Deutsche Tageszeitung - USA melden neue Angriffe Teherans in Golfregion und attackieren selbst iranische Ziele

USA melden neue Angriffe Teherans in Golfregion und attackieren selbst iranische Ziele


USA melden neue Angriffe Teherans in Golfregion und attackieren selbst iranische Ziele
USA melden neue Angriffe Teherans in Golfregion und attackieren selbst iranische Ziele / Foto: © DVIDS/AFP/Archiv

Die USA haben nach eigenen Angaben in der Golfregion mehrere Angriffe Teherans auf Nachbarstaaten abgewehrt - und zugleich selbst iranische Ziele ins Visier genommen. Der Iran habe in der Nacht zum Mittwoch "mehrere ballistische Raketen auf regionale Nachbarstaaten" abgefeuert, erklärten die US-Streitkräfte. Die US-Armee habe ihrerseits "Selbstverteidigungs-Angriffe" auf iranische Ziele ausgeführt. Zudem sei ein Schiff mit einer Rakete beschossen worden, das einen iranischen Hafen ansteuern wollte.

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Der Iran habe Angriffe auf Kuwait und Bahrain geflogen, erklärte das für die Golfregion zuständige US-Regionalkommando Centcom. "Zwei auf Kuwait abgefeuerte iranische Raketen verfehlten ihr Ziel oder zerbrachen auf dem Flug dorthin. Und drei auf Bahrain gerichtete Raketen wurden umgehend von den Luftverteidigungskräften der USA und Bahrains abgefangen." Zudem habe Iran Drohnen auf US-Soldaten in Kuwait abgefeuert, "diese haben ihre anvisierten Ziele nicht erreicht". Sowohl in Bahrain als auch in Kuwait befinden sich Stützpunkte der US-Armee.

Das US-Militär schoss den Angaben zufolge zudem drei Angriffsdrohnen ab, die vom Iran "auf zivile Seeleute abgefeuert worden waren, welche rechtmäßig regionale Gewässer durchquerten". Zudem habe die US-Armee "Selbstverteidigungs-Angriffe" auf die iranische Insel Qeshm ausgeführt. Diese hätten einer "Bodenkontrollstation" der iranischen Armee gegolten.

Die iranischen Revolutionsgarden bestätigten laut iranischen Medien einen US-Angriff auf einen Telekommunikations-Turm auf Qeshm. Als Vergeltung seien ein US-Militärstützpunkt in einem Nachbarland sowie das Hauptquartier der Fünften US-Flotte in Bahrain attackiert worden. Diese Angaben wurden von Centcom umgehend dementiert: "Alle iranischen Angriffe auf US-Streitkräfte sind gescheitert."

Qeshm liegt in der strategisch wichtigen Straße von Hormus, die seit Beginn des Iran-Kriegs von Teheran blockiert wird. Die Meerenge ist insbesondere für den Handel mit Öl und Flüssiggas immens wichtig. Ihre Blockade durch Teheran hat die Weltmärkte erschüttert und die Öl- und Spritpreise in die Höhe schießen lassen.

Im Gegenzug zum Vorgehen Teherans hatten die USA Mitte April eine Blockade iranischer Häfen verfügt. Um einen Verstoß dagegen zu verhindern, führte die US-Armee nach eigenen Angaben am Dienstag einen Raketenangriff auf ein Schiff aus, das einen iranischen Hafen ansteuern wollte. Der Öltanker "Lexie" habe "wiederholte Warnungen ignoriert", erklärte Centcom. Ein US-Kampfflugzeug habe das in Richtung der iranischen Insel Charg fahrende Schiff "letztlich außer Gefecht gesetzt, indem es eine Hellfire-Rakete in den Maschinenraum des Schiffes feuerte".

In der Centcom-Erklärung wurden keine Angaben dazu gemacht, ob bei dem Angriff Menschen verletzt oder getötet wurden. Der Tanker sei unter der Flagge Botswanas gefahren und zum Zeitpunkt des Angriffs ohne Ladung gewesen. Es war das sechste Schiff, das von der US-Armee gewaltsam wegen eines mutmaßlichen Verstoßes gegen die am 13. April verhängte Blockade iranischer Häfen aufgehalten wurde.

Die neuen iranischen Angriffe in der Golfregion wurden auch von Kuwait bestätigt. Das Luftabwehrsystem sei gegen die "feindlichen Angriffe" aktiviert worden, erklärte die Armee im Onlinedienst X. "Etwaige zu hörende Explosionsgeräusche sind das Ergebnis von Luftverteidigungssystemen, die diese feindlichen Angriffe abfangen." Nach Angaben der staatlichen Nachrichtenagentur Kuna ertönten in der Nacht zweimal die Alarmsirenen.

Bereits am Montag hatte Kuwait Raketen- und Drohnenangriffe gemeldet. Auch dabei waren nach Centcom-Angaben von US-Streitkräften zwei iranische ballistische Raketen abgefangenworden, "die auf in Kuwait stationierte US-Truppen gerichtet waren".

Seit dem Beginn des Iran-Kriegs Ende Februar hatte Teheran als Vergeltung für die Luftangriffe der USA und Israels auch Ziele in mehreren Golfstaaten ins Visier genommen. Zudem griffen pro-iranische Milizen "feindliche Stützpunkte" in Ländern der Region an. Diese Attacken halten teilweise auch seit Inkrafttreten der derzeit geltenden Waffenruhe zwischen dem Iran und den USA an.

Beide Seiten werfen sich immer wieder gegenseitig vor, gegen die Waffenruhe zu verstoßen. Gespräche über deren Verlängerung oder gar ein endgültiges Ende der Kämpfe brachten bisher keinen Durchbruch.

(W.Uljanov--DTZ)

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