Deutsche Tageszeitung - Iranische Fußball-Nationalmannschaft in Mexiko eingetroffen

Iranische Fußball-Nationalmannschaft in Mexiko eingetroffen


Iranische Fußball-Nationalmannschaft in Mexiko eingetroffen
Iranische Fußball-Nationalmannschaft in Mexiko eingetroffen / Foto: © AFP

Wenige Tage vor Beginn der Fußball-Weltmeisterschaft ist die Nationalmannschaft des Iran im mexikanischen Tijuana eingetroffen, wo sie während des Turniers ihr Quartier aufschlagen will. Das Flugzeug mit dem aus dem Trainingslager in der Türkei kommenden "Team Melli" landete am Sonntagmorgen in der Grenzstadt im Nordwesten Mexikos, wie AFP-Reporter berichteten.

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Um die Teilnahme der Iraner an dem Turnier in den USA, Mexiko und Kanada gab es monatelange Diskussionen: Noch nie zuvor hat die Nationalmannschaft eines Landes an einer WM teilgenommen, das sich mit einem Gastgeberland im Krieg befindet.

Die Fußball-WM wird vom 11. Juni bis zum 19. Juli ausgetragen. Alle drei Gruppenspiele der Iraner finden in den USA statt. In seinem ersten Spiel trifft der Iran am 15. Juni in Los Angeles auf Neuseeland. Wegen des Krieges mit den USA hatte das iranische Team sein ursprünglich in Tucson im US-Bundesstaat Arizona geplantes Quartier nach Tijuana verlegt.

Um die Visumsvergabe wird seit Wochen gestritten. Am Freitag hatten die Mitglieder des iranischen Teams ihre Pässe bei der US-Botschaft in Ankara eingereicht. Iranischen Angaben zufolge wurde 15 Angehörigen der iranischen WM-Delegation das Visum verweigert, unter ihnen auch Verbandspräsident Mehdi Tadsch, der in den von den USA als terroristisch eingestuften Revolutionsgarden gedient hatte.

Nach Angaben des iranischen Botschafters in Mexiko, Abolfasl Passandideh, darf das Team nur am Tag der Spiele in die USA einreisen und muss am gleichen Tag auch wieder ausreisen. Team-Sprecher Amir Mahdi Alawi hatte indes gesagt, die Visa befugten zur wiederholten Einreise, und die Spieler würden ein oder zwei Tage vor den Spielen anreisen. Laut den Fifa-Regeln muss der Trainer einer Nationalmannschaft am Vorabend einer Begegnung eine Pressekonferenz am Austragungsort geben.

Der iranische Fußballverband bezeichnete das Verhalten der US-Behörden als "politische Einmischung in den Sport in schlimmster Form". US-Regierungsangaben zufolge wurden alle für die WM-Teilnahme notwendigen Visa ausgestellt. Die Regierungsstellen erklärten ferner, das iranische Team werde von ihnen daran gehindert, "dieses System zu missbrauchen, um unter falschem Vorwand Terroristen in die Vereinigten Staaten einzuschleusen".

(S.A.Dudajev--DTZ)

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