Deutsche Tageszeitung - Ausländerfeindliche Proteste nach Messerangriff in Belfast eskalieren

Ausländerfeindliche Proteste nach Messerangriff in Belfast eskalieren


Ausländerfeindliche Proteste nach Messerangriff in Belfast eskalieren
Ausländerfeindliche Proteste nach Messerangriff in Belfast eskalieren / Foto: © AFP/Archiv

Nach einem brutalen Messerangriff in Belfast sind ausländerfeindliche Proteste in der nordirischen Stadt eskaliert: Demonstranten setzten am Dienstagabend Autos und auch Gebäude in Brand. Bewohner mussten von der Feuerwehr aus brennenden Häusern geholt werden. Die Demonstrationen folgten auf die Veröffentlichung eines Videos von einem Messerangriff, für den ein sudanesischer Migrant verantwortlich gemacht wird.

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Als Reaktion auf das Video versammelten sich an verschiedenen Orten von Belfast hunderte Menschen, viele von ihnen waren laut den Berichten von Journalisten der Nachrichtenagentur AFP maskiert. Ein Bus und mehrere Autos wurden in der Hauptstadt des britischen Landesteils Nordirland in Brand gesetzt, im Fernsehen waren brennende Gebäude zu sehen.

"Gegen 19.30 Uhr legten sie Feuer in den Müllcontainern", berichtete der Bewohner eines Hauses mit Blick auf die Demonstranten. "Wir hörten Polizeiwagen und Sirenen", sagte Eemran, ein Ingenieur indischer Herkunft, der seit etwas mehr als einem Jahr in Belfast lebt. "Immer mehr Menschen kamen hinzu und begannen, Brandsätze zu werfen. Plötzlich breitete sich das Feuer aus ... wir hatten Rauch im Gebäude."

Letztlich seien Feuerwehrleute ins Haus gekommen und hätten alle nach draußen geholt, berichtete Eemran in gebrochenem Englisch der Nachrichtenagentur AFP. Die 36-jährige Chilenin Camila, die erst vor einem Monat nach Belfast gezogen war, sprach von einer "beängstigenden" Situation.

Die nordirische Regierungschefin Michelle O'Neill verurteilte die Proteste scharf und rief zur Ruhe auf. "Gruppen maskierter Männer, die Familien aus ihren Häusern vertreiben, indem sie diese niederbrennen - das ist nichts anderes als widerliche Feigheit", schrieb sie im Onlinedienst X.

Ein vor den Protesten in Onlinediensten veröffentlichtes Video zeigt einen Täter, der einen am Boden liegenden, blutüberströmten Mann mehrfach mit einem Messer attackiert und offenbar versucht, ihm die Kehle durchzuschneiden. Bei dem Angreifer handelt es sich der Polizei zufolge um einen Sudanesen, der sich legal im Vereinigten Königreich aufhalte. Der 30-Jährige wurde festgenommen, er soll am Mittwoch einem Richter vorgeführt werden.

(V.Varonivska--DTZ)

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