Deutsche Tageszeitung - Peruaner entscheiden in Stichwahl über neuen Präsidenten

Peruaner entscheiden in Stichwahl über neuen Präsidenten


Peruaner entscheiden in Stichwahl über neuen Präsidenten
Peruaner entscheiden in Stichwahl über neuen Präsidenten / Foto: © AFP/Archiv

In Peru hat am Sonntag die Stichwahl um das Präsidentenamt begonnen. Bei dem Urnengang in dem südamerikanischen Land tritt die konservative Politikerin Keiko Fujimori gegen den linksgerichteten Abgeordneten Roberto Sánchez an. Erwartet wurde ein Kopf-an-Kopf-Rennen.

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In den letzten Umfragen vor der Wahl lag die 51-jährige Fujimori nur knapp vor dem 57-jährigen Sánchez. Ein Fünftel der rund 27 Millionen Wahlpflichtigen galt Meinungsforschern zufolge kurz vor der Wahl noch als unentschlossen. In der ersten Runde waren Fujimori und Sánchez jeweils auf weniger als 30 Prozent der Stimmen gekommen.

Fujimori kandidiert zum vierten Mal in Folge. Für den Fall eines Wahlsiegs kündigte sie ein hartes Durchgreifen gegen Kriminalität und illegale Migration an. Sie ist die Tochter des früheren Präsidenten Alberto Fujimori, der Peru von 1990 bis 2000 regierte und dessen Vermächtnis die politische Identität seiner Tochter prägt. Alberto Fujimori wurde von seinen Anhängern dafür gefeiert, dass er die linken Rebellen besiegte und die Wirtschaft stabilisierte. Später wurde er wegen Menschenrechtsverletzungen und Korruption verurteilt. Er starb 2024.

Sánchez tritt zum ersten Mal an. Er tritt für die Rechte der armen Landbevölkerung ein und fordert eine Reform von Polizei und Justiz. Unterstützt wird er von Anhängern des linken Ex-Präsidenten Pedro Castillo, der nach einem versuchten Staatsstreich im Gefängnis sitzt. Sánchez kündigte für den Fall eines Wahlsieges an, Gesetze abschaffen zu wollen, die seiner Meinung nach das organisierte Verbrechen begünstigen.

Am Freitag ordnete ein Gericht einen Prozess gegen Sánchez an. Ihm wird zur Last gelegt, der Wahlbehörde Zuwendungen an seine Partei Juntos por el Perú in den Jahren von 2018 bis 2020 verschwiegen zu haben. Sánchez' Anwälte haben Berufung angekündigt; sollte er die Wahl gewinnen, würde er Immunität genießen.

Der Wahlkampf war geprägt von Gewalt und Wut auf die politisch Verantwortlichen, die viele Wähler für die seit Jahren herrschende Instabilität im Land verantwortlich machen. Sánchez wirft Fujimori vor, zur politischen Krise beigetragen zu haben. Ihre Partei habe den Sturz mehrerer Präsidenten mitzuverantworten.

Die peruanische Verfassung erlaubt es dem Parlament, den Präsidenten wegen "dauerhafter moralischer Unfähigkeit" abzusetzen. Am Sonntag wird nun der neunte Präsident innerhalb von zehn Jahren gewählt.

Derzeit ist José María Balcázar als Interimspräsident im Amt. Der nächste Präsident oder die nächste Präsidentin wird das Amt am 28. Juli antreten und muss ohne Mehrheit im Parlament regieren. Daher wird er oder sie auf die Gegenseite zugehen müssen. Die Wahllokale sollten um 17.00 Uhr Ortszeit (24.00 Uhr MESZ) schließen.

(B.Izyumov--DTZ)

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