Deutsche Tageszeitung - Norwegen fordert Fifa-Untersuchung wegen Friedenspreis für Trump

Norwegen fordert Fifa-Untersuchung wegen Friedenspreis für Trump


Norwegen fordert Fifa-Untersuchung wegen Friedenspreis für Trump
Norwegen fordert Fifa-Untersuchung wegen Friedenspreis für Trump / Foto: © GETTY IMAGES NORTH AMERICA/AFP

Norwegens Fußballverband (NFF) hat die Ethikkommission der Fifa aufgefordert, die im vergangenen Dezember erfolgte Verleihung des "Friedenspreises" an US-Präsident Donald Trump zu überprüfen. Er habe die Ethikkommission des Weltfußballverbands um eine Untersuchung gebeten, teilte der NFF am Dienstag mit.

Textgröße ändern:

NFF-Präsidentin Lise Klaveness erklärte, der norwegische Verband sei allein an die Ethikkommission herangetreten. Andere Verbände hätten sich anschließen können, wenn sie dies gewollt hätten. Druck auf andere auszuüben sei aber "nutzlos", sagte Klaveness. "Das würde nur Reibung erzeugen."

Fifa-Chef Gianni Infantino hatte Trump den erstmals vergebenen Preis am 6. Dezember bei der Auslosung für die Fußball-Weltmeisterschaft 2026 in Washington überreicht. Die WM findet vom 11. Juni bis zum 19. Juli in den USA, Kanada und Mexiko statt.

Infantino hatte bei der Preisvergabe erklärt, die Fifa erkenne damit Trumps "außergewöhnliche und herausragende Handlungen zur Förderung von Frieden und Einheit auf der ganzen Welt" an. Trump dankte der Fifa und sprach von "einer der größten Ehrenbezeugungen meines Lebens". Kurz vor der Vergabe hatte Trump gesagt, er habe den Preis "verdient", denn er habe "acht Kriege beendet".

Die Fifa machte bislang nicht öffentlich, nach welchen Kriterien der Preis vergeben wurde. Nach der Preisvergabe hatte bereits die Menschenrechtsorganisation FairSquare Beschwerde bei der Fifa-Ethikkommission eingelegt. Sie warf Infantino vor, mit der Unterstützung für Trump gegen seine Pflicht zur Neutralität verstoßen zu haben. Nach den Fifa-Statuten muss der Weltverband in Fragen von Politik und Religion neutral bleiben.

(Y.Leyard--DTZ)

Empfohlen

Rubio: Modschtaba Chamenei "zunehmend involviert" in Amtsgeschäfte

Der oberste Führer des Iran, Modschtaba Chamenei, bringt sich nach Einschätzung der USA immer mehr in die Amtsgeschäfte ein. "Es gibt Hinweise darauf, dass er sich auf einer bestimmten Ebene zunehmend engagiert, obwohl die gesamte Kommunikation schriftlich und über Dritte läuft", sagte US-Außenminister Marco Rubio am Dienstag vor dem Auswärtigen Ausschuss des US-Senats.

21 Tote bei massiven russischen Angriffen in Ukraine - Russland verliert erneut Gebiet

Mindestens 21 Tote, dutzende Verletzte - die russischen Streitkräfte haben der Nacht zum Dienstag die Ukraine mit Drohnen- und Raketenangriffen überzogen und vor allem die Hauptstadt Kiew sowie die Großstadt Dnipro ins Visier genommen. In Dnipro starben nach Behördenangaben 15 Menschen, in Kiew sechs. Derweil zeigte eine AFP-Analyse, dass Russland im Mai den zweiten Monat in Folge unter dem Strich Gebietsverluste verzeichnete.

Trumps "Kampfhund" Pulte wird US-Geheimdienstkoordinator

Ein Gefolgsmann von US-Präsident Donald Trump tritt den einflussreichen Posten des Nationalen Geheimdienstkoordinators an. Trump ernannte den in Spionagesachen unerfahrenen Immobilien-Millionär Bill Pulte am Dienstag zum vorläufigen Nachfolger von Tulsi Gabbard, die kürzlich ihren Rücktritt angekündigt hatte. Pulte gilt als "Kampfhund" des Präsidenten, weil er Trumps politische Gegner öffentlich angegriffen hatte. Die Opposition nannte den 38-Jährigen völlig ungeeignet für das Amt.

UNO-Vollversammlung wählt Bangladeschs Außenminister Rahman zu Baerbock-Nachfolger

Der Außenminister von Bangladesch, Khalilur Rahman, wird ab September neuer Präsident der UN-Vollversammlung. Die Mitgliedsländer der Vereinten Nationen wählten den 72-Jährigen am Dienstag in New York zum Nachfolger der früheren Bundesaußenministerin Annalena Baerbock (Grüne). Er setzte sich mit 99 Stimmen gegen den Diplomaten Andreas Kakouris aus dem EU-Land Zypern durch, der 91 Stimmen erhielt.

Textgröße ändern: