Deutsche Tageszeitung - Planung von islamistischem Anschlag: Haftstrafe und Psychiatrie in Bremen

Planung von islamistischem Anschlag: Haftstrafe und Psychiatrie in Bremen


Planung von islamistischem Anschlag: Haftstrafe und Psychiatrie in Bremen
Planung von islamistischem Anschlag: Haftstrafe und Psychiatrie in Bremen / Foto: © AFP/Archiv

Wegen der Planung eines islamistischen Anschlags hat das Landgericht Bremen zwei Männer verurteilt. Es sprach einen 35-Jährigen nach Angaben eines Sprechers am Montag unter anderem wegen Verabredung zum Mord schuldig und verhängte achteinhalb Jahre Haft gegen ihn. Seinen ebenfalls angeklagten 20-jährigen Neffen sprach es frei, ordnete aber dessen Einweisung in die Psychiatrie an. Laut Sprecher leidet er an atypischem Autismus.

Textgröße ändern:

Laut Anklage fassten die beiden Männer einen dschihadistischen Anschlag auf ein Krankenhaus in Bremerhaven ins Auge, der Jüngere sollte demnach eine Sprengstoffweste tragen. Demnach wollten die Beschuldigten außer zahlreichen anderen Menschen bei der Tat auch sich selbst töten.

Die mutmaßlichen Pläne scheiterten nach Ermittlerangaben an fehlendem Geld und am Einschreiten der Sicherheitsbehörden. Der Anklage zufolge waren bis dahin nur drei potenziell für Sprengsätze geeignete Stoffe bestellt worden, der Bau von Bomben war damit noch nicht möglich.

Der Jüngere legte zum Prozessauftakt ein Teilgeständnis ab, bestritt aber eine islamistische Motivation für den geplanten Anschlag. Er leidet nach Feststellungen des Gerichts nicht nur an Autismus, sondern auch an Depressionen und schweren Zwangsstörungen. Deshalb sei seine Schuldfähigkeit aufgehoben. Er soll in eine geschlossene Psychiatrie.

Seinen Onkel verurteilte das Landgericht unter anderem auch wegen Verabredung zur Herbeiführung einer Sprengstoffexplosion sowie Terrorismusfinanzierung. Laut Anklage hatten die beiden Männer geplant, Sprengsätze in der Wohnung der Mutter des 35-Jährigen zu bauen.

(L.Barsayjeva--DTZ)

Empfohlen

Verband: Klingbeil soll sich für Zugang von Reportern zu G20-Treffen in den USA einsetzen

Der Deutsche Journalisten-Verband (DJV) hat Bundesfinanzminister Lars Klingbeil (SPD) aufgefordert, sich bei einem Treffen der G20-Gruppe in den USA für die Akkreditierung ausgeschlossener Medien einzusetzen. Die Verweigerung von Akkreditierungen durch die US-Regierung stelle einen "klaren Verstoß gegen die Pressefreiheit" dar, erklärte der DJV am Montag in Berlin. Dazu dürfe Klingbeil "nicht schweigen".

40 Jahre Klimaberichterstattung: Von der Warnung zur Solarrevolution

Vor genau vierzig Jahren rückte der Klimawandel durch mediale Warnungen ins öffentliche Bewusstsein. Ein Rückblick auf die wissenschaftlichen Alarme, politische Meilensteine wie das Kyoto-Protokoll und das deutsche EEG sowie die bitteren Rückschläge in der Energiewende bis hin zur heutigen Extremwetterlage.

Spanien untersucht weiter Ursachen für Massenandrang von Migranten in Ceuta

Einen Monat nach dem Massenandrang von Migranten auf die spanische Exklave Ceuta in Nordafrika untersucht Spanien nach Regierungsangaben weiter die Ursachen der Vorkommnisse. "Wir ermitteln weiter", sagte Ministerpräsident Pedro Sánchez am Montag im Radiosender Cadena Ser. Zugleich prangerte der sozialistische Regierungschef "Falschinformationen" an, die durch eine "ultrarechte internationale Bewegung" verbreitet worden seien.

Bundesaußenminister Wadephul zu Besuch nach Tunesien aufgebrochen

Bundesaußenminister Johann Wadephul (CDU) ist zu einem Besuch in den nordafrikanischen Mittelmeeranrainern Tunesien und Algerien aufgebrochen. "Mit Tunesien und Algerien teilen wir zentrale wirtschaftliche und sicherheitspolitische Anliegen", erklärte Wadephul am Montagmorgen vor seinem Abflug in Berlin. "Gemeinsam können wir das Mittelmeer zu einem Raum der Stärke zwischen unseren Kontinenten machen", fügte er hinzu.

Textgröße ändern: