Deutsche Tageszeitung - Hisbollah setzt Attacken auf Israel fort - Neun Tote nach israelischen Angriffen im Libanon

Hisbollah setzt Attacken auf Israel fort - Neun Tote nach israelischen Angriffen im Libanon


Hisbollah setzt Attacken auf Israel fort - Neun Tote nach israelischen Angriffen im Libanon
Hisbollah setzt Attacken auf Israel fort - Neun Tote nach israelischen Angriffen im Libanon / Foto: © AFP

Ungeachtet einer von US-Präsident Donald Trump verkündeten Einigung auf eine Kampfpause zwischen Israel und der Hisbollah hat die pro-iranische Miliz ihre Angriffe auf Israel fortgesetzt. Die Hisbollah teilte mit, sie habe Israels Norden am Mittwoch mit einer "Raketensalve" angegriffen. Derweil wurden libanesischen Angaben zufolge bei neuen israelischen Angriffen neun Menschen getötet.

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Die Hisbollah erklärte, ihre Kämpfer hätten "als Reaktion auf den Verstoß der israelischen Armee gegen die Waffenruhe" Soldaten im Norden Israels mit Raketen angegriffen. Auch seien israelische Soldaten im Süden des Libanon angegriffen worden.

Die israelische Armee teilte ihrerseits am Mittwoch mit, sie habe ein "feindliches Fluggerät" sowie zwei vom Libanon aus in den israelischen Luftraum eingedrungene Geschosse abgefangen. Im Gebiet von Misgav Am nahe der Grenze zum Libanon sei Luftalarm ausgelöst worden.

Das Gesundheitsministerium in Beirut meldete derweil neun Tote bei neuen israelischen Angriffen. Demnach wurden bei einem Angriff im Süden des Libanon zwei Rettungssanitäter getötet und ein weiterer schwer verletzt. Die israelische Armee habe den Krankenwagen "direkt" ins Visier genommen, erklärte das Ministerium. Er gehörte demnach zu den Risala-Pfadfindern der militanten Amal-Gruppierung, einer mit der Hisbollah verbündeten Miliz.

Bei einem weiteren Angriff nahe Tyrus im Süden des Landes wurden dem Ministerium zufolge zudem sechs Menschen getötet. Die israelische Armee erklärte hingegen, sie habe keine Kenntnis von einem Angriff in der Gegend. Am Dienstag hatte Israels Armee mitgeteilt, im christlichen Teil von Tyrus seien Hisbollah-Mitglieder aktiv.

Nach Angaben der libanesische Armee wurde außerdem einer ihrer Soldaten bei einem israelischen Angriff getötet. Die libanesische Armee meldete außerdem einen Drohnenangriff auf ein Militärfahrzeug im Süden des Libanon, bei dem zwei Menschen verletzt worden seien.

Libanons staatliche Nachrichtenagentur NNA berichtete am Mittwoch von israelischen Angriffen auf mehr als 20 Orte im Süden des Libanon. In einigen Fällen habe die israelische Armee die Bewohner vorab gewarnt.

Der Libanon war durch neue Angriffe der Hisbollah auf Israel Anfang März in den Iran-Krieg hineingezogen worden. Israel reagierte mit Luftangriffen auf Ziele im Libanon und rückte zudem mit Bodentruppen im Süden des Landes vor.

Vertreter aus Israel und dem Libanon wollten derweil am Mittwoch ihre Gespräche über eine Friedenslösung fortsetzen. Die Gesprächsrunde sollte auf Botschafterebene im US-Außenministerium stattfinden. Bei der jüngsten Runde Mitte Mai hatten sich beide Seiten auf eine Verlängerung ihrer Waffenruhe um 45 Tage verständigt.

Die Hisbollah lehnt die Gespräche in Washington allerdings strikt ab, die ohne ihre Beteiligung stattfinden. Trump hatte zwar am Montag ein Ende der Kämpfe zwischen Israel und der Hisbollah verkündet, dennoch gingen die Gefechte weiter. Der ranghohe Hisbollah-Funktionär Mahmud Komati erklärte am Dienstag gegenüber der Nachrichtenagentur AFP, die Miliz werde "keine einseitige Waffenruhe akzeptieren".

US-Außenminister Marco Rubio äußerte am Mittwoch die Hoffnung, die Verhandlungen würden in eine "gemeinsame Erklärung" münden. Zudem hoffe er auf einen "Aktionsplan für die Sicherheit" im Libanon, der "unabhängig von der Hisbollah ist".

Ein AFP-Korrespondent berichtete am Mittwoch von einer Petition in Tyrus, einer Hisbollah-Hochburg im Süden des Libanon. Dort seien mehr als 180 Unterschriften für eine Petition zusammengekommen. Darin fordern die Bewohner, Tyrus zur "offenen Stadt" ohne jegliche Miliz zu erklären. Die libanesische Armee wird zudem aufgefordert, Truppen in der Stadt zu stationieren.

Die Hisbollah ist in Tyrus stark vertreten, einige Unterzeichner wurden in Onlinediensten wegen ihrer Haltung angegriffen. In der Stadt Nabatije unterzeichneten mehr als 200 Menschen eine ähnliche Petition.

Israels Regierungschef Benjamin Netanjahu betonte am Mittwoch, die Hisbollah sei "ein Stellvertreter des Iran". Sie setze "alle Bürger des Libanon mit Waffengewalt unter Druck", sagte er in einem Interview des US-Fernsehsenders CNBC. Um den Libanon "zu retten" und Frieden zwischen den beiden Nachbarländern zu erreichen, müsse der Libanon entmilitarisiert werden.

(V.Sørensen--DTZ)

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