Deutsche Tageszeitung - Elf Tote in der Ukraine und Kathedralenbrand in Kiew bei russischen Angriffen

Elf Tote in der Ukraine und Kathedralenbrand in Kiew bei russischen Angriffen


Elf Tote in der Ukraine und Kathedralenbrand in Kiew bei russischen Angriffen
Elf Tote in der Ukraine und Kathedralenbrand in Kiew bei russischen Angriffen / Foto: © AFP

Bei massiven nächtlichen Angriffen der russischen Armee auf Städte in der Ukraine sind Behördenangaben zufolge mindestens elf Menschen getötet und eine Kathedrale in Kiew beschädigt worden. Allein in der Hauptstadt seien fünf Menschen getötet worden, erklärte Bürgermeister Vitali Klitschko am Montag. Zudem sei die Unesco-Weltkulturerbestätte Mariä-Entschlafens-Kathedrale im Bereich des berühmten Höhlenklosters in Brand geraten. Russland bestritt einen Angriff auf die Welterbestätte. Die russischen Behörden meldeten ihrerseits Tote bei ukrainischen Angriffen.

Textgröße ändern:

Aus Kiew meldeten Reporter der Nachrichtenagentur AFP in der Nacht zum Montag heftigen Raketenbeschuss. Mithilfe dutzender Feuerwehrautos werde versucht, den Brand der berühmten Kathedrale zu löschen. An der Seite des Gebäudes war ein großes Loch zu sehen, während Flammen aus dem mit goldenen Kuppeln besetzten Dach der Kathedrale loderten.

Laut dem ukrainischen Präsidenten Wolodymyr Selenskyj wurde das Feuer in der Kathedrale am Montagmorgen gelöscht. Dies sei eines "eines der bislang schwersten Verbrechen Russlands gegen die christliche Kultur", erklärte Selenskyj.

Die russischen Streitkräfte erklärten, sie hätten "massive Angriffe" auf ukrainische Militärstandorte in Kiew, Charkiw und Dnipro geflogen. Die berühmte Kathedrale in der ukrainischen Hauptstadt sei jedoch nicht von russischen Angriffen getroffen worden.

Der Komplex des Weltkulturerbes sei "bestätigten Berichten" zufolge "von einer Rakete eines amerikanischen Patriot-Flugabwehrraketensystems getroffen" worden, erklärte das russische Verteidigungsministerium. "Einer der Gründe für die Fehlfunktion des Systems könnte darin liegen, dass westliche Länder dem Kiewer Regime abgelaufene Raketen geliefert haben."

Nach Angaben der ukrainischen Luftwaffe feuerte Russland in der Nacht 70 Raketen und 611 Drohnen auf die Ukraine ab, die größtenteils auf die Hauptstadt Kiew zielten. Dabei seien 50 Raketen und 582 Drohnen von der Luftwaffe abgefangen worden.

In der Stadt Charkiw im Nordosten der Ukraine seien fünf Rettungskräfte getötet worden, gab Innenminister Ihor Klymenko bekannt. Mindestens neun weitere Menschen seien verletzt worden.

Ein Mensch wurde zudem in der südöstlichen Region Cherson getötet. Zuvor hatte der Regionalgouverneur von Charkiw, Oleh Synehubow, erklärt, bei russischen Raketenangriffen seien zwei Menschen schwer verletzt worden. Die Einsatzkräfte seien bei Löscharbeiten angegriffen worden.

Bei den Angriffen auf Kiew wurden ukrainischen Behörden zufolge 25 Menschen verletzt. Nach Angaben des Bürgermeisters wurden mehrere Stadtteile getroffen. Auch ein Gebäude des Nationalen Kunst- und Museumskomplexes in der Hauptstadt sei in Brand geraten, berichteten ukrainische Rettungsdienste.

Auch in anderen Teilen der Ukraine kam es zu russischen Angriffen. In der ostukrainischen Stadt Dnipro wurden zwei Menschen verletzt, in der Region Sumy drei weitere, wie örtliche Behörden mitteilten.

Angesichts der jüngsten russischen Angriffe forderte Selenskyj eine entschlossene Reaktion der ukrainischen Verbündeten. Mit Blick auf das am Montag beginnende Gipfeltreffen der G7-Staaten brauche es eine "entschlossene und substanzielle" Reaktion der G7-Staaten. "Mehr Druck auf den Aggressor und mehr Unterstützung für die Luftabwehr der Ukraine, insbesondere für die Raketenabwehrkapazitäten", seien dringend erforderlich.

Die russischen Behörden meldeten derweil ukrainische Angriffe. In der Stadt Tula rund 200 Kilometer südlich von Moskau wurden nach Angaben des Regionalgouverneurs Dmitri Miljaew drei Menschen bei einem ukrainischen Drohnenangriff getötet.

Moskau und Kiew hatten in den vergangenen Monaten die gegenseitigen Angriffe verstärkt. Bemühungen um eine Beendigung des seit mehr als vier Jahren andauernden Kriegs unter Vermittlung der USA stocken.

(V.Sørensen--DTZ)

Empfohlen

Feuerpause in Oleschky: Einwohner fliehen aus besetzter ukrainischer Stadt

Im Süden der Ukraine haben Einwohner von Oleschky eine örtlich begrenzte Waffenruhe genutzt und sind aus der russisch besetzten Stadt geflohen. Die ukrainische Delegation sei mit zur Flucht bereiten Bewohnern auf dem Weg ins russische Anapa, teilte der ukrainische Unterhändler David Arachamia am Freitag im Onlinedienst Telegram mit. Moskau erklärte, der Einsatz sei "ohne Zwischenfälle" abgeschlossen worden. Zur Zahl der Geflüchteten machten beide Seiten keine Angaben.

Frankreichs Behörden befürchten bei Protesten erneut massive Randale

Die französischen Behörden befürchten bei den neuen Protesten am Samstag teilweise Randale wie bei den schweren Ausschreitungen vor zwei Wochen. "Vorfälle städtischer Gewalt vergleichbar mit jenen am 17. Oktober werden den ganzen Tag über und nach Einbruch der Dunkelheit erwartet", hieß es am Freitag aus dem Umfeld von Innenminister Laurent Nuñez. Zu befürchten seien unter anderem Sachbeschädigungen und Plünderungen. Der Samstag werde als "Hochrisiko"-Tag eingestuft.

Nach fehlgeschlagener Hinrichtung: Christa Pike leidet unter ständigen Schmerzen

Die zum Tode verurteilte US-Bürgerin Christa Pike leidet nach ihrer fehlgeschlagenen Hinrichtung vor einem Monat nach eigenen Angaben unter ständigen Schmerzen. "Seit dieser Nacht gibt es keinen Moment, an dem ich nicht unter Schmerzen leide", erklärte die 50-Jährige am Freitag mit Blick auf die Zeit seit ihrem Aufwachen im Krankenhaus. "Mein Körper schmerzt. Meine Arme schmerzen. Meine Hände schmerzen. Mein Rachen schmerzt."

EU und Kanada wollen mit neuer Allianz "gemeinsam Krisen standhalten"

Vor dem Hintergrund angespannter Beziehungen zu den USA und China haben EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen und EU-Ratspräsident António Costa in Kanada Premierminister Mark Carney getroffen, um eine neue Partnerschaft zu besiegeln. Beide Seiten wollten noch im Laufe des Freitags beim EU-Kanada-Gipfel in Montreal eine Reihe von Abkommen vorstellen, die Bereiche von strategisch wichtigen Rohstoffen bis zu Künstlicher Intelligenz abdecken.

Textgröße ändern: