Deutsche Tageszeitung - Iranische Angriffe: Ein Toter und 63 Verletzte am Flughafen von Kuwait

Iranische Angriffe: Ein Toter und 63 Verletzte am Flughafen von Kuwait


Iranische Angriffe: Ein Toter und 63 Verletzte am Flughafen von Kuwait
Iranische Angriffe: Ein Toter und 63 Verletzte am Flughafen von Kuwait / Foto: © AFP/Archiv

Bei einer neuen Eskalation im Iran-Krieg ist am Mittwoch am internationalen Flughafen von Kuwait mindestens ein Mensch durch einen iranischen Angriff getötet worden. Bei dem Drohnenangriff auf ein Passagierterminal wurden zudem 63 Menschen verletzt, wie das kuwaitische Gesundheitsministerium mitteilte. Die US-Armee erklärte ihrerseits, "Selbstverteidigungsangriffe" auf iranische Ziele ausgeführt zu haben. Teheran gab Kuwait und Bahrain die Schuld für die US-Angriffe und drohte mit Vergeltungsschlägen.

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Unter den Verletzten befänden sich "Zivilisten, Flughafenmitarbeiter und Reisende", erklärte ein Sprecher des kuwaitischen Gesundheitsministeriums. Die Menschen seien teilweise mit "schweren Verletzungen, darunter Kopfverletzungen, Hirnblutungen, Amputationen und Verletzungen infolge von Explosionen" in Krankenhäuser gebracht worden. Bei dem Todesopfer handelte es sich nach Angaben aus Kreisen des Flughafens um einen Inder.

Nach Angaben der kuwaitischen Armee feuerte der Iran seit dem Morgengrauen 13 ballistische Raketen und 17 Drohnen auf Kuwait ab. Das kuwaitische Verteidigungsministerium sprach von einer "kriminellen iranischen Aggression". Die kuwaitische Luftfahrtbehörde gab bekannt, dass die Luftfahrtgesellschaft Kuwait Airways im Laufe des Mittwochs den Betrieb wieder aufgenommen habe, nachdem am internationalen Flughafen von Kuwait vorerst der Betrieb ausgesetzt worden war.

Das für die Golfregion zuständige US-Regionalkommando Centcom hatte zuvor mitgeteilt, der Iran habe in der Nacht zum Mittwoch Angriffe auf Kuwait und Bahrain geflogen. Die USA wehrten nach eigenen Angaben mehrere Angriffe Teherans auf Nachbarstaaten ab und nahmen ihrerseits iranische Ziele ins Visier. Dabei seien ein iranisches Schiff und die iranische Insel Keschm angegriffen worden.

Teheran äußerte sich zunächst nicht zu dem Angriff auf den Flughafen. Die iranischen Revolutionsgarden reklamierten jedoch Angriffe auf US-Ziele in Kuwait und Bahrain für sich. Als Antwort auf die US-Angriffe seien "der Ali-al-Salem-Luftwaffenstützpunkt in Kuwait, auf dem Hubschrauber stationiert sind, sowie das Hauptquartier der Fünften US-Flotte in Bahrain von den Streitkräften der Revolutionsgarden mit Raketen und Drohnen ins Visier genommen" worden, erklärten die Revolutionsgarden im Onlinedienst Telegram.

Das iranische Außenministerium gab Kuwait und Bahrain die Schuld für US-Angriffe auf den Iran. Teheran betonte in einer Erklärung "die direkte und unmissverständliche Verantwortung der Führungen von Kuwait und Bahrain" für die Angriffe. Zugleich verurteilte das Außenministerium "die kolonialistische Nutzung des Territoriums und der Infrastruktur der Länder in der Region durch die USA" für Angriffe.

Der Militärberater von Irans oberstem Führer Modschtaba Chamenei, Mohsen Resai, drohte außerdem mit weiteren iranischen Raketen- und Drohnenangriffen, sollten die USA den Iran weiter angreifen. "Jeder abgefeuerte Schuss und jeder Angriff wird mit einer Flut von Raketen und Drohnen beantwortet werden", erklärte Resai im Onlinedienst X. "Der Aggressor wird umgehend bestraft werden."

Die Vereinigten Arabischen Emirate riefen angesichts der iranischen Angriffe auf Kuwait und Bahrain zu einer "entschlossenen, geeinten und geschlossenen Haltung der Golfstaaten" auf. "Kein Golfstaat sollte diesen Angriffen allein gegenüberstehen müssen, denn die Sicherheit der Staaten des Golfkooperationsrats ist miteinander verknüpft", erklärte der Berater des Präsidenten der Emirate, Anwar Gargasch, im Onlinedienst X.

Seit dem Beginn des Iran-Kriegs Ende Februar hat Teheran als Vergeltung für die Angriffe der USA und Israels auch Ziele in mehreren Golfstaaten ins Visier genommen. Diese Attacken halten teilweise auch seit Inkrafttreten der eigentlich seit dem 8. April geltenden Waffenruhe zwischen dem Iran und den USA an.

Beide Seiten werfen sich immer wieder gegenseitig vor, gegen die Waffenruhe zu verstoßen. Gespräche über deren Verlängerung oder gar ein endgültiges Ende der Kämpfe brachten bisher keinen Durchbruch.

US-Präsident Donald Trump zeigte sich derweil offen für ein Treffen mit Irans oberstem Führer Chamenei. "Ich würde ihn gerne treffen, und wir werden uns wahrscheinlich irgendwann treffen, je nachdem, wie sich alles entwickelt", sagte Trump in einem Podcast der "New York Post".

(W.Novokshonov--DTZ)

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