Deutsche Tageszeitung - Panzerprojekt MGCS: Berlin und Paris konzentrieren sich auf "Kern des Programms"

Panzerprojekt MGCS: Berlin und Paris konzentrieren sich auf "Kern des Programms"


Panzerprojekt MGCS: Berlin und Paris konzentrieren sich auf "Kern des Programms"
Panzerprojekt MGCS: Berlin und Paris konzentrieren sich auf "Kern des Programms" / Foto: © AFP

Nach dem Scheitern des gemeinsamen Kampfjet-Projekts FCAS haben Deutschland und Frankreich auch ihre Herangehensweise für die Entwicklung künftiger Panzer angepasst. Es habe "in den letzten Wochen ein paar Anpassungen" bei dem gemeinsamen Panzer-Projekt MGCS gegeben, sagte ein Sprecher des Bundesverteidigungsministeriums am Montag. Berlin und Paris hätten beschlossen, "sich auf den Kern des Programms zu fokussieren". Ob auf beiden Seiten nun unterschiedliche Panzer gebaut werden, ist demnach "offen".

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Deutschland und Frankreich hätten beschlossen, das Projekt "auf die Erforschung und Entwicklung sowie Demonstration von sogenannter zukunftsgerichteter Hochtechnologie" für bemannte und unbemannte gepanzerte Gefechtsfahrzeuge zu konzentrieren, sagte der Sprecher. Das MGCS-Programm verfolge dabei "nun plattformunabhängig" einen Ansatz, der die "Nutzung von Technologien in einer Vielzahl von bemannten und unbenannten Gefechtsfahrzeugen ermöglichen soll".

Die Anpassungen seien insbesondere vor dem Hintergrund der "Erfahrungen und Lehren aus dem russischen Angriffskrieg in der Ukraine" erfolgt, sagte der Sprecher weiter. Er wollte nicht darüber spekulieren, ob am Ende ein gemeinsamer Panzer oder unterschiedliche von Deutschland und Frankreich gebaut würden und betonte, schon der ursprüngliche Ansatz von MGCS sei "die Entwicklung eines Multi-Plattform-Systems" gewesen. Der stellvertretende Regierungssprecher Sebastian Hille sagte, gemeinsames Ziel bleibe es, das "Rüstungsprojekt voranzubringen und zum Erfolg zu führen".

Der Vorstandschef von Deutschlands größtem Rüstungskonzern Rheinmetall, Armin Papperger, hatte am Wochenende nicht ausgeschlossen, dass Frankreich nach FCAS auch beim Panzer-Projekt MGCS aussteigt. "Eine Gefahr ist immer da, aber es ist noch nichts entschieden", sagte Papperger der "Welt am Sonntag". Frankreich plant demnach jedenfalls bereits, das Budget für das MGCS-Projekt drastisch zu kürzen. Im Gespräch sei ein Betrag "von weniger als der Hälfte" der bisherigen Planungen.

Die beiden Rüstungsprojekte FCAS und MGCS waren praktisch zeitgleich 2017 gestartet worden. Während FCAS als Kernelement die Entwicklung eines Kampfflugzeugs der sechsten Generation als Nachfolger des Eurofighters und des französischen Kampfflugzeugs Rafale zum Ziel hatte, standen bei MGCS (Main Ground Combat System) die Entwicklung eines bodengebundenen Kampfsystems und eines Panzersystems als Nachfolger für den deutschen Leopard 2 und des französischen Leclerc im Mittelpunkt.

Deutschland und Frankreich hatten vergangene Woche nach neun Jahren das Aus für die Entwicklung eines gemeinsamen modernen Kampfjets bekannt gegeben. Grund war ein Dauerstreit zwischen den Rüstungskonzernen Dassault aus Frankreich und Airbus Defence. Nun sollen nur Teile des FCAS-Programms gemeinsam weitergeführt werden. Dabei geht es um das Kommunikations- und Luftkampfsystem.

(M.Dorokhin--DTZ)

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