Deutsche Tageszeitung - Waffen für Hamas-Anschläge: Bekennervideo bei festgenommenem Verdächtigen gefunden

Waffen für Hamas-Anschläge: Bekennervideo bei festgenommenem Verdächtigen gefunden


Waffen für Hamas-Anschläge: Bekennervideo bei festgenommenem Verdächtigen gefunden
Waffen für Hamas-Anschläge: Bekennervideo bei festgenommenem Verdächtigen gefunden / Foto: © AFP/Archiv

Nach den Festnahmen von insgesamt neun mutmaßlichen Hamas-Anhängern seit dem Herbst vermutet die Bundesanwaltschaft, dass die islamistische Palästinenserorganisation in dem Fall schon einen konkreten Terroranschlag in Europa ins Auge gefasst hatte. Davon geht die Karlsruher Behörde nach dem bisherigen Ermittlungsstand aus, wie Generalbundesanwalt Jens Rommel am Montagabend vor Journalisten sagte. Bei einem der Beschuldigten sei ein vorgefertigtes Bekennervideo gefunden worden.

Textgröße ändern:

Darin sei ein Anschlag um den zweiten Jahrestag des Hamas-Überfalls auf Israel angekündigt worden, also um den 7. Oktober 2025 herum. Die ersten drei der neun Tatverdächtigen waren am 1. Oktober 2025 in Berlin festgenommen worden. Sie sollen spätestens seit dem Sommer 2025 in den Transport von Waffen und Munition verwickelt gewesen sein. Die Ermittler gehen davon aus, dass die Waffen für Mordanschläge auf israelische oder jüdische Einrichtungen in Deutschland und Europa genutzt werden sollten.

In den Folgemonaten wurden in dem Zusammenhang weitere sechs Männer in Deutschland und anderen europäischen Ländern festgenommen - zuletzt Ende Mai in Dänemark, zuvor auch in Großbritannien und Zypern. Einer der Beschuldigten soll der Bundesanwaltschaft zufolge in Österreichs Hauptstadt Wien Waffen gelagert haben.

Ende März hatte das Berliner Kammergericht bereits vier Mitglieder einer Hamas-Untergrundzelle zu mehrjährigen Haftstrafen verurteilt. Nach Überzeugung des Gerichts suchten die Männer als Auslandsoperateure der Hamas unter anderem nach Waffendepots in Deutschland, Polen, Dänemark und Bulgarien.

Es sprach sie der Mitgliedschaft in einer ausländischen terroristischen Vereinigung schuldig. Damit entschied erstmals ein Oberlandesgericht in Deutschland, dass es sich bei der Hamas um eine terroristische Vereinigung im Ausland im Sinn des deutschen Strafgesetzbuchs handle.

(T.W.Lukyanenko--DTZ)

Empfohlen

Klingbeil sucht bei G20-Treffen in USA nach neuen Handelspartnern

Bundesfinanzminister Lars Klingbeil (SPD) will beim G20-Finanzministertreffen in den USA neue Partnerschaften knüpfen. "Wir suchen die Kooperation mit allen, die wie wir auf offenen und regelbasierten Handel, auf Verlässlichkeit und Zusammenarbeit setzen", erklärte Klingbeil vor seiner Abreise nach Asheville im US-Bundesstaat North Carolina am Sonntag. Er werde unter anderem mit seinen Amtskollegen aus Indien, Kanada und Großbritannien darüber beraten.

Dähling kritisiert EEG-Reform und Netzpaket als Bremse der Energiewende

Die Energieexpertin Carolin Dähling kritisiert scharf die aktuellen Pläne der Bundesregierung zur EEG-Reform und zum Netzpaket. Sie warnt davor, dass durch neue Hürden für Wind- und Solarkraftwerke eine große wirtschaftliche Chance vertan werde. Zudem bleibt die versprochene Senkung der Stromsteuer weiterhin aus.

Rechtsextremer Minister Ben Gvir ist "stolz" auf schlechte Haftbedingungen in Israel

Der rechtsextreme israelische Sicherheitsminister Itamar Ben Gvir hat in einem Video damit geprahlt, die Bedingungen für palästinensische Häftlinge verschlechtert zu haben. "Die Ferienlager in den Gefängnissen sind vorbei", sagte Ben Gvir in der am Sonntag von ihm veröffentlichten Aufnahme, die ihn beim Besuch einer Frauen-Haftanstalt zeigt. Der Minister reagierte darin auf die Beschwerde einer Insassin und verwies auf die Behandlung der israelischen Hamas-Geiseln im Gaza-Krieg.

Isländer stimmen in Referendum gegen EU-Beitrittsverhandlungen

Island nimmt keine neuen Beitrittsverhandlungen mit der Europäischen Union (EU) auf: Die Bürgerinnen und Bürger des nordischen Inselstaats haben sich in einem Referendum mit 52,8 Prozent gegen eine Wiederaufnahme der Verhandlungen ausgesprochen, wie der Sender RUV am Sonntag nach Auszählung aller Stimmen meldete. Die Befürworter lagen demnach bei 47,2 Prozent. Das Ergebnis ist ein schwerer Rückschlag für Brüssel - die EU ist sehr an einer Mitgliedschaft Islands interessiert.

Textgröße ändern: