Deutsche Tageszeitung - Aus von Kampfjet-Projekt FCAS: Verteidigungspolitiker fordern rasche Alternative

Aus von Kampfjet-Projekt FCAS: Verteidigungspolitiker fordern rasche Alternative


Aus von Kampfjet-Projekt FCAS: Verteidigungspolitiker fordern rasche Alternative
Aus von Kampfjet-Projekt FCAS: Verteidigungspolitiker fordern rasche Alternative / Foto: © AFP/Archiv

Nach dem Scheitern des deutsch-französischen Kampfjet-Projekts FCAS fordern Verteidigungspolitiker von Union und SPD eine rasche Alternative. Die Bundesregierung sollte rasch ein neues deutsch-internationales Projekt gemeinsam mit Airbus vorantreiben, erklärten sie in der "Augsburger Allgemeinen" (Dienstagsausgabe). "Die deutsche Industrie kann und muss nun ihre Leistungsfähigkeit unter Beweis stellen", sagte der verteidigungspolitische Sprecher der Unionsfraktion, Thomas Erndl (CSU).

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Dafür müsse die Zusammenarbeit mit anderen Partnern zügig geprüft werden und es seien "regierungsseitig die entsprechenden Freigaben zu erteilen", sagte Erndl. "Die Expertise zum militärischen Flugzeugbau ist in Deutschland vorhanden." Das Scheitern der Zusammenarbeit zwischen der deutschen Airbus-Sparte und dem französischen Dassault-Konzern sei auch eine Chance - und "eine wegweisende und richtige Entscheidung".

Auch der SPD-Verteidigungspolitiker Christoph Schmid begrüßte die FCAS-Entscheidung als "eher einen Vorteil, weil jetzt Klarheit herrscht". Nun könnten schnell andere Projektpartner als Alternativen zu den Franzosen geprüft werden, sagte er der "Augsburger Allgemeinen". "Mit den Briten, Italienern und den Japanern muss man das Gespräch suchen, ebenso wie mit Schweden." Eine rein deutsche Lösung hält Schmid nach eigenen Angaben nicht für sinnvoll. "Vor allem dürfen wir die Spanier nicht vergessen, die ja ebenfalls an FCAS beteiligt sind".

Der Grünen-Politiker Anton Hofreiter wertete dagegen das Scheitern des FCAS-Projekts als Niederlage für Bundeskanzler Friedrich Merz (CDU). Das Platzen des Projekts sei unverantwortlich in der aktuellen Sicherheitslage, sagte der Vorsitzende des Bundestag-Europaausschusses. "Russland wird immer bedrohlicher, die USA ziehen sich immer weiter zurück - gerade jetzt wäre es wichtig, auf europäische Zusammenarbeit zu setzen, wenn Deutschland verteidigungsfähig werden möchte."

Neun Jahre nach der Ankündigung eines gemeinsamen Kampfjets hatten Deutschland und Frankreich am Montag nach langen Streitigkeiten das Ende des FCAS-Projekts verkündet. Bundeskanzler Friedrich Merz (CDU) und Frankreichs Präsident Emmanuel Macron seien "zu der geteilten Einschätzung gelangt, dass die Unternehmen beim Bau eines gemeinsamen Kampfflugzeuges nicht zusammenfinden", hieß es aus deutschen Regierungskreisen.

Die Abkürzung FCAS steht für Future Combat Air System. An dem Vorhaben ist neben Deutschland und Frankreich auch Spanien beteiligt. Geplant war das System als Rückgrat der deutsch-französischen Luftverteidigung ab den 2040er Jahren. Ein mit Tarnkappentechnik ausgestatteter Kampfjet sollte dem Projekt zufolge bei der deutschen Luftwaffe langfristig den Eurofighter Tycoon und bei den französischen Luftstreitkräften das Kampfflugzeug Rafale ablösen.

(U.Kabuchyn--DTZ)

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