
13 Tote bei massiven russischen Angriffen auf Kiew und andere Städte / Foto: © AFP

Bei massiven russischen Raketen- und Drohnenangriffen auf die Ukraine sind in der Nacht zum Dienstag mindestens 13 Menschen getötet worden. Allein in der Hauptstadt Kiew gab es nach Angaben von Bürgermeister Vitali Klitschko mindestens vier Todesopfer. Der ukrainischen Luftwaffe zufolge setzte die russische Armee mehr als 650 Drohnen und dutzende Raketen ein. Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj drängte erneut auf US-Unterstützung bei der Luftverteidigung.

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Insgesamt habe die russische Armee Ziele in der Ukraine mit 656 Drohnen und 73 Raketen angegriffen, teilte die ukrainische Luftwaffe mit. 602 Drohnen und 40 Raketen seien abgefangen worden. Bei den nächtlichen Angriffen habe die russische Armee auch ballistische Raketen eingesetzt, erklärte die Militärverwaltung von Kiew. Mehrere Brände seien ausgebrochen.

Nach den massiven Angriffen drängte Selenskyj erneut auf US-Unterstützung bei der Luftverteidigung. Die Unterstützung aus den USA sei "absolut notwendig", erklärte Selenskyj am Dienstag in Onlinediensten. Zudem brauche Europa "eine eigene Raketenabwehr, damit dieser Krieg endlich beendet werden kann".

In der ukrainischen Hauptstadt Kiew gab es laut Bürgermeister neben den vier Toten auch mindestens 65 Verletzte, darunter zwei Kinder. Aus dem Stadtzentrum stieg laut dem Bericht von AFP-Korrespondenten eine große Rauchwolke auf, Einwohner eilten mit Taschen und Decken in die Schutzräume. In mindestens einem Teil der Stadt fiel der Strom aus. Die neuen Angriffe erfolgten nur wenige Tage, nachdem Selenskyj vor einem "massiven neuen Angriffsschlag" Moskaus gewarnt hatte.

In der Stadt Dnipro im Osten des Landes wurden Selenskyj zufolge bei einem Angriff auf ein Wohngebäude mindestens neun Menschen getötet, unter ihnen ein Kind. Mehrere Menschen würden noch vermisst, erklärte das Präsident. Die Behörden meldeten außerdem 35 Verletzte.

Auch die zweitgrößte Stadt der Ukraine, Charkiw, wurde nach Angaben des Bürgermeisters Ihor Terechow erneut angegriffen. Dabei seien in der Nacht 15 Menschen verletzt worden, darunter ein Kind. In der Hafenstadt Odessa meldeten die Behörden einen Angriff auf eine Geburtsklinik. Verletzte habe es dabei nicht gegeben.

Der ukrainische Außenminister Andrij Sibyha warf dem russischen Präsidenten Wladimir Putin nach der jüngsten Angriffswelle vor, "Terror" zu verbreiten. "Putin ist ein Kriegsverbrecher und Verlierer, der außer Terror keine Karten mehr in der Hand hat", erklärte Sibyha in Onlinediensten. Russland verliere auf dem Schlachtfeld. "Keine noch so große Anzahl von Raketen kann das ändern."

Moskau bezeichnete die nächtlichen Attacken als einen "massiven Angriff" auf Einrichtungen des militärisch-industriellen Komplexes in der Ukraine. Dabei seien unter anderem Hyperschallraketen eingesetzt worden, erklärte das russische Verteidigungsministerium. Der Angriff richtete sich demnach gegen Ziele in Kiew sowie in den Regionen Saporischschja, Charkiw und Dnipropetrowsk. Zudem sei die von der ukrainischen Armee genutzte Energie- und Verkehrsinfrastruktur in anderen Regionen der Ukraine ins Visier genommen worden, teilte das Ministerium in Moskau weiter mit.

Im vergangenen Monat hatte die russische Armee Kiew mit einem der folgenschwersten Angriffe seit vielen Monaten überzogen. Dabei war eine Rakete in einem Wohngebäude eingeschlagen, dutzende Menschen wurden getötet. Außerdem setzte Russland im Mai auch die atomwaffenfähige Hyperschallrakete Oreschnik ein.

In Russland erklärten derweil die Behörden in der Grenzregion Kursk, dass bei einem ukrainischen Drohnenangriff ein Mensch getötet worden sei. Eine weitere Drohne löste in einer Ölraffinerie in der Stadt Krasnodar im Südwesten Russlands nach Angaben der Regionalverwaltung einen Brand aus.

(V.Sørensen--DTZ)

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