Deutsche Tageszeitung - Auszählung fast beendet: Fujimori und Sánchez bei Präsidenten-Stichwahl gleichauf

Auszählung fast beendet: Fujimori und Sánchez bei Präsidenten-Stichwahl gleichauf


Auszählung fast beendet: Fujimori und Sánchez bei Präsidenten-Stichwahl gleichauf
Auszählung fast beendet: Fujimori und Sánchez bei Präsidenten-Stichwahl gleichauf / Foto: © AFP

Bei der Stichwahl um das Präsidentenamt in Peru zeichnet sich auch nach Auszählung fast aller Wahlzettel kein eindeutiges Ergebnis ab: Nach Auswertung der Stimmen aus 90 Prozent der Wahllokale lag die konservative Politikerin Keiko Fujimori am Montag mit einem hauchdünnen Vorsprung vor ihrem linksgerichteten Rivalen Roberto Sánchez. Fujimori holte demnach 50,4 Prozent der Stimmen, während Sánchez mit 49,6 Prozent knapp dahinter lag.

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Durch die nach und nach eintreffenden Ergebnisse aus den ländlichen Gebieten, die als Hochburgen von Sánchez gelten, könnte Fujimoris Vorsprung noch schmelzen.

"Derzeit gibt es noch keinen Sieger. Es stehen uns lange Tage bevor", sagte Fujimori am Sonntagabend (Ortszeit). Sánchez rief seinen jubelnden Anhängern zu, derzeit gebe es ein "Unentschieden", das Rennen um die Präsidentschaft sei noch offen.

Das enge Ergebnis spiegele die Spaltung des Landes wider, sagte der Analyst Paulo Vilca vom Institut für peruanische Studien (IEP) der Nachrichtenagentur AFP. "Wer auch immer gewinnt, wird das halbe Land gegen sich haben."

In der ersten Runde der Präsidentschaftswahl waren Fujimori und Sánchez jeweils auf weniger als 30 Prozent der Stimmen gekommen. Auch vor der Stichwahl galt ein Fünftel der rund 27 Millionen Wahlberechtigten Meinungsforschern zufolge noch als unentschlossen.

Fujimori kandidierte zum vierten Mal in Folge. Für den Fall eines Wahlsiegs kündigte sie ein hartes Durchgreifen gegen Kriminalität und illegale Migration an. Sie ist die Tochter des früheren Präsidenten Alberto Fujimori, der Peru von 1990 bis 2000 regierte und dessen Vermächtnis die politische Identität seiner Tochter prägt. Alberto Fujimori wurde von seinen Anhängern dafür gefeiert, dass er die linken Rebellen besiegte und die Wirtschaft stabilisierte. Später wurde er wegen Menschenrechtsverletzungen und Korruption verurteilt.

Der linksgerichtete Abgeordnete Sánchez trat zum ersten Mal an. Er tritt für die Rechte der armen Landbevölkerung ein und fordert eine Reform von Polizei und Justiz. Unterstützt wird er von Anhängern des linken Ex-Präsidenten Pedro Castillo, der nach einem versuchten Staatsstreich im Gefängnis sitzt. Sánchez kündigte für den Fall eines Wahlsieges an, Gesetze abschaffen zu wollen, die seiner Meinung nach das organisierte Verbrechen begünstigen.

Der Wahlkampf war geprägt von Gewalt und Wut auf die politisch Verantwortlichen, die viele Wähler für die seit Jahren herrschende Instabilität im Land verantwortlich machen. Sánchez wirft Fujimori vor, zur politischen Krise beigetragen zu haben. Ihre Partei habe den Sturz mehrerer Präsidenten mitzuverantworten.

(S.A.Dudajev--DTZ)

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