Deutsche Tageszeitung - Demokrat Becerra bei Vorwahl zum Gouverneursamt in Kalifornien vorn

Demokrat Becerra bei Vorwahl zum Gouverneursamt in Kalifornien vorn


Demokrat Becerra bei Vorwahl zum Gouverneursamt in Kalifornien vorn
Demokrat Becerra bei Vorwahl zum Gouverneursamt in Kalifornien vorn / Foto: © AFP

Bei der Vorwahl zum Gouverneursamt im US-Bundesstaat Kalifornien hat der Demokrat Xavier Becerra in den ersten Teilergebnissen aus der Nacht zum Mittwoch (Ortszeit) deutlich vorne gelegen. Becerra kam demnach auf knapp 29 Prozent der Stimmen, der von US-Präsident Donald Trump unterstützte republikanische Kandidat Steve Hilton auf nur 23 Prozent. Der weitere demokratische Bewerber Tom Steyer lieferte sich mit 22 Prozent ein Kopf-an-Kopf-Rennen mit Hilton um den zweiten Platz.

Textgröße ändern:

Um die Nachfolge von Gouverneur Gavin Newsom von der Demokratischen Partei bewarben sich bei den parteiübergreifenden Vorwahlen insgesamt 61 Kandidatinnen und Kandidaten. Die beiden Bestplatzierten ziehen in die Stichwahl ein, die zeitgleich mit den US-Kongresswahlen am 3. November stattfindet.

Becerra war Gesundheitsminister unter dem früheren Präsidenten Joe Biden. Sein Parteikollege Steyer, ein milliardenschwerer Hedgefonds-Manager und Klimaaktivist, hatte sich während Trumps erster Amtszeit in einer Kampagne für dessen Amtsenthebung eingesetzt.

Der Republikaner Hilton ist der Enkel des Hotelketten-Gründers Conrad Hilton und wurde als Unternehmer sowie Moderator des rechtsgerichteten Senders Fox News bekannt. Trump hatte im Wahlkampf gewarnt, dass Kalifornien keine finanzielle Unterstützung von der Bundesregierung in Washington mehr erhalten werde, sollte Hilton nicht Gouverneur werden.

Der derzeitige kalifornische Gouverneur Gavin Newsom scheidet nach zwei Amtszeiten Anfang 2027 aus und gilt als möglicher Präsidentschaftskandidat der Demokraten für 2028. Er macht seit Trumps erneutem Amtsantritt mit einer Kampagne in den Onlinenetzwerken auf sich aufmerksam, in der er den Stil des Rechtspopulisten parodiert.

Kalifornien ist der bevölkerungsreichste und auch wirtschaftlich stärkste Bundesstaat der USA und traditionell eine Bastion der Demokraten - auch wenn es immer wieder Republikaner im Gouverneursamt gab, wie etwa den früheren Hollywoodstar Arnold Schwarzenegger oder den späteren Präsidenten Ronald Reagan.

Für sich allein betrachtet ist der US-Westküstenstaat die viertgrößte Volkswirtschaft der Welt. Die Stärke der kalifornischen Wirtschaft stammt zu einem erheblichen Teil aus dem Silicon Valley, dem Sitz zahlreicher Technologie-Konzerne. Viele Einwohner Kaliforniens sind aber wegen der hohen Wohnkosten und auch sonst stark gestiegenen Lebenshaltungskosten unzufrieden. Auch die eklatant hohe Zahl von Wohnungslosen in den Metropolen San Francisco und Los Angeles ist ein brennendes soziales Problem.

In Los Angeles fanden am Dienstag Vorwahlen für das Amt des Stadtoberhaupts statt. Die amtierende Bürgermeisterin Karen Bass von den Demokraten lag in den ersten Teilergebnissen mit knapp 35 Prozent deutlich vorn - auch wenn es viel Kritik an ihrem Umgang mit den verheerenden Waldbränden von Anfang 2025 gegeben hatte. Die Linkskandidatin Nithya Raman lag bei 22 Prozent, der Republikaner Spencer Pratt bei 30 Prozent.

Neben Kalifornien fanden am Dienstag zudem in den fünf weiteren US-Bundesstaaten Iowa, Montana, New Jersey, New Mexico und South Dakota Vorwahlen statt.

(V.Varonivska--DTZ)

Empfohlen

US-Marine stationiert dieses Jahr Atom-U-Boote in Hafen an Australiens Westküste

Die US-Marine wird australischen Regierungsangaben zufolge in diesem Jahr Atom-U-Boote in einem strategisch wichtigen Hafen an der Westküste Australiens stationieren. Die vier unter US-Kommando stehenden atomgetriebenen U-Boote seien im Rahmen des Aukus-Verteidigungsabkommens ab dem nächsten Jahr im Rotationsverfahren von dem Hafen nahe Perth aus im Einsatz, teilte Australiens Verteidigungsminister Richard Marles am Freitag mit. Die geplante Ankunft der US-U-Boote zeige, dass "Aukus auf Kurs ist und jetzt umgesetzt wird".

Warken verteidigt Gesundheitsreform im Bundestag - Zeichen der Reformfähigkeit

Bundesgesundheitsministerin Nina Warken (CDU) hat ihren Entwurf für eine Reform der gesetzlichen Krankenversicherung im Bundestag gegen Kritik verteidigt. "Unser Gesetz verlangt allen etwas ab, niemandem aber Unzumutbares", sagte Warken am Freitag in der ersten Plenardebatte über ihren Reformentwurf. Die wachsenden Defizite der Krankenkasse machten eine Reform unausweichlich. "Wir setzen damit auch ein Zeichen: Als Land, als Bundesregierung sind wir reformfähig", sagte die CDU-Politikerin.

Dobrindt würdigt neues EU-Asylsystem als "Meilenstein" und weist Kritik zurück

Bundesinnenminister Alexander Dobrindt (CSU) hat das Inkrafttreten des Gemeinsamen Europäischen Asylsystems (Geas) als "Meilenstein" für Europa gewürdigt. Das neue System beende in der Asylpolitik die "Dysfunktionalität in der Europäischen Union", sagte Dobrindt am Freitag im ZDF-"Morgenmagazin". "Geas ist das funktionierende europäische System, auf das sich alle geeinigt haben", sagte er. Es werde für "eine neue Ordnung" und schnellere Verfahren in der Migration sorgen.

Deutsche Flugsicherung plant bundesweites Drohnen-Abwehrnetz

Um der zunehmenden Bedrohung durch Drohnen zu begegnen, plant die Deutsche Flugsicherung (DFS) ein bundesweites Drohnen-Abwehrnetz. Dieses solle gemeinsam mit dem Rüstungsunternehmen Hensoldt und der Deutschen Telekom realisiert werden, berichtet die "Welt am Sonntag". "Drohnen stellen eine zunehmende Gefahr für die kritischen Infrastrukturen in Deutschland dar. Um diese zu schützen, müssen wir die verfügbaren Kräfte bündeln", sagte DFS-Chef Arndt Schoenemann der Zeitung.

Textgröße ändern: