Deutsche Tageszeitung - Mutmaßlicher Drogenhandel über Darknet: Zollbeamter und Polizist unter Verdacht

Mutmaßlicher Drogenhandel über Darknet: Zollbeamter und Polizist unter Verdacht


Mutmaßlicher Drogenhandel über Darknet: Zollbeamter und Polizist unter Verdacht
Mutmaßlicher Drogenhandel über Darknet: Zollbeamter und Polizist unter Verdacht / Foto: © AFP/Archiv

Ein Zollbeamter aus Niedersachsen soll gemeinsam mit mehreren weiteren Beschuldigten, darunter einem Polizisten, in größerem Stil Drogen über das sogenannte Darknet vertrieben haben. Wie die Generalstaatsanwaltschaft und die Polizei in Oldenburg am Donnerstag mitteilten, geht um mehr als tausend Fälle des Rauschgiftverkaufs mit einem Umsatz von mindestens einer halben Million Euro. Der Zollbedienstete und zwei weitere mutmaßliche Hauptbeschuldigte wurden demnach am Mittwoch festgenommen.

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Dem Polizisten wird Beihilfe vorgeworfen, er befand sich den Angaben zufolge weiter auf freiem Fuß. Demnach rückten am Mittwoch zahlreiche Einsatzkräfte, darunter Mitglieder von Spezialeinheiten, zur Festnahme der drei Hauptverdächtigen sowie ergänzenden Razzien aus. Durchsucht wurden dabei zehn Wohn- und Bürogebäude in den niedersächsischen Städten Oldenburg, Bad Zwischenahn und Wilhelmshaven sowie in Hamburg.

Nach Ermittlerangaben sollen die Beschuldigten im Alter von 31 bis 37 Jahren arbeitsteilig vorgegangen sein, der Tatzeitraum reicht von Februar 2019 bis April 2026. Der Zollbeamte soll die Drogen beschafft und in einem Lager im Bereich Bad Zwischenahn zentral gelagert haben, während ein zweiter Hauptbeschuldigter das Rauschgift verpackt und über Postdienstleister versandt haben soll. Der dritte übernahm demnach die Zahlungsabwicklung. Der Polizeibeamte soll Lagerräume betrieben haben.

Die Drogen sollen die Verdächtigen über illegale Internethandelsplätze im Darknet sowie über Messengerdienste angeboten und international verkauft haben. Es geht um Rauschgifte wie Cannabis, Amphetamin und Kokain. Bei den Durchsuchungen am Mittwoch beschlagnahmten Ermittler unter anderem Datenträger und Kommunikationsmittel sowie kilogrammweise Drogen, außerdem Vermögenswerte wie Bargeld und hochwertige Uhren.

Neben dem Zollbeamten aus Bad Zwischenahn sollen die beiden anderen Hauptbeschuldigte in Oldenburg und im Raum Hamburg ansässig gewesen sein. Der als Helfer beschuldigte Polizist arbeitet bei der Polizeidirektion Oldenburg. Ermittelt wird in dem Fall wegen des Verdachts des gewerbs- und bandenmäßigen Drogenhandels. Die drei Hauptbeschuldigten wurden am Donnerstag einem Richter vorgeführt, der Untersuchungshaft anordnete.

(V.Sørensen--DTZ)

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