Deutsche Tageszeitung - Frohnmaier rechtfertigt Reise nach Russland - Spionageverdacht zurückgewiesen

Frohnmaier rechtfertigt Reise nach Russland - Spionageverdacht zurückgewiesen


Frohnmaier rechtfertigt Reise nach Russland - Spionageverdacht zurückgewiesen
Frohnmaier rechtfertigt Reise nach Russland - Spionageverdacht zurückgewiesen / Foto: © AFP/Archiv

Der AfD-Außenexperte Markus Frohnmaier hat Kritik an seiner Reise zum Wirtschaftsforum im russischen St. Petersburg zurückgewiesen. Als außenpolitischer Sprecher der AfD-Fraktion im Bundestag sehe er seine Aufgabe auch darin, "unter schwierigen Bedingungen Gesprächskanäle offenzuhalten und deutsche Interessen zu vertreten", sagte Frohnmaier am Dienstag der Nachrichtenagentur AFP in Berlin. Seine Gespräche mit Vertretern von Wirtschaft und Politik in St. Petersburg hätten gezeigt: "Deutsche Wirtschaftsinteressen in Russland bestehen fort, auch wenn die Bundesregierung sie weitgehend ignoriert."

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Politiker von CDU, SPD und Grünen hatten die Teilnahme von Frohnmaier und seinem AfD-Fraktionskollegen Steffen Kotré an dem Wirtschaftsforum im russischen St. Petersburg als Sicherheitsrisiko kritisiert. Russische Geheimdienste nutzten solche Veranstaltungen gezielt "zur Informationsgewinnung und zur Anwerbung", sagte etwa der Vorsitzende des Geheimdienst-Ausschusses im Bundestag, Marc Henrichmann (CDU), dem "Handelsblatt".

Frohnmaier wies diesen Verdacht zurück. Ihm gehe es in St. Petersburg vor allem "um deutsche Wirtschaftsinteressen, um die Lage deutscher Unternehmen vor Ort sowie um die Frage, wie in Deutschland wieder zu einer sicheren und bezahlbaren Energieversorgung gefunden werden kann", sagte der AfD-Politiker zu AFP. "In angespannten Zeiten sind belastbare politische und wirtschaftliche Kontakte wichtig, wenn man Gesprächsfähigkeit erhalten und langfristig echte Lösungen schaffen will."

Wegen der russischen Offensive in der Ukraine haben westliche Staaten Russland mit Sanktionen belegt und weitgehend vom internationalen Finanzsystem ausgeschlossen. Viele westliche Unternehmen haben sich aus dem Land zurückgezogen. Auch das St. Petersburger Wirtschaftsforum SPIEF, das früher in Anlehnung an das Weltwirtschaftsforum "russisches Davos" genannt wurde, zeigt inzwischen Russlands Isolierung. Bei früheren SPIEF-Ausgaben waren etwa Bundeskanzlerin Angela Merkel und Frankreichs Präsident Emmanuel Macron aufgetreten.

(M.Travkina--DTZ)

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