Deutsche Tageszeitung - Iranischer Angriff: Ein Toter und mehr als 60 Verletzte am Flughafen von Kuwait

Iranischer Angriff: Ein Toter und mehr als 60 Verletzte am Flughafen von Kuwait


Iranischer Angriff: Ein Toter und mehr als 60 Verletzte am Flughafen von Kuwait
Iranischer Angriff: Ein Toter und mehr als 60 Verletzte am Flughafen von Kuwait / Foto: © KUNA/AFP

Neue Eskalation im Iran-Krieg: Bei einem iranischen Drohnenangriff auf ein Passagierterminal am internationalen Flughafen von Kuwait ist am Mittwoch ein Mensch getötet worden, 63 weitere Menschen wurden nach Angaben des kuwaitischen Gesundheitsministeriums verletzt. Die US-Armee erklärte ihrerseits, "Selbstverteidigungsangriffe" auf iranische Ziele ausgeführt zu haben. Unter den Verletzten befänden sich "Zivilisten, Flughafenmitarbeiter und Reisende", erklärte ein Sprecher von Kuwaits Gesundheitsministerium.

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Unter den Verletzten in Kuwait waren "Zivilisten, Flughafenmitarbeiter und Reisende", wie ein Sprecher des Gesundheitsministeriums mitteilte. Die Menschen seien teilweise mit "schweren Verletzungen, darunter Kopfverletzungen, Hirnblutungen, Amputationen und Verletzungen infolge von Explosionen" in Krankenhäuser gebracht worden. Bei dem Todesopfer handelte es sich nach Angaben der indischen Botschaft um einen Inder.

Nach Angaben der kuwaitischen Armee feuerte der Iran seit dem Morgengrauen 13 ballistische Raketen und 17 Drohnen auf Kuwait ab. Das kuwaitische Verteidigungsministerium sprach von einer "kriminellen iranischen Aggression". Die kuwaitische Luftfahrtbehörde gab bekannt, dass die Luftfahrtgesellschaft Kuwait Airways im Laufe des Tages den Betrieb wieder aufgenommen habe, der nach dem Angriff ausgesetzt worden war.

Das für die Golfregion zuständige US-Regionalkommando Centcom hatte zuvor mitgeteilt, der Iran habe in der Nacht zum Mittwoch Angriffe auf Kuwait und Bahrain geflogen. In Bahrain waren in der Nacht Explosionen zu hören. Nach Angaben eines Korrespondenten der Nachrichtenagentur AFP heulten dort die Sirenen.

Die USA wehrten nach eigenen Angaben mehrere iranische Angriffe auf Nachbarstaaten ab und nahmen ihrerseits iranische Ziele ins Visier. Dabei seien ein iranisches Schiff und die iranische Insel Keschm angegriffen worden.

Die iranischen Revolutionsgarden reklamierten Angriffe auf US-Ziele in Kuwait und Bahrain für sich. Als Antwort auf die US-Angriffe seien "der Ali-al-Salem-Luftwaffenstützpunkt in Kuwait, auf dem Hubschrauber stationiert sind, sowie das Hauptquartier der Fünften US-Flotte in Bahrain von den Streitkräften der Revolutionsgarden mit Raketen und Drohnen ins Visier genommen" worden, erklärten die Revolutionsgarden im Onlinedienst Telegram. Der Ali-al-Salem-Luftwaffenstützpunkt liegt rund 60 Kilometer von dem Flughafen entfernt.

Das iranische Außenministerium gab Kuwait und Bahrain die Schuld für US-Angriffe auf den Iran. Teheran betonte in einer Erklärung "die direkte und unmissverständliche Verantwortung der Führungen von Kuwait und Bahrain" für die Angriffe. Zugleich verurteilte das Außenministerium "die kolonialistische Nutzung des Territoriums und der Infrastruktur der Länder in der Region durch die USA" für Angriffe.

Der Militärberater von Irans oberstem Führer Modschtaba Chamenei, Mohsen Resai, drohte außerdem mit weiteren iranischen Raketen- und Drohnenangriffen, sollten die USA den Iran weiter attackieren. "Jeder abgefeuerte Schuss und jeder Angriff wird mit einer Flut von Raketen und Drohnen beantwortet werden", erklärte Resai im Onlinedienst X. "Der Aggressor wird umgehend bestraft werden."

Der Iran wirft einigen mit den Vereinigten Staaten verbündeten Golfstaaten vor, US-Angriffe von ihrem Territorium aus zugelassen zu haben. Kuwait dementierte dies am Mittwoch erneut und kündigte an, dass zwei iranische Mitglieder der iranischen Botschaft das Land verlassen müssten.

Israels Regierungschef Benjamin Netanjahu drohte in einem Interview mit dem US-Sender CNBC mit einer vollständigen Wiederaufnahme der Militäraktionen gegen den Iran, sollte dies nötig sein. Israel und die US-Streitkräfte seien dazu bereit. "Ich denke, der Iran sollte das berücksichtigen", sagte er. "Ich glaube, sie berücksichtigen es, aber sie spielen mit dem Feuer, das ist klar."

Bundesaußenminister Johann Wadephul (CDU) verurteilte die jüngsten iranischen Angriffe auf Ziele in der Golfregion scharf. Sie richteten sich "gegen den Friedensprozess" und "gegen unbeteiligte Dritte", sagte er.

Seit dem Beginn des Iran-Kriegs Ende Februar hat Teheran als Vergeltung für die Angriffe der USA und Israels auch Ziele in mehreren Golfstaaten ins Visier genommen. Diese Attacken halten teilweise auch seit Inkrafttreten der eigentlich seit dem 8. April geltenden Waffenruhe zwischen dem Iran und den USA an.

Beide Seiten werfen sich immer wieder gegenseitig vor, gegen die Waffenruhe zu verstoßen. Gespräche über deren Verlängerung oder gar ein endgültiges Ende der Kämpfe brachten bisher keinen Durchbruch.

(U.Kabuchyn--DTZ)

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