Deutsche Tageszeitung - Israels Armee entdeckt Tunnelsystem unter eingenommener Burg Beaufort im Libanon

Israels Armee entdeckt Tunnelsystem unter eingenommener Burg Beaufort im Libanon


Israels Armee entdeckt Tunnelsystem unter eingenommener Burg Beaufort im Libanon
Israels Armee entdeckt Tunnelsystem unter eingenommener Burg Beaufort im Libanon / Foto: © AFP

Israels Armee hat eigenen Angaben zufolge ein weitläufiges Tunnelsystem der Hisbollah unter der mittelalterlichen Burg Beaufort im Süden des Libanon aufgedeckt. Die nur wenige Kilometer von der israelischen Grenze entfernt gelegenen Tunnel hätten der pro-iranischen Hisbollah-Miliz als Basis für Einsätze gedient, erklärte die Armee am Sonntag. Das Tunnelsystem sei ein "zentraler Knotenpunkt der Terrororganisation Hisbollah in diesem Gebiet" gewesen, hieß es weiter.

Textgröße ändern:

Den Armeeangaben zufolge wurde das Tunnelsystem vom Iran finanziert und so konzipiert, dass es Hunderten Kämpfern Schutz bieten kann.

In einem etwa einen Kilometer langen Tunnel hätten israelische Soldaten sechs unterirdische Schächte, einen als Waffenlager genutzten Raum, einen Panzerabwehrraketenwerfer, Panzerabwehrraketen, Munition, Kampfausrüstung, medizinische Ausrüstung sowie Wohnräume mit Duschen, Toiletten, einen Operationssaal und Küchen", gefunden teilte das Militär mit.

Veröffentlichtes Videomaterial zeigt einen schmalen Tunnel, der den unterirdischen Gängen im Gazastreifen ähnelt und mit Betten, Toiletten und Haushaltsgegenständen ausgestattet ist.

Israels Armee, die im Süden des Libanon eine Bodenoffensive ausführt, hatte die auf einem Hügel gelegene Burg Beaufort kürzlich eingenommen und sich somit wieder einen strategisch wichtigen Stützpunkt nahe der Grenze zu Israel verschafft.

Israel hatte die Burg bereits während seiner Invasion im Libanon 1982 erobert - nach einem langwierigen Kampf mit palästinensischen Kämpfern, die sich in den Tunneln versteckten. Israel nutzte die Burg bis zu seinem Abzug im Jahr 2000 als wichtigen Beobachtungs- und Abhörposten.

(P.Tomczyk--DTZ)

Empfohlen

Parlamentswahl in Armenien: Rückenwind für Paschinjans pro-westlichen Regierungskurs

Rückenwind für den pro-westlichen Kurs von Nikol Paschinjan: Bei der richtungsweisenden Parlamentswahl in Armenien liegt die Partei des Regierungschefs Teilergebnissen zufolge klar in Führung. Wie die zentrale Wahlkommission in der Nacht zu Montag nach Auszählung der Stimmzettel in knapp einem Viertel der Wahllokale mitteilte, kommt Paschinjans Zivilvertrags-Partei auf knapp 53 Prozent. Das Bündnis Starkes Armenien seines pro-russischen Herausforderers Samwel Karapetjan erhielt demnach gut 23 Prozent der Stimmen. In einer ersten Reaktion reklamierte Paschinjan den Wahlsieg für sich und seine Partei.

Parlamentswahl in Armenien: Partei von Paschinjan in Führung (Teilergebnisse)

Bei der richtungsweisenden Parlamentswahl in Armenien liegt die Partei von Ministerpräsident Nikol Paschinjan ersten Teilergebnissen zufolge klar in Führung. Wie die zentrale Wahlkommission am Sonntagabend nach Auszählung der Stimmzettel in 7,4 Prozent der Wahllokale mitteilte, kommt Paschinjans Zivilvertrags-Partei auf knapp 57 Prozent. Das Bündnis Starkes Armenien seines pro-russischen Herausforderers Samwel Karapetjan erhielt demnach gut 22 Prozent der Stimmen.

Nachwahlbefragungen: Fujimori bei Stichwahl um Präsidentenamt in Peru knapp vorn

Bei der Stichwahl um das Präsidentenamt in Peru liegt die konservative Politikerin Keiko Fujimori Nachwahlbefragungen zufolge knapp in Führung. Laut den Instituten Ipsos und Daum führte Fujimori nach dem Schließen der Wahllokale am Sonntag mit etwa einem Prozentpunkt Vorsprung vor ihrem linksgerichteten Rivalen Roberto Sánchez. Fujimori kam laut Ipsos auf 50,7 Prozent der Stimmen, Sánchez auf 49,3 Prozent. Laut dem Institut Datum lag Fujimori bei 50,5 Prozent gegenüber 49,5 der Stimmen für Sánchez.

Friedensforschungsinstitut Sipri warnt vor wachsender Bedeutung von Atomwaffen

Das Stockholmer Friedensforschungsinstitut Sipri hat vor einer wachsenden Bedeutung von Atomwaffen in der internationalen Sicherheitspolitik gewarnt. Zwar sank die weltweite Gesamtzahl der Atomsprengköpfe leicht, die Zahl der militärisch nutzbaren Sprengköpfe stieg aber, wie Sipri anlässlich der Veröffentlichung seines 57. Jahrbuchs am Montag erklärte. In Europa rückten laut Sipri Debatten über nukleare Teilhabe und Abschreckung stärker in den Fokus.

Textgröße ändern: