Deutsche Tageszeitung - Bundesregierung: AfD-Politiker fügen Deutschland mit Russland-Reise Schaden zu

Bundesregierung: AfD-Politiker fügen Deutschland mit Russland-Reise Schaden zu


Bundesregierung: AfD-Politiker fügen Deutschland mit Russland-Reise Schaden zu
Bundesregierung: AfD-Politiker fügen Deutschland mit Russland-Reise Schaden zu / Foto: © AFP

Die Bundesregierung hat die Teilnahme von AfD-Politikern an einem Wirtschaftsforum in Russland als schädlich für die Interessen Deutschlands kritisiert. Vizeregierungssprecher Steffen Meyer sagte am Mittwoch in Berlin, dass die Russland-Reise der AfD-Abgeordneten "deutschen Interessen klar zuwiderläuft". Das Auswärtige Amt hatte der AfD nach Angaben seines Sprechers "explizit von den Reisen abgeraten, und wir haben sie informiert, dass die Bundesregierung diese Reisen nicht unterstützen wird".

Textgröße ändern:

Der Außenamtssprecher sagte weiter, wer "durch die Teilnahme an staatlich organisierten Propagandaveranstaltungen" den "Eindruck einer Normalität in unserem Verhältnis" zu Russland erwecke, "läuft den außen- und sicherheitspolitischen Grundsätzen der Bundesregierung zuwider".

An dem Wirtschaftsforum im russischen St. Petersburg nehmen für die AfD unter anderem die Bundestagsabgeordneten Markus Frohnmaier und Steffen Kotré teil. Der AfD-Außenexperte Frohnmaier rechtfertigte am Dienstag seine Reise gegenüber der Nachrichtenagentur AFP: Er sehe seine Aufgabe darin, "unter schwierigen Bedingungen Gesprächskanäle offenzuhalten und deutsche Interessen zu vertreten". Die deutsche Wirtschaft habe Interessen in Russland, die von der Bundesregierung ignoriert würden.

Die Bundesregierung begründete ihre Kritik an der Reise auch mit dem Verhalten Russlands im Angriffskrieg gegen die Ukraine. Der Außenamtssprecher sprach am Mittwoch von "schlimmsten Verbrechen gegen die ukrainische Zivilbevölkerung". Deswegen verfolgten die Bundesregierung und die EU "die grundsätzliche Linie, Kontakte mit russischen Regierungsvertretern auf ein Minimum zu beschränken".

Vizeregierungssprecher Meyer verwies darauf, "dass wir auch in den letzten Tagen erneut massive russische Angriffe gegen Zivilisten und die zivile Infrastruktur mit zahlreichen Toten und Verletzten gesehen haben in der Ukraine". Die russischen Angriffe nähmen "wirklich ein erschreckendes Ausmaß inzwischen an" und seien für die Menschen in der Ukraine ein "Albtraum". Die Bundesregierung verurteile die Angriffe "auf das Schärfste", sagte Meyer.

(G.Khurtin--DTZ)

Empfohlen

G20-Treffen: Klingbeil irritiert über Teilnahme Russlands - Weißes Haus verteidigt Einladung

Erstmals seit gut vier Jahren haben die USA Russland die Teilnahme an einem G20-Finanzministertreffen ermöglicht und damit Protest bei Deutschland und anderen europäischen Partnern hervorgerufen. Bundesfinanzminister Lars Klingbeil (SPD) äußerte sich am Montag am Rande der Beratungen in Asheville im US-Bundesstaat North Carolina irritiert über das US-Vorgehen. Er habe zusammen mit anderen Europäern ein Foto mit dem russischen Finanzminister Anton Siluanow boykottiert, sagte Klingbeil.

Dänemark eröffnet Botschaft in Damaskus wieder

Dänemark hat seine Botschaft in Syrien wieder eröffnet. Die Zeremonie fand im Beisein des dänischen Außenministers Lars Lökke Rasmussen und seines syrischen Kollegen Assaad al-Schaibani statt, berichtete die amtliche Nachrichtenagentur Sana am Montag. Wegen des syrischen Bürgerkriegs war die Botschaft 14 Jahre lang geschlossen gewesen.

Früherer französischer Premierminister Édouard Balladur gestorben

Der frühere französische Premierminister Édouard Balladur ist tot. Wie seine Familie der Nachrichtenagentur AFP mitteilte, starb Balladur am Montag im Alter von 97 Jahren in Paris. Für ihn werde eine Trauermesse "im engsten Familienkreis" abgehalten. Weitere Einzelheiten wurden nicht genannt.

Türkei offen für Beitritte anderer Länder zu Verteidigungspakt mit Pakistan und Saudi-Arabien

Der türkische Außenminister Hakan Fidan hat sich offen für den Beitritt anderer Länder zum neuen Verteidigungspakt mit Pakistan und Saudi-Arabien gezeigt. "Das Bündnis richtet sich gegen keinen Staat und andere Länder in unserer Region können ihm beitreten, wenn sie unsere Grundprinzipien wahren", sagte Fidan nach dem ersten Ministertreffen des Militärbündnisses am Montag in Istanbul auf die Frage, ob zum Beispiel Ägypten beitreten könne.

Textgröße ändern: