Deutsche Tageszeitung - Israels Luftwaffe attakiert nach iranischen Angriffen Ziele im Iran - Explosionen in Teheran

Israels Luftwaffe attakiert nach iranischen Angriffen Ziele im Iran - Explosionen in Teheran


Israels Luftwaffe attakiert nach iranischen Angriffen Ziele im Iran - Explosionen in Teheran

Israel hat als Reaktion auf neue iranische Raketenangriffe militärische Ziele im Iran angegriffen - und sich damit über die Aufforderung von US-Präsident Donald Trump hinweggesetzt, von Vergeltungsmaßnahmen für den massiven Raketenbeschuss aus Teheran abzusehen. Die israelische Luftwaffe habe vor kurzem "militärische Ziele des iranischen Terrorregimes im Westen und im Zentrum des Iran angegriffen", erklärte die israelische Armee am Montag im Onlinedienst Telegram. Irans Parlamentspräsident Mohammad Bagher Ghalibaf drohte den USA und Israel derweil mit weiteren Angriffen.

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Irans Staatsfernsehen berichtete am Montag von "mehreren" Explosionen in der Hauptstadt Teheran sowie in den Städten Täbris und Isfahan. Zuvor hatte der Iran erstmals seit Inkrafttreten einer Waffenruhe Anfang April erneut Raketen auf Israel abgefeuert.

Im Norden und im Zentrum Israels wurde Luftalarm ausgelöst, darunter in den Städten Haifa, Caesarea und Hadera. Wenige Minuten später meldete die Armee eine zweite aus dem Iran kommende Raketensalve. Es seien alle elf Raketen abgefangen worden, hieß es. Israels Bildungsministerium und die Armee teilten in einer gemeinsamen Erklärung mit, dass alle Schulen geschlossen würden.

Später meldete die israelische Armee zudem Raketenbeschuss aus dem Jemen, von wo aus die mit dem Iran verbündeten Huthis bereits zuvor Angriffe auf Israel verübt haben. Die Luftabwehrsysteme seien im Einsatz, um die Bedrohung abzuwehren.

Irans Revolutionsgarden bezeichneten den iranischen Raketenangriff als "Warnung" nach israelischen Luftangriffen auf Beirut, dessen südliche Vororte als Hisbollah-Hochburgen gelten.

Laut Libanons Gesundheitsministerium galt der israelische Luftangriff habe dem Gebiet Mreijeh am südlichen Stadtrand von Beirut. Dabei wurden demnach zwei Menschen getötet und 20 weitere verletzt. Das Büro von Israels Regierungschef Benjamin Netanjahu teilte am Sonntag mit, die Armee habe "als Reaktion auf den Beschuss israelischen Gebiets durch die Hisbollah eine Kommandozentrale der Milz im Beiruter Stadtteil Dahijeh angegriffen".

Die iranischen Streitkräfte warfen Israel vor, mit dem jüngsten Angriff "alle roten Linien überschritten" zu haben. Die israelische Armee müsse ihre Angriffe auf den Süden des Libanon und die Vororte stoppen, forderte Armeekommandeur Ali Abdollahi in einer im Fernsehen veröffentlichten Erklärung.

Der Iran hatte zuvor bereits damit gedroht, US- und israelische Ziele in der Region anzugreifen. Irans Parlamentspräsident Ghalibaf, der auch als Chefunterhändler in den Gesprächen mit Washington fungiert, warf den USA vor, dem Angriff in Beirut "grünes Licht" gegeben zu haben. Er erklärte, US- und israelische Einrichtungen seien nun "legitime Ziele".

Der israelische Armeesprecher Effie Defrin sagte in einer TV-Ansprache, die Angriffe in Beirut seien als Reaktion auf die unablässigen Angriffe der vom Iran unterstützten Hisbollah-Miliz auf Israels Norden erfolgt. Der Iran habe einen "großen Fehler" gemacht, indem er erneut "den Weg des Terrors" gewählt habe. Er kündigte an, dass die israelischen Streitkräfte ihre Einsätze "im gesamten Libanon fortsetzen und ihre Maßnahmen gegen die Terrororganisation Hisbollah intensivieren" würden.

US-Präsident Trump erklärte einem Medienvertreter zufolge nach den iranischen Raketenangriffen, er werde Israels Regierungschef Netanjahu anrufen und ihn davon abhalten, auf den Beschuss zu reagieren. "Ich werde Bibi sofort anrufen und ihm sagen, dass er nicht zurückschlagen soll", sagte Trump unter Verwendung des Spitznamens von Netanjahu laut dem "Axios"-Journalisten Barak Ravid, der eigenen Angaben zufolge mit Trump telefonierte. "Wir brauchen keinen weiteren Angriff", sagte der US-Präsident demnach.

Das Weiße Haus und Trump äußerten sich zunächst nicht dazu. Die britische Außenministerin Yvette Cooper erklärte jedoch im Onlinedienst X, ein Wiederaufflammen des Krieges zwischen dem Iran und Israel liege "in niemandes Interesse".

Zuvor hatte Israels Armee eigenen Angaben zufolge ein weitläufiges Tunnelsystem der Hisbollah unter der früheren Kreuzfahrerfestung Beaufort im Süden des Libanon aufgedeckt. Das nur sechs Kilometer von der israelischen Grenzstadt Metula entfernt gelegene Tunnelnetzwerk haben der pro-iranischen Miliz als Basis für Einsätze gedient, erklärte die Armee am Sonntag.

Das Tunnelsystem sei ein "zentraler Knotenpunkt der Terrororganisation Hisbollah in diesem Gebiet" gewesen. Den Armeeangaben zufolge wurde das Tunnelsystem vom Iran finanziert und so konzipiert, dass es Hunderten Kämpfern Schutz bieten kann. Unter anderem wurden darin Waffen und Ausrüstung, aber auch medizinische Ausrüstung sowie Wohnräume mit Duschen, Toiletten, ein Operationssaal und Küchen vorgefunden.

(I.Beryonev--DTZ)

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