Deutsche Tageszeitung - Strack-Zimmermann wollte mit FDP-Kandidatur "Erdbeben an Austritten" verhindern

Strack-Zimmermann wollte mit FDP-Kandidatur "Erdbeben an Austritten" verhindern


Strack-Zimmermann wollte mit FDP-Kandidatur "Erdbeben an Austritten" verhindern
Strack-Zimmermann wollte mit FDP-Kandidatur "Erdbeben an Austritten" verhindern / Foto: © AFP/Archiv

Die FDP-Europaabgeordnete Marie-Agnes Strack-Zimmermann hat ihre überraschende Kandidatur um den FDP-Vorsitz am vergangenen Wochenende mit der Sorge vor Austritten von Parteimitgliedern begründet. "Da drohte ein regelrechtes Erdbeben an Austritten", sagte Strack-Zimmermann dem "Handelsblatt" vom Mittwoch. Viele Mitglieder seien enttäuscht gewesen, dass nur 14 Tage vor dem Parteitag Henning Höne seine Kandidatur gegen Wolfgang Kubicki zurückgezogen hatte.

Textgröße ändern:

Danach hätten sie sehr viele Menschen angeschrieben. "Deshalb habe ich mich sehr kurzfristig entschlossen zu kandidieren", sagte die Politikerin. Viele Liberale hätten das Gefühl gehabt, "dass wichtige Fragen nicht mehr diskutiert werden". Ihr sei es mit der Kandidatur darum gegangen, "die progressiven Kräfte in der FDP nicht zu verlieren".

Zwischen ihr und Kubicki hätten am Ende nur 131 Stimmen gelegen. "Das ist nicht die Welt. Aber darum geht es nicht." Strack-Zimmermann erwartet nach eigenen Worten nun eine konstruktive Zusammenarbeit mit Kubicki. "Wir sind erfahren genug und am Erfolg der FDP interessiert, um jetzt zusammen nach vorn zu schauen. Wir sprechen unterschiedliche Menschen an und wollen das nutzen, schließlich haben wir sechs wichtige Landtagswahlen vor uns." Da erwarte die Partei zu Recht, dass sie beide nun zusammenarbeiten.

(P.Tomczyk--DTZ)

Empfohlen

Bundestag untersucht rechte Vorfälle bei Parlaments-Planspiel - AfD erhebt Vorwürfe

Die mutmaßlich rechtsextremen Vorfällen bei dem Planspiel "Jugend im Parlament" haben ein internes Nachspiel im Bundestag. Eine Kommission des Ältestenrats solle die Vorfälle untersuchen und "entsprechende Schlussfolgerungen ableiten", verlautete es am Freitag aus der Bundestagsverwaltung gegenüber der Nachrichtenagentur AFP in Berlin. Dies sei auf einer Sitzung des Ältestenrats am Donnerstag beschlossen worden.

US-Marine stationiert dieses Jahr Atom-U-Boote in Hafen an Australiens Westküste

Die US-Marine wird australischen Regierungsangaben zufolge in diesem Jahr Atom-U-Boote in einem strategisch wichtigen Hafen an der Westküste Australiens stationieren. Die vier unter US-Kommando stehenden atomgetriebenen U-Boote seien im Rahmen des Aukus-Verteidigungsabkommens ab dem nächsten Jahr im Rotationsverfahren von dem Hafen nahe Perth aus im Einsatz, teilte Australiens Verteidigungsminister Richard Marles am Freitag mit. Die geplante Ankunft der US-U-Boote zeige, dass "Aukus auf Kurs ist und jetzt umgesetzt wird".

Warken verteidigt Gesundheitsreform im Bundestag - Zeichen der Reformfähigkeit

Bundesgesundheitsministerin Nina Warken (CDU) hat ihren Entwurf für eine Reform der gesetzlichen Krankenversicherung im Bundestag gegen Kritik verteidigt. "Unser Gesetz verlangt allen etwas ab, niemandem aber Unzumutbares", sagte Warken am Freitag in der ersten Plenardebatte über ihren Reformentwurf. Die wachsenden Defizite der Krankenkasse machten eine Reform unausweichlich. "Wir setzen damit auch ein Zeichen: Als Land, als Bundesregierung sind wir reformfähig", sagte die CDU-Politikerin.

Dobrindt würdigt neues EU-Asylsystem als "Meilenstein" und weist Kritik zurück

Bundesinnenminister Alexander Dobrindt (CSU) hat das Inkrafttreten des Gemeinsamen Europäischen Asylsystems (Geas) als "Meilenstein" für Europa gewürdigt. Das neue System beende in der Asylpolitik die "Dysfunktionalität in der Europäischen Union", sagte Dobrindt am Freitag im ZDF-"Morgenmagazin". "Geas ist das funktionierende europäische System, auf das sich alle geeinigt haben", sagte er. Es werde für "eine neue Ordnung" und schnellere Verfahren in der Migration sorgen.

Textgröße ändern: