Deutsche Tageszeitung - Gesperrte Brücke: Grüne kritisieren Verkehrspolitik der Regierung

Gesperrte Brücke: Grüne kritisieren Verkehrspolitik der Regierung


Gesperrte Brücke: Grüne kritisieren Verkehrspolitik der Regierung
Gesperrte Brücke: Grüne kritisieren Verkehrspolitik der Regierung / Foto: © AFP

Anlässlich der Vollsperrung der Bonner Autobahn-Nordbrücke hat der Grünen-Verkehrspolitiker Tarek Al-Wazir der Bundesregierung falsche Prioritätensetzungen vorgeworfen. Verkehrsminister Patrick Schnieder (CDU) lege zu viel Wert auf neue Autobahnen, kritisierte Al-Wazir am Samstag im Deutschlandfunk. Deswegen fehlten Geld und planerische Kapazitäten für die Sanierung bestehender Bauten.

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"Sanierung muss absolute Priorität haben", verlangte Al-Wazir. Schnieder plane jedoch stattdessen derzeit eine Reihe von Autobahnneubauten. Lediglich 2,5 Milliarden Euro jährlich aus dem Sondervermögen des Bundes für Infrastruktur seien derzeit für Sanierungen vorgesehen, sagte der Vorsitzende des Bundestags-Verkehrsausschusses und frühere hessische Landesverkehrsminister. Zudem würden Kosten aus dem regulären Haushalt in das Sondervermögen verschoben.

Al-Wazir kritisierte auch, dass das Bundesverkehrsministerium verlangt habe, bei einem Neubau die nun gesperrte Nordbrücke in Bonn massiv zu verbreitern. Dies mache die Planungen wesentlich aufwändiger als bei einem Ersatzbau in bisheriger Größe.

Die Autobahn GmbH hatte die Friedrich-Ebert-Brücke am Mittwochnachmittag kurzfristig und bis auf Weiteres voll gesperrt. Grund sind strukturelle Schäden am Tragwerk der Vorlandbrücke am linken Rheinufer, die laut Autobahn GmbH eine "unverzügliche Sicherung" erforderlich machten.

Die 1967 errichtete Brücke ist Teil der Autobahn 565 und für den Autoverkehr die wichtigste Ost-West-Verbindung für die Region Bonn/Rhein-Sieg. Ihre Sperrung führt in der Region zu erheblichen Verkehrsbehinderungen. Schnieder hatte am Freitag bei einem Besuch vor Ort schnellstmögliche Abhilfe zugesichert. Derzeit wird geprüft, ob die Brücke doch noch vorübergehend so stabilisiert werden kann, dass zumindest eine eingeschränkte Nutzung bis zu einem Neubau möglich wäre.

(O.Tatarinov--DTZ)

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