Deutsche Tageszeitung - Trump feiert 80. Geburtstag mit Käfigkampf und Iran-Einigung

Trump feiert 80. Geburtstag mit Käfigkampf und Iran-Einigung


Trump feiert 80. Geburtstag mit Käfigkampf und Iran-Einigung

"USA-USA"-Rufe, Kampfjets und muskelbepackte Käfigkämpfer: Mit einer beispiellosen Machtdemonstration hat US-Präsident Donald Trump am Sonntagabend (Ortszeit) in Washington seinen 80. Geburtstag gefeiert. Kurz vor dem Spektakel am Weißen Haus hatte der Präsident ein "großartiges Abkommen" mit dem Iran verkündet. Es soll den von Trump befohlenen Krieg und den dadurch ausgelösten Ölpreisschock beenden.

Textgröße ändern:

Trump und der befreundete Präsident des Kampfsportverbands Ultimate Fighting Championship (UFC), Dana White, betraten gemeinsam die eigens errichtete Freiluftarena am Weißen Haus. Trump reckte dabei die Faust in die Höhe. Auf dem Weg dorthin hatte Trump vom Balkon salutiert, während Sänger die Nationalhymne anstimmten und zwölf Kampfjets über das Weiße Haus donnerten.

Zuschauer skandierten "USA, USA" - wie bei Trumps Wahlkampfveranstaltungen und politischen Kundgebungen. Der Präsident hatte für die Käfigkämpfe auf dem Südrasen des Weißen Hauses eigens eine Bühne namens "The Claw" (Die Klaue) errichten lassen. Ihre Überdachung in den Farben der US-Flagge überragte den Präsidentensitz, Scheinwerfer strahlten den Himmel an. Das Weiße Haus flutete derweil das Internet mit Bildern und Videos des Präsidenten und sprach von einer "legendären Nacht".

Trump saß mit UFC-Chef White direkt am Rand des Metallkäfigs und verfolgte bei schwülwarmen Sommertemperaturen und Gewittergrollen die Schläge und Tritte der halbnackten, nur mit knappen Hosen bekleideten Kämpfer. Er beglückwünschte die Sieger persönlich mit Händedruck. Die Sportler seien "die härtesten Leute, denen ihr je begegnen werdet", hatte der Präsident in einem Interview gesagt.

Als Hauptkämpfer war der in Deutschland geborene georgische Leichtgewichts-Champion Ilia Topuria angekündigt, der gegen seinen Rivalen Justin Gaethje in den Käfig trat. Für das Spektakel waren insgesamt 14 Mixed-Martial-Arts-Kämpfer gebucht.

Der Präsident hatte zu seinem runden Geburtstag die "großartigste Show der Welt" versprochen. Rund 4000 Gäste waren eingeladen, die Kämpfe auf dem Gelände des Weißen Hauses zu verfolgen. Für weitere 125.000 Zuschauer waren Großleinwände außerhalb des Hauptsicherheitsbereichs eingerichtet. Wegen einer Gewitterwarnung verzögerte sich der Beginn.

Das trübte nicht die Begeisterung der angereisten Kampfsportfans und Trump-Anhänger. Mit der pompösen Veranstaltung zeige der Präsident "vielleicht ein bisschen Eigennutz", sagte der Sporttrainer Nyles Rife. "Aber er ist der Anführer, also hat er das Sagen", bekundete der 35-Jährige.

Der 50-jährige Veteran Mark Toone sagte, das Kampfsportevent zeige "amerikanische Kultur" in Reinform. "Ich finde es bedauerlich, dass die Opposition viele Lügen und Unwahrheiten über diese Veranstaltung verbreitet", fügte er hinzu.

Kritiker hatten Trump vorgeworfen, das Weiße Haus zu entwürdigen und das Land mit der umstrittenen Veranstaltung weiter zu spalten. Die Anti-Korruptions-Organisation Public Integrity Project hatte versucht, den Käfigkampf kurzfristig mit einer Klage zu stoppen, diese wurde jedoch abgewiesen. Die Organisation warf Trump unter anderem vor, er bereichere sich persönlich mit Sponsorenverträgen.

