Deutsche Tageszeitung - Nach ausländerfeindlichen Protesten: Tausende demonstrieren in Belfast gegen Rassismus

Nach ausländerfeindlichen Protesten: Tausende demonstrieren in Belfast gegen Rassismus


Nach ausländerfeindlichen Protesten: Tausende demonstrieren in Belfast gegen Rassismus
Nach ausländerfeindlichen Protesten: Tausende demonstrieren in Belfast gegen Rassismus / Foto: © AFP

Im nordirischen Belfast haben am Samstag tausende Menschen gegen Rassismus protestiert. Die Demonstranten trugen Plakate mit Aufschriften wie "Hass ist die einzige Bedrohung für unsere Straßen" und "Belfast sagt Nein zu Rassismus". Sie reagierten damit auf die ausländerfeindlichen Proteste in den vergangenen Tagen, bei denen es zu gewalttätigen Ausschreitungen gekommen war.

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Sie sei "einfach angewidert davon, was gerade in unserem schönen Land vor sich geht", sagte die 63-jährige Demonstrantin Hilary Hunter der Nachrichtenagentur AFP. "Alle sind hier, um zu zeigen, dass diese Leute, die all die Probleme verursachen, nicht für uns sprechen." Die Kundgebung am Samstag war von der Gruppe "Unite Against Racism" organisiert worden.

In Belfast und Umgebung war es seit Montag an mehreren Abenden zu gewalttätigen ausländerfeindlichen Protesten gekommen. Die Polizei ging mit Wasserwerfern gegen Steine werfende Demonstranten vor. Fahrzeuge und auch Häuser wurden in Brand gesteckt. Zu den Demonstrationen hatten rechtsextreme Aktivisten aufgerufen. Auslöser war die Veröffentlichung eines Videos eines brutalen Messerangriffs, für den ein sudanesischer Migrant verantwortlich gemacht wurde.

Der Staatssekretär für Nordirland, Hilary Benn, hatte am Donnerstag erklärt, die Ausschreitungen hätten ein Klima der Angst geschaffen. Menschen seien "eingeschüchtert" und teilweise "aufgrund ihrer Hautfarbe von Schlägern aus ihren Häusern vertrieben" worden.

Es habe Berichte gegeben, wonach Menschen auf dem Weg zur Arbeit in ihren Autos angehalten und nach ihrer Nationalität gefragt worden seien. Dies sei "völlig inakzeptabel", sagte Benn.

Der Gemeinderat der mehrheitlich katholischen Social Democratic and Labour Party (SDLP), Seamas de Faoite, sagte, die Menschen seien auf die Straße gegangen, um zu zeigen, dass sie angesichts der "rassistischen Gewalt" "entsetzt" seien. Organisationen in der ganzen Stadt hätten daran gearbeitet, Menschen unterzubringen, die "zu verängstigt" seien, um in ihre Wohnungen zurückzukehren.

Einwanderung ist sowohl in Großbritannien als auch in Irland ein hochbrisantes Thema und hat zum Aufstieg der rechtspopulistischen Partei "Reform UK" von Nigel Farage beigetragen. In beiden Ländern war es in den vergangenen Jahren häufiger zu Demonstrationen gegen Einwanderung gekommen, die teilweise in Gewalt ausarteten. Zuletzt war die Stimmung bei den Ausschreitungen in Nordirland auch durch X-Posts von Tesla- und SpaceX-Chef Elon Musk angeheizt worden.

(P.Tomczyk--DTZ)

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