Deutsche Tageszeitung - Harte US-Sanktionen: Immer mehr ausländische Firmen verlassen Kuba

Harte US-Sanktionen: Immer mehr ausländische Firmen verlassen Kuba


Harte US-Sanktionen: Immer mehr ausländische Firmen verlassen Kuba
Harte US-Sanktionen: Immer mehr ausländische Firmen verlassen Kuba / Foto: © AFP

Immer mehr ausländische Firmen verlassen auf Druck der USA die Karibikinsel Kuba. Am Mittwoch teilte die kubanische Zentralbank mit, dass Zahlungen mit Visa- und Mastercard ab Samstag nicht mehr möglich seien. Zuvor hatten bereits vier internationale Hotelketten angekündigt, sich zurückzuziehen. Frachtschiffe etwa der deutschen Hapag-Llyod laufen die Insel nicht mehr an. Auch die kanadische Bergbaufirma Sherritt zog sich bereits zurück.

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Die US-Regierung von Präsident Donald Trump verfolgt seit Januar eine Politik des maximalen Drucks gegen Kuba und verhängte auch ein Öl-Embargo. Die USA bezeichnen den kommunistisch regierten Staat 150 Kilometer vor der Küste des US-Bundesstaats Florida als "außergewöhnliche Bedrohung" für ihre nationale Sicherheit.

Am 1. Mai verschärfte die Trump-Regierung die Sanktionen und führte auch sogenannte sekundäre Zwangsmaßnahmen gegen Unternehmen ein, die mit dem kubanischen Unternehmens- und Militärkonglomerat Gaesa zusammenarbeiten. Washington zielt damit auf einen der wichtigsten wirtschaftlichen Akteure Kubas, der mit den kubanischen Streitkräften verbunden und in zahlreichen Schlüsselsektoren der Wirtschaft aktiv ist.

Der Finanzarm von Gaesa ist die Fincimex S.A., und mit diesem Unternehmen arbeitete bislang die ausländische Bank zusammen, die Zahlungen mit den Kreditkarten von Mastercard und Visa in Kuba abwickelte. Die Bank beende ihre Transaktionen in Kuba, teilte die Zentralbank in Havanna mit. Den Namen des ausländischen Kreditinstituts nannte sie nicht.

Ebenfalls am Mittwoch erklärte die spanische Hotelgruppe Melia, sie beende ihre Geschäftstätigkeit "mit sofortiger Wirkung" in 15 ihrer 34 Hotels auf der Insel. Grund sei die "aktuelle Lage". Auch Iberostar aus Spanien zog sich bei zwölf von 18 Hotels in Kuba zurück. Es sind Hotels, die beide Unternehmen zusammen mit Gaesa führten. Die verbleibenden Hotels leiten sie zusammen mit dem kubanischen Tourismusministerium. Die Hotelgruppe Archipelago International aus Indonesien mit sechs Hotels auf der Insel will sich ebenfalls zurückziehen, auch die kanadische Kette Blue Diamond verlässt Kuba.

Mitte Mai hatten die Reedereien CMA CGM aus Frankreich und Hapag-Lloyd aus Deutschland bereits bekanntgegeben, dass sie "vorübergehend" keine Fracht mehr nach Kuba liefern. Ein Sprecher von Hapag-Lloyd sagte AFP am Mittwoch, die Reederei sei weiter dabei, die "Folgen der kürzlich verhängten US-Sanktionen zu prüfen".

"Die Auswirkungen des Weggangs all dieser internationalen Unternehmen auf die kubanische Wirtschaft sind kurz- und mittelfristig verheerend", sagte der kubanische Ökonom Daniel Torralbas AFP. Dies mache das Jahr 2026 "zum schlimmsten Jahr in der Wirtschaftsgeschichte Kubas der letzten 70 Jahre".

(W.Novokshonov--DTZ)

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