Der Rechtspopulist hatte sich in der Vergangenheit wiederholt bei UFC-Kämpfen gezeigt. Zum Publikum zählen überwiegend junge Männer, die Trump 2024 mit den Wahlsieg ermöglicht hatten. Käfigkämpfe sind wegen ihrer Brutalität umstritten. Blutende Platzwunden, Gehirnerschütterungen und Brüche sind bei der brachialen Sportart an der Tagesordnung.

Die Veranstaltung stand unter dem Motto "Freiheit 250" - eine Anspielung auf den 250. Jahrestag der US-Gründung, den die Vereinigten Staaten am 4. Juli landesweit feiern.

Kurz zuvor hatte Trump die Einigung auf ein seit Wochen erwartetes Rahmenabkommen mit dem Iran verkündet. "Dieses großartige Abkommen wird Frieden und Sicherheit in die gesamte Region bringen", schrieb Trump in seinem Onlinedienst Truth Social. "Viele Präsidenten haben versucht, Frieden mit dem Iran zu schließen, und alle vor mir sind gescheitert." Das Abkommen soll nach pakistanischen Angaben am Freitag in Genf unterzeichnet werden.

Unmittelbar nach seinem Geburtstag reist der US-Präsident ins französische Evian. Dort trifft er am Montag beim G7-Gipfel die anderen Staats- und Regierungschefs, unter ihnen Bundeskanzler Friedrich Merz (CDU). Auch hier dürfte sich alles um Trump und sein Iran-Abkommen drehen.

(O.Zhukova--DTZ)

Empfohlen

Feuerpause in Oleschky: Einwohner fliehen aus besetzter ukrainischer Stadt

Im Süden der Ukraine haben Einwohner von Oleschky eine örtlich begrenzte Waffenruhe genutzt und sind aus der russisch besetzten Stadt geflohen. Die ukrainische Delegation sei mit zur Flucht bereiten Bewohnern auf dem Weg ins russische Anapa, teilte der ukrainische Unterhändler David Arachamia am Freitag im Onlinedienst Telegram mit. Moskau erklärte, der Einsatz sei "ohne Zwischenfälle" abgeschlossen worden. Zur Zahl der Geflüchteten machten beide Seiten keine Angaben.

Frankreichs Behörden befürchten bei Protesten erneut massive Randale

Die französischen Behörden befürchten bei den neuen Protesten am Samstag teilweise Randale wie bei den schweren Ausschreitungen vor zwei Wochen. "Vorfälle städtischer Gewalt vergleichbar mit jenen am 17. Oktober werden den ganzen Tag über und nach Einbruch der Dunkelheit erwartet", hieß es am Freitag aus dem Umfeld von Innenminister Laurent Nuñez. Zu befürchten seien unter anderem Sachbeschädigungen und Plünderungen. Der Samstag werde als "Hochrisiko"-Tag eingestuft.

Nach fehlgeschlagener Hinrichtung: Christa Pike leidet unter ständigen Schmerzen

Die zum Tode verurteilte US-Bürgerin Christa Pike leidet nach ihrer fehlgeschlagenen Hinrichtung vor einem Monat nach eigenen Angaben unter ständigen Schmerzen. "Seit dieser Nacht gibt es keinen Moment, an dem ich nicht unter Schmerzen leide", erklärte die 50-Jährige am Freitag mit Blick auf die Zeit seit ihrem Aufwachen im Krankenhaus. "Mein Körper schmerzt. Meine Arme schmerzen. Meine Hände schmerzen. Mein Rachen schmerzt."

EU und Kanada wollen mit neuer Allianz "gemeinsam Krisen standhalten"

Vor dem Hintergrund angespannter Beziehungen zu den USA und China haben EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen und EU-Ratspräsident António Costa in Kanada Premierminister Mark Carney getroffen, um eine neue Partnerschaft zu besiegeln. Beide Seiten wollten noch im Laufe des Freitags beim EU-Kanada-Gipfel in Montreal eine Reihe von Abkommen vorstellen, die Bereiche von strategisch wichtigen Rohstoffen bis zu Künstlicher Intelligenz abdecken.

Textgröße ändern: