Deutsche Tageszeitung - Hambacher Wald soll zu Wildnis werden: Einigung über dauerhaften Schutz

Hambacher Wald soll zu Wildnis werden: Einigung über dauerhaften Schutz


Hambacher Wald soll zu Wildnis werden: Einigung über dauerhaften Schutz
Hambacher Wald soll zu Wildnis werden: Einigung über dauerhaften Schutz / Foto: © AFP/Archiv

Der Hambacher Wald soll dauerhaft erhalten bleiben und sich ungestört zu einem Wildnisgebiet entwickeln. Darauf einigten sich das Land Nordrhein-Westfalen, Kommunen der Region, die RWE Power AG sowie Vertreter von Naturschutz und Landwirtschaft, wie das Umweltministerium in Düsseldorf am Dienstag mitteilte. Eine entsprechende gemeinsame Erklärung sei am Dienstag unterzeichnet worden.

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Nach der Vereinbarung sollen der Hambacher Wald und benachbarte Waldflächen unter Schutz gestellt und in öffentliches Eigentum überführt werden. Spätestens bis 2035 soll der Wald offiziell als Wildnisentwicklungsgebiet ausgewiesen werden. Bereits zuvor werde RWE den Angaben zufolge die forstwirtschaftliche Nutzung einstellen, damit sich der Wald ungestört entwickeln könne.

Geplant seien zudem zwei breite Waldstreifen, die den Hambacher Wald mit benachbarten Waldgebieten verbinden sollen. Ziel sei eine großflächige ökologische Vernetzung der Lebensräume, hieß es weiter. Die vereinbarten Eckpunkte sollen demnach bis Ende des Jahres in einem öffentlich-rechtlichen Vertrag verbindlich festgeschrieben werden.

Nordrhein-Westfalens Umweltminister Oliver Krischer (Grüne) sprach von einem "historischen Tag" für den Hambacher Wald. "Er wird nun dauerhaft zu einem Ort des Schutzes, der Vielfalt und der Verantwortung für kommende Generationen", erklärte er. Landeswirtschaftsministerin Mona Neubaur (Grüne) wertete die Einigung als "Ergebnis harter Arbeit", in deren Folge der Hambacher Wald nun in eine "sichere Zukunft überführt" werde.

Der Vorstand der Sparte RWE Power, Frank Weigand, sprach von einem verlässlichen Beitrag des Unternehmens für die Region. Mit den vereinbarten Eckpunkten bekräftige RWE die Bereitschaft, "den Hambacher Forst in die öffentliche Hand zu übertragen", betonte Weigand.

Der Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland begrüßte die Einigung. Damit bestehe die Chance, "die ökologische Wiederbelebung der durch die Tagebaue geschundenen Region" voranzubringen, erklärte der nordrhein-westfälische Landesvorsitzende Holger Sticht. Zugleich forderte Sticht eine zügige Umsetzung der Vereinbarungen.

Der Hambacher Wald im Rheinischen Revier zwischen Köln und Aachen war durch Proteste von Umweltschützern zum Symbol für den Kampf gegen die Kohleverstromung geworden. Ab 2012 besetzten Aktivisten Teile des Walds, um dessen Abholzung für den Braunkohletagebau zu verhindern.

Die Proteste gingen auch nach einer Räumungsaktion durch die Polizei im Jahr 2018 weiter. Es kam unter anderem zu gewaltsamen Konfrontationen. Im selben Jahr verhängte das Oberverwaltungsgericht in Münster einen Rodungsstopp.

(V.Varonivska--DTZ)

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