Deutsche Tageszeitung - Belgischer Regierungschef nennt Stopp von Kampfjet-Projekt FCAS "komplette Dummheit"

Belgischer Regierungschef nennt Stopp von Kampfjet-Projekt FCAS "komplette Dummheit"


Belgischer Regierungschef nennt Stopp von Kampfjet-Projekt FCAS "komplette Dummheit"
Belgischer Regierungschef nennt Stopp von Kampfjet-Projekt FCAS "komplette Dummheit" / Foto: © AFP/Archiv

Der belgische Ministerpräsident Bart De Wever hat Deutschland und Frankreich wegen der Einstellung des gemeinsamen Kampfjet-Projekts FCAS scharf kritisiert. Die Nachricht vom Aus habe ihn "sehr enttäuscht", sagte De Wever am Dienstag in Brüssel. "Was für eine Zeitverschwendung! Was für eine Arroganz!", fügte er hinzu. Die Einstellung des Projekts sei eine "komplette Dummheit".

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Die Europäer hätten sich "dafür entschieden, bei einem entscheidenden Teil der Luftverteidigung irrelevant zu sein - nicht nur jetzt, sondern auch in einem Jahrzehnt", sagte De Wever weiter, der normalerweise für seinen nüchternen Stil bekannt ist. Dass die Länder jetzt jeder für sich einen Kampfjet entwickeln könnten, "ignoriert die Realität". Belgien hatte seit 2023 eine Art Beobachterstatus bei dem Projekt.

Die deutsche und die französische Regierung hatten neun Jahre nach der Ankündigung eines gemeinsamen Kampfjets am Montag das Ende des FCAS-Projekts bekannt gegeben. Die Abkürzung FCAS steht für Future Combat Air System. Mit dessen Entwicklung waren der französische Rüstungskonzern Dassault und die Airbus-Rüstungssparte beauftragt worden, zwischen denen es zuletzt große Unstimmigkeiten gab.

Mit dem Kampfjet wollte Frankreich seine Rafale-Flugzeuge und Deutschland seine Eurofighter ablösen. Für die französische Luftwaffe gelten dabei jedoch andere Anforderungen als für die deutsche. So sollen französische Jets auch auf einem Flugzeugträger landen oder Atomwaffen tragen können. Die deutsche Luftwaffe braucht hingegen eher ein schnelles Jagdflugzeug.

Frankreich und Deutschland hatten auf politischer Ebene bis zuletzt um eine Fortsetzung des Vorhabens gerungen. Ende März setzten beide Seiten ein deutsch-französisches Vermittlerteam ein, um einen Kompromiss zu finden.

(A.Stefanowych--DTZ)

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