Deutsche Tageszeitung - Ukrainisches Akw Saporischschja erneut von äußerer Stromversorgung abgeschnitten

Ukrainisches Akw Saporischschja erneut von äußerer Stromversorgung abgeschnitten


Ukrainisches Akw Saporischschja erneut von äußerer Stromversorgung abgeschnitten
Ukrainisches Akw Saporischschja erneut von äußerer Stromversorgung abgeschnitten / Foto: © AFP/Archiv

Das russisch kontrollierte Atomkraftwerk Saporischschja in der Ukraine ist durch einen Angriff in der Nacht zum Donnerstag erneut von der Stromversorgung von außen abgeschnitten worden. Ein Reserveumspannwerk sei getroffen worden, erklärte die Internationale Atomenergiebehörde (IAEA) mit Sitz in Wien im Onlinedienst X.

Textgröße ändern:

Der Ausfall ereignete sich zu dem Augenblick, als Reparaturen an der Hauptleitung vorgenommen werden sollten, die seit dem 24. März vom Netz getrennt ist. Der Vorfall zeige einmal mehr die "anhaltenden Gefahren für die nukleare Sicherheit in Kriegszeiten", erklärte IAEA-Chef Rafael Grossi. Er rief zu "militärischer Zurückhaltung" auf, um ein Atomunglück zu vermeiden.

Das Atomkraftwerk Saporischschja ist das größte Europas. Es befindet sich seit März 2022 in russischer Hand und liegt nahe der Front. Die sechs Reaktoren sind abgeschaltet, die Anlage braucht jedoch weiterhin Elektrizität für ihre Kühl- und Sicherheitssysteme.

Das Kraftwerk wurde schon mehrfach von seiner äußeren Stromversorgung abgeschnitten. Während solcher Ausfälle ist das Kraftwerk auf Notstromdieselgeneratoren angewiesen, um das Kühlsystem seiner Reaktoren zu versorgen.

Seit Beginn der russischen Offensive in der Ukraine im Februar 2022 haben sich beide Seiten wiederholt gegenseitig vorgeworfen, mit Angriffen auf das Kraftwerk eine Atomkatastrophe zu riskieren. Ende Mai hatte eine Drohne die Wand eines Turbinengebäudes des Kraftwerks beschädigt. Laut IAEA wurde keine erhöhte Strahlenbelastung festgestellt.

(N.Loginovsky--DTZ)

Empfohlen

Präsidenten Russlands, Chinas und des Iran bei Gipfel in Kirgistan

In Kirgistan beginnt am Montag ein Gipfel der Shanghaier Organisation für Zusammenarbeit, zu dem unter anderen der russische Präsident Wladimir Putin, sein chinesischer Kollege Xi Jinping sowie der iranische Präsident Massud Peseschkian erwartet werden. Etwa ein Dutzend Staatenlenker wollen bei dem zweitägigen Treffen in der Hauptstadt Bischkek das 25-jährige Bestehen des Bündnisses begehen.

Erstes Ministertreffen von neuem Verteidigungsbündnis in Istanbul

Minister des neuen Militärbündnisses aus Saudi-Arabien, der Türkei und Pakistan kommen am Montag erstmals zu Beratungen in Istanbul zusammen. Bei dem Treffen soll nach Angaben der türkischen Regierung ein mit den Außen- und Verteidigungsministern sowie Militärchefs der drei Länder besetzter gemeinsamer verteidigungspolitischer "Strategie-Ausschuss" gebildet werden. Zudem soll über eine Stärkung der Verteidigungsfähigkeiten, Kooperationen in der Rüstungsindustrie und die Kompatibilität der Armeen beraten werden.

Klingbeil berät mit G20-Finanzministern im US-Bundesstaat North Carolina

Bundesfinanzminister Lars Klingbeil (SPD) nimmt ab Montag an einem zweitägigen Treffen der G20-Finanzminister und Zentralbanker in Asheville im US-Bundesstaat North Carolina teil. Klingbeil werde am Rande des Treffens auch bilaterale Gespräche mit wichtigen Partnern wie dem kanadischen Finanzminister und der indischen Finanzministerin führen, sagte eine Ministeriumssprecherin in Berlin. Für Dienstag steht demnach ein Besuch im BMW-Werk in South Carolina auf dem Programm.

Außenminister Wadephul besucht Tunesien und Algerien

Bundesaußenminister Johann Wadephul (CDU) besucht am Montag und Dienstag die nordafrikanischen Mittelmeeranrainer Tunesien und Algerien. In Tunis sind am Montag Gespräche mit seinem Kollegen Mohamed Nafti geplant sowie Treffen mit Vertretern deutscher Unternehmen im Land und tunesischer Start-ups.

Textgröße ändern: