Deutsche Tageszeitung - Türkischer Außenminister sich in Moskau besorgt über "Eskalation im Ukraine-Krieg"

Türkischer Außenminister sich in Moskau besorgt über "Eskalation im Ukraine-Krieg"


Türkischer Außenminister sich in Moskau besorgt über "Eskalation im Ukraine-Krieg"
Türkischer Außenminister sich in Moskau besorgt über "Eskalation im Ukraine-Krieg" / Foto: © POOL/AFP

Der türkische Außenminister Hakan Fidan hat sich bei einem Besuch in Moskau besorgt gezeigt über "die jüngste Eskalation im Ukraine-Krieg". Bei einer gemeinsamen Pressekonferenz mit seinem russischen Kollegen Sergej Lawrow sprach Fidan am Dienstag zudem von einer Gefahr der "geografischen Ausweitung" des Konflikts. Dies gebe Anlass zu "ernster Sorge", fügte er hinzu.

Textgröße ändern:

Insbesondere die zunehmende Zahl von Angriffen auf Ziele hinter der Front und Angriffe, die die Sicherheit der Schifffahrt im Schwarzen Meer bedrohen, hätten "Auswirkungen, die die Interessen Dritter beeinträchtigen", sagte Fidan. Die Türkei grenzt wie Russland und die Ukraine an das Schwarze Meer. Fidan fügte hinzu, "bestimmte deeskalierende Maßnahmen" seien notwendig.

In der Nacht zu Montag waren bei Angriffen der russischen Armee auf Städte in der Ukraine Behördenangaben zufolge mindestens elf Menschen getötet worden; zudem geriet die Unesco-Weltkulturerbestätte Mariä-Entschlafens-Kathedrale im Bereich des berühmten Höhlenklosters in der Hauptstadt Kiew in Brand. Die Ukraine ihrerseits griff eine Raffinerie am Stadtrand der russischen Hauptstadt Moskau an.

Ankara unterhält gute Beziehungen sowohl zu Moskau als auch zu Kiew. In dem Konflikt zwischen Russland und der Ukraine, in dem seit Beginn der russischen Offensive vor mehr als vier Jahren hunderttausende Menschen getötet wurden, trat die Türkei wiederholt als Vermittlerin auf. In Istanbul fanden mehrere Gesprächsrunden zwischen ukrainischen und russischen Unterhändlern statt. Dabei wurden aber keine großen Fortschritte erzielt.

(L.Møller--DTZ)

Empfohlen

Isländer stimmen in Referendum gegen EU-Beitrittsverhandlungen

Island nimmt keine neuen Beitrittsverhandlungen mit der Europäischen Union (EU) auf: Die Bürgerinnen und Bürger des nordischen Inselstaats haben sich in einem Referendum mit 52,8 Prozent gegen eine Wiederaufnahme der Verhandlungen ausgesprochen, wie der Sender RUV am Sonntag nach Auszählung aller Stimmen meldete. Die Befürworter lagen demnach bei 47,2 Prozent. Das Ergebnis ist ein schwerer Rückschlag für Brüssel - die EU ist sehr an einer Mitgliedschaft Islands interessiert.

SPD- und Grünen-Politiker fordern Verbot radikaler AfD-Landesverbände

Mehrere hochrangige SPD- und Grünen-Politiker haben sich für ein Verbotsverfahren gegen die AfD stark gemacht. Bundesverteidigungsminister Boris Pistorius (SPD) und Baden-Württembergs Ministerpräsident Cem Özdemir (Grüne) forderten in einem Gastbeitrag in der "Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung" Verfahren insbesondere gegen die radikalsten AfD-Landesverbände. Thüringens Innenminister Georg Maier (SPD) unterstützte dies, die Grünen-Politikerin Irene Mihalic forderte hingegen ein Verbotsverfahren gegen die gesamte AfD.

Medien: Berlin sieht Moskau hinter Leipziger Drohnenvorfall und bereitet Reaktion vor

Die Bundesregierung sieht einem Medienbericht zufolge Russland hinter dem Drohnenvorfall in Leipzig und bereitet eine harte Reaktion vor. Berlin plane, in den kommenden Tagen Moskau offiziell für den versuchten Sprengstoffdrohnenanschlag von Anfang August verantwortlich zu machen, berichteten die "Welt am Sonntag" und das Portal Politico am Samstag unter Verweis auf "drei mit dem Vorgang vertraute Personen". Demnach sollen zeitgleich "umfangreiche" Maßnahmen angekündigt werden.

Referendum in Island: Gegner von EU-Beitrittsverhandlungen kurz vor Auszählungsende vorne

Beim Referendum in Island über die Wiederaufnahme von Beitrittsverhandlungen mit der Europäischen Union liegen die Gegner kurz vor dem Ende der Auszählungen vorne. Sie lagen am Sonntag laut Online-Auszählung mit 51,8 Prozent vor den Befürwortern, die auf 48,2 Prozent kamen. Es standen nur noch einige Stimmen aus zwei von Islands sechs Wahlkreisen aus.

Textgröße ändern: