Deutsche Tageszeitung - Wadephul beklagt "Unklarheit" über USA-Iran-Vereinbarung - noch kein Mandat

Wadephul beklagt "Unklarheit" über USA-Iran-Vereinbarung - noch kein Mandat


Wadephul beklagt "Unklarheit" über USA-Iran-Vereinbarung - noch kein Mandat
Wadephul beklagt "Unklarheit" über USA-Iran-Vereinbarung - noch kein Mandat / Foto: © AFP

Bundesaußenminister Johann Wadephul (CDU) hält eine Entscheidung über eine Beteiligung der Bundeswehr an der Sicherung der Straße von Hormus wegen anhaltender Unklarheit über die Voraussetzungen für verfrüht. Bedingung für ein entsprechendes Bundeswehrmandat sei, dass die Bundesregierung über den Inhalt der Vereinbarung zwischen den USA und dem Iran zur Beendigung des Kriegs unterrichtet werde. Dies bedeute, "dass ich nicht nur aus Pressemitteilungen, sondern ganz offiziell die 14 Punkte von den USA und Iran kennen möchte", sagte Wadephul am Mittwoch in Berlin.

Textgröße ändern:

"Ich möchte wissen, was der Inhalt ist - und Deutschland muss wissen, ob eine derartige Mission dort in diesem Seegebiet möglich ist", sagte der Bundesaußenminister. "Das heißt, dass die Anrainerstaaten dazu ihr Einverständnis geben. Dazu gibt es bisher mindestens Unklarheit, von iranischer Seite sogar ablehnende Worte."

Für die Bundesregierung sei "klar, dass diese Voraussetzungen geklärt werden müssen", sagte Wadephul. "Erst dann können wir an einem Mandatstext arbeiten." Einen Bericht des "Spiegel", wonach das Auswärtige Amt und das Bundesverteidigungsministerium bereits einen Text für ein Bundestagsmandat ausgearbeitet hätten, wollte Wadephul nicht bestätigen.

Das Auswärtige Amt werde erst dann zu "abschließenden Formulierungen" kommen können, wenn die Voraussetzungen für einen Einsatz geklärt seien "und wenn ich entsprechende Abstimmungsprozesse innerhalb der Bundesregierung habe durchführen können", sagte er. "Das ist derzeit alles noch nicht möglich wegen fehlender Informationen."

(A.Nikiforov--DTZ)

Empfohlen

Druck von Behörden: Unabhängige russische Zeitung "Nowaja Gaseta" muss Arbeit einstellen

Es ist das Ende eines historischen Bollwerks der freien Presse in Russland: Die unabhängige russische Zeitung "Nowaja Gaseta" stellt nach eigenen Angaben angesichts des Drucks der russischen Behörden ihre Arbeit vollständig ein. "Die 'Nowaja Gaseta' hört auf zu existieren", sagte Chefredakteur Sergej Sokolow in einer am Freitag auf der Onlineplattform YouTube veröffentlichten Videobotschaft. Der Gründer der Zeitung und Friedensnobelpreisträger Dmitri Muratow bezeichnete die Schließung als Teil von Moskaus "gigantischer Militäroperation" in der Ukraine. Medienrechtsorganisationen reagierten mit Bestürzung auf den Schritt.

"GenZ"-Proteste: Initiatoren klagen Regierung an - Appelle für friedliche Demos

Anklagen einer "verlassenen Jugend" und Appelle zur Gewaltfreiheit: Vor den geplanten bundesweiten "GenZ"-Protesten am Wochenende haben die Initiatoren von der Politik ein entschlossenes Handeln für die Belange junger Menschen gefordert. Bei einer Pressekonferenz in Köln erhoben Sprecherinnen und Sprecher der Initiative "GenZ regelt" am Freitag zugleich schwere Vorwürfe gegen die Bundesregierung. Parteiübergreifend riefen Politikerinnen und Politiker zu einem friedlichen Verlauf der Proteste auf.

Iran-Krieg: Merz ruft zu diplomatischer Lösung auf

Vor dem Hintergrund von Spekulationen über neue US-Angriffe auf den Iran hat Bundeskanzler Friedrich Merz (CDU) zu einer diplomatischen Lösung des Konfliktes aufgerufen. "Ich kann nur an alle Konfliktparteien appellieren: Dieser Konflikt lässt sich nicht militärisch lösen", sagte Merz bei einer Pressekonferenz im südkoreanischen Seoul am Freitag. "Er muss diplomatisch gelöst werden, er muss durch Gespräche gelöst werden", fügte er hinzu. Das gelte auch für Israel und die künftige Regierung des Landes.

Evakuierung von Einwohnern aus russisch besetzter ukrainischer Stadt Oleschky begonnen

Im Rahmen einer örtlich begrenzten Waffenruhe ist am Freitag die Evakuierung von Einwohnern aus der russisch besetzten südukrainischen Stadt Oleschky angelaufen. "Die Evakuierung und die Verteilung humanitärer Hilfe haben begonnen", erklärte der ukrainische Unterhändler David Arachamia am Freitag in Onlinenetzwerken. Die russische Menschenrechtsbeauftragte Jana Lantratowa veröffentlichte ein Video, das Gruppen von Menschen zeigt, die auf Busse warten. Einige würden nach Russland gebracht, andere in von Kiew kontrollierte Teile der Ukraine, sagte sie.

Textgröße ändern: